| WER SIND DIE
WIRKLICH GUTEN UND DIE WIRKLICH BÖSEN? An allen Orten der Welt gibt es Bosheit,
Ungerechtigkeit, Tyrannei und Missetaten. Es gibt mehrere Gründe, warum die Menschen
heute Zeuge solcher negativen Realitäten sein müssen, die bereits Teil unseres
täglichen Lebens geworden sind. Ab dem Zeitpunkt, an dem eine Person Bewusstsein
erlangt, wird sie einer Nachrichtenflut über solche schrecklichen Ereignisse ausgesetzt.
Kaum ein Tag geht vorbei ohne erschütternde Geschichten in den Zeitungen oder
im Fernsehen, von Schwindlern, grausamen Serienmördern, schutzlosen Frauen, Kindern
und Alten, die erbarmungslos Hunger und Kälte ausgesetzt sind...; allesamt quälende
Erinnerer daran, dass Unmoral, Korruption, Interessenkonflikte und Entfremdung
fest in unserer Gesellschaft verwurzelt sind. Die meisten Leute, die solche
Ereignisse sehen, betrachten sie als Ereignisse, die nur andere betreffen, und
damit als Dinge, die für sie selbst keine Relevanz haben. Aus diesem Grund übernehmen
sie nie Verantwortung für die Unruhen, die Korruption und die Gnadenlosigkeit,
welche die Gesellschaft beeinflussen. Nehmen wir beispielsweise an, dass eine
unschuldige und schutzlose Person von einer wohlhabenderen Person durch Beleidigungen
und Verleumdungen bloßgestellt wird. In solch einem Fall würde jeder erkennen,
dass die wohlhabende Person sich des ungerechten Misshandelns der unschuldigen
Person schuldig gemacht hat. Jedoch ziehen die meisten Leute es vor, still zu
bleiben. Zu ihrer Rechtfertigung sagen sie Dinge wie: "Welchen Unterschied würden
meine Worte machen?" oder "Das geht mich nichts an", und ignorieren die Ungerechtigkeit,
von der sie gerade Zeuge geworden sind. Zweifellos rufen solche Situationen
starke Emotionen in einem Menschen hervor, dessen Herz nicht so abgehärtet und
verroht ist. Bloß zornig zu werden und Missbilligung oder Verzweiflung zu verspüren
würde jedoch in keinster Weise zur Verhinderung der Wiederholung solcher Situationen
führen. Aus diesem Grund sollten jene, die gewissenhaft sind und denen das Wohl
der Menschheit am Herzen liegt, ernsthafte Bemühungen machen, etwas zu ändern
und in allen Umständen anderen, die sich ebenfalls um das Gute bemühen, vollste
Unterstützung zu gewährleisten. Aber um dies tun zu können, muss man fähig
sein, zwischen dem Guten und dem Bösen zu unterscheiden. Heutzutage sind "Gut
und Böse" verhältnismäßige Vorstellungen geworden, die je nach Gesellschaft, sozialem
Lebensstil und Interessen variieren. Zum Beispiel wird es heutzutage als ein wichtiges
Zeichen von Tugendhaftigkeit betrachtet, sich liebevoll um verirrte Hunde zu kümmern
und sich für ihre Rechte einzusetzen. Ähnlich reicht es für eine Person aus, einige
Telefonate zu führen, um Spenden für ein Katastrophengebiet zu sammeln, um als
überaus wohltätig betrachtet zu werden. Eine Person, die sich in ihrer Freizeit
mit der Renovierung eines Schulgebäudes beschäftigt oder den Bedürfnissen einiger
Schulkinder nachkommt, verschafft sich lebenslange Ehre und verdient sich den
Respekt und die Würdigung vom Rest der Gesellschaft. Sicherlich können dies gut
gemeinte Taten sein, jedoch ist es offensichtlich, dass solche schwachen Versuche
einen unbedeutenden Beitrag zur totalen Ausrottung all des Bösen und Schlechten
auf der Welt darstellen. Tatsächlich wissen diese Leute auch, dass ihre Anstrengungen
keine große Opfer erfordern. Einige von ihnen sind sich vielleicht sogar bewusst,
dass sie sich mit solcher Wohltätigkeitsarbeit bei den Leuten in ihrem Umfeld
beliebt machen können. Der eigentliche Grund für ihre Bemühungen ist dann der,
dass sie bewundert und verehrt werden wollen. Eine andere Motivation für ihre
Wohltätigkeitsarbeit könnte auch die der Gewissensberuhigung sein. Das Ziel
der "Tugendhaften" dagegen, die das Thema dieses Buches sind, ist weit höher und
edler. Die "Allianz der Tugendhaften", welche von Leuten gebildet wird, die bedingungslos
nach dem Guten streben und all ihre Kraft und Energie dafür aufbringen, erzielt
immense Erfolge und verstärkt sich in kürzester Zeit. Zorn, Hass, Gnadenlosigkeit,
Unaufrichtigkeit, Lügen und Ungerechtigkeit durchdringen heute die Gesellschaften
der Welt und können nur von der "Allianz der Tugendhaften" beseitigt werden. Nur
Leute mit hoher Moral können den Schaden stoppen, den solche Korruption der Welt
bringt. Keines dieser Ziele sollte dem Leser entfernt, unrealistisch oder
unerreichbar erscheinen. Während Sie dieses Buch lesen, werden Sie erkennen, dass
es für jedermann möglich ist, sich mit der "Allianz der Tugendhaften" zu verbünden.
Ob Hausfrau, Student, Händler oder Professor, jede gewissenhafte Person, die nach
moralischen Prinzipien lebt und gewillt ist, solche Werte in der Gesellschaft
zu verbreiten, kann sich mit den Tugendhaften vereinigen. Dazu müssen Sie zunächst
einmal all Ihre Vorurteile und Vorstellungen von Gut und Böse, die Sie während
Ihres bisherigen Lebens angenommen haben, beiseite legen. Der nächste Schritt
wird sein, dass Sie die wirklich Tugendhaften und die wirklich Bösen in Ihrem
Umfeld identifizieren. Dabei werden Sie ein einziges Kriterium annehmen müssen:
den Quran, die allumfassende Leitung, die Gott der Menschheit sandte. Denn nur
Gott weiß, wer die wirklich Tugendhaften und die wirklich Bösen sind und im Quran
gibt Er uns ausführliche Beschreibungen von den Eigenschaften der Tugendhaften
und der Bösen. Die Tugendhaften und die Bösen im Quran Der
einzige Grund warum ein Mensch sich unmoralisch verhält, ist ein Mangel von Glauben
an Gott und den Jüngsten Tag und damit ein Mangel an Gottesfurcht. Denken Sie
einmal einen Moment über all das Böse in der Welt nach: Ungerechtigkeit, Eifersucht,
Morde, Zorn, Hass, Gnadenlosigkeit, Betrug, Bosheit, Unterdrückung... Im Quran
verbietet Gott dem Menschen solche Verhaltensweisen und Eigenschaften und macht
klar, dass Menschen, die solche Verhaltensweisen an den Tag legen, unter ewiger
Bestrafung im Jenseits leiden werden. Aus diesem Grund ist es unwahrscheinlich,
dass eine gottesfürchtige Person solche "teuflischen" Verhaltensweisen auslebt.
Einer der Verse Gottes verbietet das Böse folgendermaßen: ...Wir
sandten das Buch auf dich herab als eine Erklärung aller Dinge und eine Rechtleitung,
eine Barmherzigkeit und Heilsbotschaft für alle, die bereit sind, sich Allah hinzugeben.
Siehe Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden
zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige.
Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen. (Sure 16:89-90 - an-Nahl) Vielleicht
hören Sie Leute sagen, dass sie solche allgemein in der Gesellschaft ausgelebten
Formen von Unruhestiftung vermeiden, obwohl sie nicht an Gott und den Jüngsten
Tag glauben. Jedoch ist es eine klare und bekannte Tatsache, dass eine Person,
die während ihres gesamten Lebens nie in eine böse Tat verwickelt worden ist,
diese Einstellung möglicherweise plötzlich ändert, wenn bestimmte Umstände ihre
Interessen verändern. Wenn ihre Karriere, für die sie Tag und Nacht gearbeitet
hat, ihr Reichtum oder ihr Leben auf dem Spiel steht, dann zögert sie nicht, notfalls
einer anderen Person Schaden zuzufügen um die eigene Situation zurechtzurücken.
Wir begegnen solchen Leuten oft im Alltag. Im Berufsleben kommt es zum Beispiel
häufig vor, dass ein Angestellter, der, weil er einen Fehler gemacht hat, um seinen
Arbeitsplatz fürchten muss und die Schuld einem Kollegen zuschiebt. Ebenso mag
es eine Person, die aus Prinzip Bestechung und jede Art von Gesetzesverstoß ablehnt,
in einer dringenden Situation für gerechtfertigt halten, Bestechungsgeld zu zahlen,
zum Beispiel, wenn es um den Krankenhausaufenthalt ihres Sohnes geht. Wenn
eine nicht-gottesfürchtige Person behauptete, der zuverlässigste und tugendhafteste
Mensch auf der Welt zu sein, wäre dies mit Sicherheit nicht sehr überzeugend.
Solch eine Person vermeidet vielleicht Dinge wie Diebstahl oder Betrug, aber es
fehlt ihr an wahrer guter Moral. Sie werden vielleicht keine freundliche, aufrichtige
und mitfühlende Einstellung in ihr finden. Vielleicht demütigt sie Menschen mit
ihren Worten oder ihren Witzen und die Art, wie sie mit Leuten redet, hat vielleicht
einen aggressiven Unterton. Ähnlich mag eine Person, die Glücksspiel normalerweise
vermeidet, vielleicht damit beginnen, wenn sie sich in einem Umfeld aufhält, wo
Glücksspiel populär ist. Es wäre unvernünftig, einen nicht-gottesfürchtigen Menschen
als wirklich rechtschaffen zu betrachten, da er aufgrund des mangelnden Glaubens
an Gott einen schwachen Willen hat und Versuchungen nur schwer widerstehen kann. Es
gibt dagegen auch solche Menschen, die unaufhörlich unmoralische Taten ausüben,
Unruhe stiften, andere Leute erniedrigen oder betrügen, beleidigende Sprache benutzen,
andere Menschen nicht achten, nur an sich selbst denken, sich aggressiv und zornig
verhalten und trotzdem ab und zu den Armen helfen. In solchen Fällen können wir
diese Leute sicherlich nicht als "tugendhaft" bezeichnen. Die wesentlichen Eigenschaften
einer tugendhaften Person sind Rechtschaffen-heit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit
und Zuverlässigkeit. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass auch eine tugendhafte
und aufrichtige Person Fehler begehen und bestimmte Mängel haben kann, doch was
sie unterscheidet, ist ihr Bestreben, sich von diesen Fehlern zu reinigen und
so gut sie kann moralische Vollendung zu zeigen. Eine gottesfürchtige Person
zeigt guten Charakter, nicht nur zu bestimmten Zeiten, sondern unter allen Umständen.
Ihre moralische Vollendung ist nicht abhängig von den wechselnden Einstellungen
der Leute oder von Ereignissen und Zuständen um sie herum, sondern von der ständigen
Vergegenwärtigung des schweren Gerichts, das sie im Jenseits erwartet und der
Tatsache, dass es in einer Situation resultieren wird, aus der es kein Zurück
mehr gibt. Mit diesen Tatsachen im Bewusstsein kann sie es nicht wagen, ein Wort
zu sagen oder etwas zu tun, für das sie im Jenseits zur Rechenschaft gezogen werden
würde. Im Gegenteil, sie strebt nach den Belohnungen des Paradieses. Im Quran
ruft Allah den Menschen dazu auf, über den Jüngsten Tag gründlich nachzudenken: An
dem Tage, an dem jede Seele vorfinden wird, was sie an Gutem und was sie an Bösem
getan hat, wird sie wünschen, dass zwischen ihr und ihm eine große (zeitliche)
Entfernung wäre. Und Allah warnt euch vor Sich Selber. Doch Allah ist überaus
gütig gegen Seine Diener. (Sure 3:30 - Al-'Imran) Gottesfürchtigkeit im
Herzen zu tragen ist folglich ein Zeichen, unter den Tugendhaften zu sein. Eine
nicht-gottesfürchtige Person, die Gottes Verbote nicht achtet, identifiziert sich
dagegen unweigerlich mit der Allianz der Bösen. Möglicherweise nimmt sie nicht
immer aktiv an diesem bösen Bündnis teil, aber unter Berücksichtigung der Tatsache,
dass die Umstände sich jederzeit dahingehend entwickeln können, dass die passenden
Vorraussetzungen entstehen, damit die Person in böse Taten verwickelt wird, unterstützt
sie, absichtlich oder nicht, die Bösen gegen die Tugendhaften. Allah
informiert die Gläubigen darüber, welche die schlimmsten Menschen sind: "Siehe,
schlimmer als das Vieh sind vor Allah die Ungläubigen, die nicht glauben (wollen)"
(Sure 8:55 - al-Anfal). Deshalb sollte jemand, der sich mit den Tugendhaften
verbünden will, definitiv ein gottesfürchtiger Mensch sein. Das
Verhalten eines Menschen offenbart seine wahren Absichten In den Bemühungen,
die Tugendhaften von den Bösen zu unterscheiden muss ein wichtiger Punkt beachtet
werden: eine große Anzahl der Leute behauptet zwar, an Gott und den Quran zu glauben,
jedoch in ihrer Lebensart und Einstellung steht sie im Widerspruch mit den Quranischen
Prinzipien. In der Sure al-Baqara enthüllt Allah das wahre Wesen jener, die behaupten,
an Gott und das Jenseits zu glauben und doch nichts tun, als Unheil zu stiften: Manche
Menschen sprechen wohl: "Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag"; doch sind
sie keine Gläubigen. Betrügen wollen sie Allah und die Gläubigen; doch sie betrügen
nur sich selber und wissen es nicht. Ihre Herzen sind krank, und Allah mehrt ihre
Krankheit, und für sie ist schwere Strafe für ihr Lügen bestimmt. Spricht man
zu ihnen "Stiftet kein Unheil auf der Erde", so sagen sie: "Wir sind ja die Rechtschaffenen."
Ist es aber nicht so, dass sie die Unheilstifter sind? Doch sie merken es nicht.
Sagt man zu ihnen: "Glaubt wie die Leute gläubig wurden", so sprechen sie: "Sollen
wir glauben, wie die Toren glaubten?" Ist es aber nicht so, dass sie die Toren
sind? Doch begreifen sie es nicht. Wenn sie mit den Gläubigen zusammentreffen,
so sagen sie: "Wir glauben"; sind sie aber mit ihrem Teufeln allein, so sprechen
sie: "Siehe, wir stehen zu euch und treiben nur Spott." Allah wird sie verspotten
und in ihrer Rebellion verblendet weiter irregehen lassen. Sie sind es, die den
Irrtum für die Rechtleitung erkauft haben, doch brachte ihr Geschäft ihnen keinen
Gewinn, und sie blieben ohne Rechtleitung. (Sure 2:8-16 - al-Baqara) Wie
diese Verse erklären, bestehen solche Leute meist darauf, rechtschaffen, ehrlich
und tugendhaft zu sein. Sie verdammen oft das unmoralische Verhalten von anderen
und warnen diese gar vor den Auswirkungen ihres negativen Verhaltens. Jedoch sind
es in Wahrheit sie selbst, die Unheil auf der Erde verbreiten, die Unrecht begehen,
die Konflikte schaffen, die insgeheim Verfehlungen begehen und Feindschaft unter
den Leuten stiften. Aus diesem Grund sollten wir in unserer Identifikation und
Unterscheidung der Tugendhaften und der Bösen darauf achten, ob die Worte eines
Menschen mit seinen Taten in Einklang stehen. Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) erklärte
dies in folgendem Ausspruch sehr verständlich: Handlungen geschehen nur
durch Absichten, und jeder Mann hat nur das, was er beabsichtigte. Wer für Allah
und Seinen Boten auswandert, dessen Auswanderung ist für Allah und Seinen Boten.
Wer für irgendeinen weltlichen Gewinn, den er erwerben kann, oder eine Frau, die
er heiraten will, auswandert, dessen Auswanderung ist für das, wofür er auswandert.
1 Man würde automatisch Zweifel über
die Aufrichtigkeit einer Person haben, die behauptet, ein Muslim zu sein, sich
aber in einem heimlichen Kampf gegen Muslime befindet. Wenn eine Person zum Beispiel
behauptet, dass sie moralischen Werten viel Wichtigkeit beimisst und nach Ehrlichkeit
und Ernsthaftigkeit in den Menschen sucht, sie jedoch Leute in Schutz nimmt, die
für ihre Unmoral bekannt sind und sie als ehrbare Leute mit vorbildlichen Eigenschaften
präsentiert, dann würde dies Zweifel an der Aufrichtigkeit der Person aufkommen
lassen. Die eigentliche Absicht solcher Leute, die die Vorstellung von Unmoral
mit "Mut", "Modernismus", "Elitedenken" und "Freiheit" assoziieren, ist offensichtlich.
Sie versuchen, die Leute mit solchen Begriffen zu täuschen, um sie dazu zu bringen,
Unmoral als eine Tugend zu sehen und sich der Degeneration hinzugeben. Im
Quran erklärt Allah deutlich, wer die Tugendhaften und wer die Bösen sind und
welche Eigenschaften, Lebensweisen und Einstellungen zum Leben und den Menschen
sie kennzeichnen. Eine Person, die aufrichtig nach Tugend strebt, sollte sich
zuerst die Eigenschaften der Tugendhaften wie im Quran erklärt, vergegenwärtigen
und dementsprechend nach diesen Merkmalen bei den Menschen in ihrem Umfeld suchen.
Das selbe Prinzip gilt für die Identifikation der Bösen. Einige der Eigenschaften
des Bösen, die Allah im Quran betont, sind folgende: o Sündhaft o
Verbraucht illegal erworbene Güter o Setzt Gott Partner bei o Respektlos
und treulos zu Eltern o Tötet eine unschuldige Person aus persönlichen Interessen o
Befiehlt das Böse o Verhindert das Gute o Gierig o Erinnert
sich selten an Gott o Verachtenswert o Verleumder o Verunglimpft
und Verschmäht andere o Verbietet Tugend o Überschreitet Grenzen o
Gewalttätig und aggressiv o Wenn Gottes Verse vorgetragen werden oder über
Religion gesprochen wird, unterbricht er das Gespräch indem er sagt "(Dies sind)
Fabeln aus alter Zeit" o Ermordet Leute für ein kleines Stück Land oder
eine Wasserquelle, vertreibt Kinder, Alte, Frauen und Männer aus ihrem Land, unterwirft
sie, foltert sie und schweigt über andere, die solche Grausamkeiten begehen o
Glaubt an einige Teile vom Quran und verleugnet den Rest o Stiftet Unheil
auf der Erde o Verursacht Unruhen in der Gesellschaft o Verspottet
Menschen oder Völker o Macht den Ruf bestimmter Leute zunichte o Klatsch o
Verleumdungen o Spioniert Leuten hinterher o Gründet seine Urteile
über Leute auf Vermutungen und verbreitet so falsche Informationen, was oft zu
Streit und Konflikten führt o Grausam, ignorant, egoistisch o Beleidigt
Leute mit harscher Kritik o Verräterisch o Überheblich o Achtlos o
Lügt o Rebellisch o Unfähig, gesunden Menschenverstand zu benutzen o
Hört nicht auf Ratschläge oder Ermahnungen o Pessimistisch o Zweifelnd o
Stur o Arrogant o Widersetzt sich dem, was richtig und korrekt ist o
Undankbar o Skeptisch... Einige von den Merkmalen der Tugendhaften,
die Gott im Quran betont, sind folgende: o Glaubt an Gott, den Jüngsten
Tag, die Engel, die Schrift und die Propheten o Vergilt Böses mit Gutem o
Zahlt die Armensteuer (Zakat) o Achtet die Grenzen, die von Gott gesetzt
wurden o Gibt seinen Reichtum aus Liebe zu Gott an Verwandte, Waisen, Bedürftige,
Reisende und jene, die danach fragen o Vollzieht regelmäßige Gebete o
Hält Versprechen und Verpflichtungen ein o Geduldig in Zeiten der Not, Verzweiflung
und Bedrängnis o Loyal, ehrlich, aufrichtig, nett, mitfühlend, beschützend
und rechtschaffen o Kümmert sich um andere o Respektiert die Gläubigen o
Denkt logisch o Ehrwürdig o Gewissenhaft o Vertrauenswürdig o
Sauber o Gehorsam o Demütig o Steht zu seinem Versprechen o
Mitleidsvoll und milde o Wendet sich mit Ergebung an Gott o Diszipliniert o
Ausdauernd o Gibt sich Gott hin o Scharfsinnig o Spricht weise o
Ehrenwert o Anständig o Fürchtet nicht den Tadel irgendeines Tadelnden o
Tapfer o Hält einen moderaten Kurs ein o Tolerant o Mitfühlend o
Überbringt frohe Botschaften o Optimistisch und zufrieden o Höflich o
Spricht gütig mit den Leuten o Anständig o Tugendhaft o Wendet
sich allein an Gott Wenn Menschen, denen es an solchen Eigenschaften von
Gläubigen wie im Quran erwähnt mangelt und die im Gegenteil böse Verhaltensweisen
an den Tag legen, behaupten, im Namen der "Tugend" zu handeln und gegen Unrecht
zu sein, während sie selbst Unrecht gegen Leute begehen, wenn sie Verleumder verdammen,
während sie selbst andere Leute verleumden oder wenn sie behaupten, unschuldig
und ehrlich zu sein, während sie definitiv betrügerisch sind, dann offenbaren
sie klare Zeichen ihrer Unaufrichtigkeit und Scheinheiligkeit. Dementsprechend
sollte jemand, der sich mit den Tugend-haften verbünden will, genau beobachten,
was um ihn herum passiert und seine Schlussfolgerungen auf den Kriterien des Quran
gründen, anstatt auf der Meinung der Mehrheit der Leute. Die
Bösen folgen Satans Weg Die Mehrheit aller Leute glaubt, dass Satan ein
"imaginäres" Wesen ohne wirkliche Existenz sei, bloß eine Vorstellung, die das
Böse symbolisieren soll. Jedoch hat Gott, so wie Er den Menschen und alle anderen
lebenden Wesen auf Erden schuf, in einer anderen Dimension auch die Dschinn (Dämonen,
Geisterwesen), die Engel und Satan Erschaffen. Die offensichtlichsten Merkmale
von Satan sind sein Ungehorsam gegenüber Gott und seine Arroganz. Zudem setzte
sich Satan, als Gott den ersten Menschen auf der Erde schuf, nämlich Prophet Adam
(a.s.), zum Ziel, die Menschen irrezuführen und sie vom richtigen Weg abzuhalten.
Dies wird im Quran folgendermaßen offenbart: Er sprach:
"Bei Deiner erhabenen Macht, ich werde sie gewiss allesamt verführen, ausser Deinen
auserwählten Dienern unter ihnen." (Sure 38:82-83 - Sad) Satan benutzt verschiedene
Methoden, um die Menschen daran zu hindern, ihrem Gewissen zu folgen und um sie
vom rechten Weg Gottes abzuhalten. Er kann in ihnen Besorgnisse wecken oder sie
zum Falschen und Bösen leiten, indem er seine Freunde benutzt. Nehmen wir zum
Beispiel eine Person, die vor kurzem damit begann, ihre regelmäßigen Gebete zu
vollziehen und den Geboten Gottes zu folgen. Einige von ihren Freunden, die unter
dem Einfluss von Satan stehen, könnten diese Person beispielsweise verspotten
oder ihre Aufmerksamkeit auf eine weltliche Versuchung ziehen, während es eigentlich
Zeit für das Gebet wäre. Wenn diese Person keinen starken Willen besitzt und ihrem
Gewissen nicht folgt, dann kann Satan, durch die Hilfe seiner Freunde, innerhalb
kurzer Zeit diese Person dazu bringen, mit dem Praktizieren ihrer Gebete aufzuhören.
Ähnlich wird eine Person, die den Armen hilft, vielleicht von ihrem unmittelbaren
Freundeskreis als "Narr" bezeichnet und in die Versuchung gebracht, ihr Geld stattdessen
für ein neues Auto oder einen Urlaub auszugeben. Satan benutzt die Menschen um
die Person herum, um sie dazu zu bringen, rechtschaffene Taten als etwas Schwieriges
oder sogar Böses anzusehen, und hindert sie auf diese Weise daran, Gutes zu vollbringen.
Es kann vorkommen, dass Satan einen Menschen dazu veranlasst, seine beste Freunde
in schwierigen Zeiten im Stich zu lassen, damit seine eigenen Interessen nicht
beeinträchtigt werden. In solch einem Fall steht eine Person einem Dilemma gegenüber,
aus dem sie nur schwer wieder herauskommt. Einerseits versucht sie, auf ihr Gewissen
zu hören, und fühlt, dass sie ihrem Freund in dieser schwierigen Zeit helfen muss.
Andererseits kann sie sich nicht aus dem Griff persönlicher finanzieller Sorgen
oder anderer Schwierigkeiten befreien, denen sie gegenüberstehen würde, wenn sie
sich entschiede, ihre Hilfe anzubieten. In einem Handlungsverlauf nimmt eine Person
normalerweise an, dass sie Selbst durch das Treffen von bestimmten Entscheidungen
und dem Einschätzen von bestimmten Möglichkeiten den Verlauf des Geschehens beeinflusst.
Aber das Dilemma, dem sie gegenübersteht, resultiert nicht aus ihren eigenen Meinungsverschiedenheiten,
sondern ist direkt ein Kampf zwischen der Stimme ihres Gewissens und Satan. Kurz
gesagt flößt Satan dem Menschen, entweder durch das Flüstern in den Verstand oder
über bestimmte Leute negative Inspirationen ein, hält ihn ab vom Befolgen von
Gottes Weg und seinem eigenen Gewissen, vom Beteiligen an guten Taten, von Dankbarkeit
und vom Darbringen von Opfern. Jene, die den Schritten Satans folgen, unterstützen
ihn entweder absichtlich oder unabsichtlich und bleiben ihr Leben lang unter den
Bösen. Im Quran erklärt Gott den Einfluss Satans auf den Menschen wie folgt: O
ihr, die ihr glaubt! Folgt nicht den Fußstapfen des Satans; denn wer den Fußstapfen
des Satans folgt - siehe, er gebietet euch Abscheuliches und Verbotenes. Und ohne
Allahs Huld gegen euch und Seine Barmherzigkeit wäre kein einziger von euch geläutert.
Jedoch läutert Allah, wen Er will. Und Allah ist hörend und wissend. (Sure 24:21
- an-Nur) Der Teufel ist in sie gefahren und hat sie das
Denken an Allah vergessen lassen. Sie sind Satans Verbündete, und Satans Verbündete
sind gewiss verloren. (Sure 58:19 - al-Mudschadala) Satan führt seinen Kampf
gegen alle Menschen weiter, aber solche Menschen, die gottesfürchtig sind, die
vor Bösem bewahren, die auf ihr Gewissen hören, und die einen starken Willen haben,
werden von ihm nicht irregeleitet. Willenlose Leute dagegen, die keine Gottesfurcht
verinnerlicht haben, werden von Satan versucht, wie die Verse Gottes darlegen.
In dem folgenden Vers werden die Merkmale von Leuten, die unter dem Einfluss von
Satan stehen, verdeutlicht: Soll Ich euch von dem Kunde
geben, auf welche die Satane niedersteigen? Sie steigen auf jeden sündigen Selbstbetrüger
nieder. Diese leihen jeder Lüge ihr Ohr; und die meisten von ihnen lügen auch
selbst. (Sure 26:221-223 - asch-Schu'ara') Menschen, die unter dem Einfluss
von Satan stehen und vom rechten Weg entfernt sind, stellen sich selbst oft als
gute und wohltätige Leute dar. Doch ihre Einstellung zu den Menschen, und der
Mangel an Liebe, Mitgefühl und Toleranz in ihren Herzen enthüllt, dass Satan absolute
Kontrolle über sie hat. Dies wird in einem Vers wie folgt erklärt: Wer
von der Ermahnung des Erbarmers nichts wissen will, dem gesellen Wir einen Satan
bei, der sein Begleiter sein wird. Diese bringen sie tatsächlich vom Weg ab, während
sie sich für rechtgeleitet halten. (Sure 43:36-37 - az-Zukhruf) Wie
kommen die Bösen zusammen? Damit die Bösen sich vereinigen und Aktivitäten
gegen Gläubige ausführen können, müssen sie zuerst zueinander finden. Es benötigt
keine Anstrengung für diesen Zweck. Das Bündnis entsteht spontan und im normalen
Verlauf des täglichen Lebens. Der geeignete Boden ist von Satan schon durch verschiedene
Methoden und Taktiken gelegt worden. Alles, von den Leuten, die sich gegen
das Gute verbünden bis hin zum Eintritt und der Art ihrer Handlungen, ist vorherbestimmt.
Niemals muss ein Aufruf für diese Vereinigung gemacht werden. Der Aufruf wurde
schon von Satan in die Herzen jener inspiriert, "die Verderben in ihren Herzen
tragen". So kommen sie ohne weitere Hindernisse zusammen, und planen ihre Komplotte
und bösen Handlungen. Im täglichen Leben erkennen sie automatisch die anderen
Ungläubigen und identifizieren sich mit dem Bösen. Der Zorn, den sie gegen die
Gläubigen hegen und der vehemente Hass, der ihr Herz erfüllt, ist der Anlass ihrer
Vereinigung. Gott erzählt eine Geschichte über den Zorn gegen die Gläubigen, den
die Ungläubigen in ihren Herzen tragen und warnt die Gläubigen folgendermaßen: O
ihr, die ihr glaubt! Schließt keine Freundschaft außer mit euresgleichen. Sie
werden nicht zaudern, euch zu schaden, und sie wünschen eueren Untergang. Schon
kam offener Hass aus ihrem Mund, aber was ihr Inneres verbirgt, ist schlimmer.
Wir machten euch die Zeichen klar, wenn ihr es nur begreifen wolltet. Sieh da!
Ihr liebt sie, doch sie lieben euch nicht, obwohl ihr an sämtliche Offenbarungen
glaubt. Wenn sie euch begegnen, sagen sie zwar: "Wir glauben!" Sind sie jedoch
allein, beißen sie sich aus Wut über euch in die Fingerspitzen. Sprich: "Sterbt
an euerer Wut!" Siehe, Allah kennt das Innerste eurer Herzen. (Sure 3:118-119
- Al-'Imran) Bei der Schaffung ihrer Vereinigung suchen die Bösen nach bestimmten
Merkmalen in einer Person; sie muss sich von Gottes Religion abwenden, sie muss
Böses tolerieren, und sie muss bereit sein, ununterbrochen böse Taten auszuführen,
ohne dass ihr Gewissen geplagt wird. Die Gegenwart einer Person, die nach den
moralischen Werten des Quran lebt, stört die Bösen sehr. Ein einzelnes Wort, dass
sie an Eigenschaften wie "guter Charakter", "Rechtschaffenheit", oder "Ehrlichkeit"
erinnert, ist für sie unerträglich, weil so die Stimme ihres Gewissens erweckt
wird, die sie niemals hören wollen. Dies ist der Grund, warum die Bösen nur die
Gesellschaft von anderen Bösen suchen. Sie sind nur glücklich in Gegenwart von
bösen Menschen. Sie wünschen sich die Verstärkung ihrer bösen Gesellschaft sehr,
denn sie wissen, ein starkes Bündnis von Guten würde ihnen extrem schaden. Ein
Dieb zum Beispiel sucht die Gesellschaft von Dieben. Homosexuelle sprechen alle
die gleiche Sprache. Egal wo sie sind, finden sie einander und sind selten von
einander entfernt. Dies ist so, weil sie unter Ihresgleichen nie für ihr Benehmen
verachtet werden, sondern vielmehr von Leuten ermutigt werden, die die gleichen
Werte teilen. Eine Person, die unschuldige Leute verleumdet, fühlt sich nur dann
wohl, wenn sie von Verleumdern wie sich selbst umgeben ist. Sie hört ihren Ansichten
zu, prahlt mit ihren eigenen "Leistungen" und bittet um ihren Rat. Im Gegenzug
erzählen die anderen Verleumder ihr von der eigenen Unmoral, von den Grausamkeiten,
die sie begangen haben und von ihren Verleumdungen. Die Allianz der Bösen
wird durch diese Anziehung der Bösen Menschen zu einander gebildet. Wenn jemand
ihre bösen Taten in Frage stellt, ärgert es sie sehr. Darum wollen sie solche
Personen nie in ihrer Umgebung sehen und sich am liebsten nur in der Gesellschaft
von anderen Bösen Menschen aufhalten. Die Bösen meiden die
Gesellschaft der Tugendhaften und verspüren ihnen gegenüber Zorn und Hass Wir
haben bereits betont, dass die Bösen unter dem Einfluss von Satan stehen. Ob sie
diese Tatsache zugeben oder nicht, der Einfluss von Satan wird in ihren Worten,
Einstellungen und Entscheidungen klar erkennbar. Darum ist ihre Einstellung und
die Einstellung Satans gegenüber den Tugendhaften die gleiche. Bereits bevor die
Bösen Menschen erschaffen wurden hatte Satan die Gemeinschaft der Tugendhaften
abgelehnt und einen unnachgiebigen Kampf gegen sie geschworen. Allah erklärt diese
Haltung von Satan in den folgenden Versen: Da warfen sich
alle Engel insgesamt nieder, außer Iblis; der wollte sich nicht niederwerfen.
Er sprach: "O Iblis! Was ist mit dir, dass du dich nicht niedergeworfen hast?"
Er sprach: "Nie werde ich mich vor einem Menschen niederwerfen, den Du aus trockenem
Lehm, aus formbarem Schlamm, erschaffen hast." (Sure 15:30-33 - Al-Hidschr) Bei
näherem Hinsehen erkennen wir auch, dass die wesentlichen Merkmale böser Leute
heute ebenfalls ein konstantes Meiden der Tugendhaften, eine ablehnende Einstellung
ihnen gegenüber, Arroganz, Ungehorsam und Aufstand sind. Satan hat sich fest zur
Verführung von Menschen verpflichtet. Er versucht ununterbrochen, sie von Tugendhaftigkeit
und Güte abzubringen und sie irrezuleiten. All dies zeigt, dass jene, die
gemeinsam gegen das Gute arbeiten und versuchen, den Glauben der Menschen an Gott
und das Jenseits sowie moralische Werte wie Aufopferung und Loyalität auszurotten,
die gleichen offensichtlichen Merkmale besitzen wie Satan. Es ist für diese Leute
jedoch unmöglich, Erfolg zu erlangen; weder in dieser Welt noch im Jenseits. Gott
wird ihnen das geben, was sie verdienen. Denn Allah ist der Freund und Beschützer
Seiner wahren Diener: Allah ist der Beschützer der Gläubigen.
Er führt sie aus tiefer Finsternis zum Licht. Die Ungläubigen aber, ihre Freunde
sind bloße Götzen. Diese führen sie aus dem Licht in tiefe Finsternis. Sie sind
die Bewohner des Feuers und verweilen ewig darin. (Sure 2:257 - al-Baqara) |