| Kapitel 1
24 Studen im Leben eines Muslims
entsprechend den Lehren des Quran
Das Aufwachen am Morgen
Ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Muslim, der
entsprechen der Moral des Qurans lebt und einem Menschen, der Allah leugnet,
besteht in dem Intellekt, den Allah denjenigen gegeben hat, die an Ihn
glauben, Ihn fürchten und die ihr Gewissen benutzen. (Weitere Informationen
siehe Harun Yahya, Wahrer Intellekt im Sinne des Quran) Gläubige
bemerken dank ihrer Weisheit sofort den Sinn hinter Ereignissen, den Ungläubige
oder die Realität nicht Verstehende, in Sorglosigkeit lebende Menschen
als bedeutungslos oder zufällig bewerten.
Vom ersten morgendlichen Erwachen an ist sich der Gläubige bewusst, dass
jedes Ereignis, dem er im Laufe des Tages begegnet, ein Zeichen ist -
um den Ausdruck zu verwenden, den Allah im Quran mitgeteilt hat. "Zeichen"
haben im Quran die Bedeutung von Ereignissen und Reichtümern, die als
unumstößlicher Beweis für die Existenz Allahs, seine Einheit und seine
Eigenschaften gelten. Ein Ausdruck mit ähnlicher Bedeutung sind die Glaubenswahrheiten.
Diese können beschrieben werden als Tatsachen, die zum Glauben führen,
die Anlass zum Glauben sind und die gleichzeitig den Glauben verstärken,
entwickeln, und festigen. Die Fähigkeit, diese Gotteszeichen und Glaubenswahrheiten
zu bemerken, ist allerdings nur Menschen gegeben, die sich in ehrlicher
Form zu Allah hinwenden. Der 190. Vers der Sure Al-'Imran kann als ein
Beispiel dafür angeführt werden: "Siehe, in der
Schöpfung von Himmeln und Erde und in dem Wechsel von Nacht und Tag sind
wahrlich Zeichen für die Verständigen." (Sure 3:190 - Al-'Imran)
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Für Gläubige, die die Moral des Quran verinnerlicht haben, ist jeder
Tag voller Beweise für die Existenz Allahs und voller Glaubenswahrheiten.
Zum Beispiel ist der Tagesanfang mit dem ersten Augenaufschlag ein Segen,
den Allah den Menschen darbietet und eine der bedenkenswertesten Glaubenswahrheiten.
So schläft der Mensch die ganze Nacht ohne Bewusstsein, und alles was
uns von den langen Stunden des Schlafes im Gedächtnis bleibt sind ungewisse
Traumfetzen von 3-5 Sekunden Länge. Der Mensch schläft während dieser
Zeit ohne eine Verbindung zur Welt. Körper und Seele sind voneinander
getrennt. Die Zeit, die im Schlaf verbracht wird, ist eigentlich eine
Art Tod. Allah teilt im Quran folgendermaßen mit, wie den Menschen im
Schlaf die Seele genommen wird:
Allah nimmt zur Zeit ihres Todes die Seelen zu Sich, und (die Seelen)
derer, welche nicht gestorben sind, in ihrem Schlaf. Diejenigen, über
die Er den Tod verhängt hat, behält Er; die andern sendet Er zurück, bis
zu einem bestimmten Termin... (Sure 39:42 - az-Zumar)
Er ist es, der euch zu Sich nimmt zur Nacht, und Er weiß, was ihr während
des Tages tun werdet, an dem Er euch erweckt, damit ein bestimmter Termin
erfüllt wird... (Sure 6:60 - al-An'am)
In den oben genannten Versen lässt Allah wissen, dass den Menschen im
Schlaf die Seele genommen wird, diese aber bis zum Tode, dessen Zeitpunkt
später mitgeteilt wird, wieder zurück gegeben wird. Für die Zeit des Schlafes
verliert der Mensch teilweise das Bewusstsein und die Fähigkeit zur Wahrnehmung.
Aus diesem todesgleichen Schlaf mit vollem Bewusstsein und wie am Vortag
aufzuwachen, tadellos sehen, hören und fühlen zu können, ist ein wunderbares
und nachdenkenswertes Ereignis. Der Mensch, der zum Schlafen nachts in
seinem Bett liegt, kann nicht sicher sein, dass ihm dieser unvergleichliche
Segen am Morgen wieder zuteil wird. Außerdem kann der Mensch niemals sicher
sein aufzuwachen, ohne einem Unglück oder einer Krankheit ins Auge zu
sehen. Der Gläubige, der einen neuen Tag beginnt, bedenkt diese Tatsachen.
Er dankt Allah für dessen große Gnade und dessen Schutz und betrachtet
den neuen Tag als eine von Allah gegebene Gelegenheit, Sein Wohlgefallen
zu erlangen und das Paradies zu erreichen. Dieser Mensch beginnt den Tag
mit einem aufrichtigen Gebet und bewegt sich auch tagsüber in dem Bewusstsein,
ständig von Allah beobachtet zu werden. Er ist sorgfältig darauf bedacht,
Sein Wohlgefallen zu gewinnen und Seine Befehle und Empfehlungen auszuführen.
Um mit Allah eine enge Verbindung einzugehen, beginnt er den Tag mit einem
aufrichtigen Gebet. Auf diese Weise verringert sich die Wahrscheinlichkeit,
das Einverständnis Allahs zu vergessen oder vor Seinen Grenzen die Augen
zu verschließen. Er bewegt sich den ganzen Tag mit dem Bewusstsein, von
Allah einer Prüfung unterzogen zu werden. Ein Mensch, der sich in ehrlicher
Weise Allah zuwendet, bedenkt sorgfältig die ihm zugefallenen Gottesgaben;
dies verhilft ihm zu der Erkenntnis, dass niemand außer Allah die Kraft
hat, diese Gaben zu vergeben. Die Notwendigkeit des Nachdenkens über diese
Tatsache teilt unser Herr in einem Quranvers folgendermaßen mit.
Sprich: "Was glaubt ihr? Nähme euch Allah euer Gehör und Augenlicht und
versiegelte euere Herzen: Welche Gottheit außer Allah könnte sie euch
wiedergeben?"... (Sure 6:46 - al-An'am)
Zweifellos ist es Allah, der Besitzer endloser Kraft und Weisheit, Der
dem Menschen die Schlafenszeit und am Morgen wieder den Segen spendet.
Menschen, die diese Tatsache verstanden haben, fühlen vom ersten Moment
des Tages an die Nähe Allahs und leben die Freude, Besitzer eines unvergleichlichen
Segens zu sein.
Menschen, die entfernt vom Glauben an Gott leben und
die nicht der genannten Tatsachen eingedenk sind, können den Segen, den
sie besitzen, niemals vollständig erfassen und die Freude der Gläubigen
nicht leben. Im allgemeinen haben sie Mühe, am frühen Morgen aus dem warmen
Bett aufzustehen, und fühlen sich unbehaglich und haben Sorge, den Tag zu
bewältigen. Manche Menschen sind aufgrund der täglichen Arbeit verdrossen
und voller Bedrängnis. Schon beim Aufstehen liegen sie im Widerstreit zwischen
einer Minute länger Schlafen und Aufstehen. Eine weit verbreitete Unart
dieser Menschen ist es, beim Aufwachen nervös, missmutig und schlechter
Laune zu sein.
Die Leugnenden, die die Freude der Gottesgaben nicht erleben können,
kehren gleich nach dem Aufwachen ein weiteres Mal in die Monotonie des
Tagesablaufs zurück. Ein weiterer Teil der Menschen, die nicht bemerken,
dass der Tag, den sie gerade leben, vielleicht die letzte von Allah gegebene
Gelegenheit ist, bereitet sich in aller Eile darauf vor, noch mehr Geld
zu verdienen, noch besser zu leben und beginnt den Tag übereifrig, beseelt
von dem Wunsch, von anderen Menschen interessant gefunden zu werden und
beliebt zu sein.
Menschen, die die Tatsachen, die Allah im Quran hat mitteilen lassen,
für unbedeutend halten, können den Tag auch in anderer Weise beginnen.
Aber all diesen Verhaltensweisen ist eine gemeinsame Torheit zu eigen:
Sie denken nicht daran, dass Allah sie erschaffen hat, dass sie verpflichtet
sind, Ihm zu dienen und Sein Wohlgefallen zu gewinnen, sie denken nicht
daran, dass der vor ihnen liegende Tag eine neue Gelegenheit hierzu darstellt.
Allah bringt ihnen diese Situation mit folgendem Vers zur Kenntnis:
"Die Zeit ihrer Abrechnung nähert sich den Menschen, aber in ihrer Achtlosigkeit
wenden sie sich davon ab." (Sure 21:1 - al-Anbiya)
Es ist klar, dass diese sorglosen Menschen einen grossen Fehler begehen.
Man darf nicht vergessen, dass jeder Morgen der Anfang des letzten Tages
sein kann, der dem Menschen auf dieser Welt zugeteilt wurde. Ein Verkehrsunfall
auf dem Schulweg oder dem Weg zur Arbeit, ein Herzinfarkt und zahlreiche
weitere Gründe können jeden Moment den Tod herbeiführen. Deshalb sollte
darüber nachgedacht werden, was der Mensch tun sollte und was er tun kann,
um den bevorstehenden Tag in gottgefälliger Weise zu verbringen.

Bei der Reinigung
Die
Veränderungen, die morgens beim Aufstehen am menschlichen Körper zu bemerken
sind, enthalten einen verborgenen Sinn. Obwohl man es überhaupt nicht
will, ist das Gesicht geschwollen, die Haare sind schmutzig und Körper
und Mund riechen in unerwünschter Weise. Das geschwollene Gesicht im Spiegel,
der unordentliche und ungepflegte Zustand zeigten uns, wie schwach wir
sind. Jeder Mensch muss morgens unbedingt das Gesicht waschen, die Zähne
putzen und sich pflegen. Auf diese Weise wird der Mensch, der die Sittenlehre
des Quran verinnerlicht hat, daran erinnert, dass es keinen Grund gibt,
sich über andere Menschen erhaben zu fühlen und dass nur Allah von jedem
Mangel frei ist.
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Außerdem versteht ein in aufrichtiger Weise Allah zugewandter Mensch viel
besser - sieht er im Spiegel diesen unerwünschten und Unbehaglichkeit verursachenden
Zustand - dass er nicht durch eigene Kraft und Willen zum Besitzer von schönen
Dingen werden kann.
Allah hat also seine Knechte mit Mängeln erschaffen, um sie an ihre Schwächen
zu erinnern und sie zu Ihm zu führen. Ein Beispiel ist die Verschmutzung
des menschlichen Körpers und dessen Umgebung innerhalb von kurzer Zeit.
Allerdings hat Allah den Menschen auch Wege gezeigt, diese Mängel zu beheben
und stellte verschiedene Möglichkeiten und Gottesgaben wie Wasser, Seife
und Waschmittel in den Dienst der Menschen. Allah hat darauf mit diesen
Versen hingewiesen:
"Also wahrlich, kommt mit (jeder) Schwierigkeit (auch) Erleichterung!
Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung!"
(Sure 94:5, 6 - asch-Scharh).
Es muss jedoch darauf aufmerksam gemacht werden, dass dies nur jenen
Gläubigen gegeben ist, die über die Fähigkeit zu außerordentlichem Verständnis
und Vorstellungsvermögen verfügen, dieses in der Schöpfung der Gottesgaben
liegende Geheimnis zu bemerken, und deshalb Allah zu danken.
Der Gläubige, der am Morgen oder tagsüber mit der Reinigung beschäftigt
ist, dankt für die von Allah zur Verfügung gestellten Reinigungsmittel.
Weil er weiß, dass Allah Sauberkeit und saubere Menschen liebt, betrachtet
er die verrichtete Arbeit als Gebet und hofft dadurch die Zufriedenheit
Allahs zu erreichen. Er führt den Befehl unseres Herren, in der Sure 74:4,
5 - al-Muddaththir: "Und reinige deine Kleider und
meine den Greuel (des Götzendienstes)." gerne aus.
Allah hat in einem Vers folgendermaßen mitgeteilt, dass Er Wasser vom
Himmel sandte um die Sauberkeit der Menschen zu gewährleisten und ihre
anderen Bedürfnisse zu stillen.
...und Er vom Himmel Regen auf euch hinabsandte, um euch damit zu reinigen
und euch von den Einflüsterungen des Satans zu befreien und im Innersten
zu festigen und euren Schritten Halt zu geben. (Sure 8:11 - al-Anfal)
Wasser ist die grundlegendste Materie, die für den menschlichen Körper
und die Sauberkeit von Gegenständen und Wohnung des Menschen notwendig ist
Wasser hat neben seiner Eigenschaft, sichtbaren Schmutz und unsichtbar kleine
Bakterien zu reinigen und den Menschen zu entspannen, noch eine weitere
Besonderheit: Es sorgt dafür, elektrostatische Ladungen, die sich manchmal
auf dem Menschen ansammeln und die zu Müdigkeit und Abgespanntheit führen,
von dessen Körper wegzunehmen. Zwar ist es unmöglich, die elektrostatische
Ladung des menschlichen Körpers zu sehen; aber man kann diese manchmal fühlen,
wenn man den Pullover auszieht, beim Berühren von Gegenständen einen leichten
elektrischen Schlag erhält, oder wenn sich einzelne Haare unterschiedlich
bewegen. Beim Waschen befreit sich der Mensch von elektrostatischen Ladungen
und er fühlt Erleichterung und Entspannung im ganzen Körper. Die Kühle und
Reinheit, die nach einem Regen die Luft erfüllt, stammt von der Reinigung
elektrostatisch geladener Luft durch Wasser.
Ständig sauber und gepflegt zu sein, ist eine Verhaltensweise, die Allah
gefällt. Diese Tatsache ist auch in manchen Versen zu erkennen, die die
Aufmerksamkeit auf die physische Sauberkeit der Menschen im Paradies lenken.
Allah teilt im Quran mit, dass die sich im Paradies befindlichen Menschen
"(schön und rein) wie verborgene Perlen." seien.
(Sure 52:24 - at-Tur). Außerdem beschreiben verschiedene Verse
das Wunder, dass sich im Paradies "reine Partner" für die Menschen befänden.
(Sure 2:25 - al-Baqara; Sure 3:15 - Al-'Imran; Sure 4:57 - an-Nisa)
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Menschen, die an Allah glauben, möchten auch auf Erden ein Umfeld pflegen,
das dem des Paradieses ähnelt. Sie bemühen sich, so zu leben, dass alles
was Allah für das Paradies versprochen hat, auch auf Erden möglich ist.
Aus diesem Grund nehmen sie die körperliche Reinheit besonders wichtig.
Dabei gibt es einen weiteren wichtigen Punkt. Manche Menschen zeigen sich
nur dann gepflegt, wenn sie mit anderen Menschen zusammen sind, oder Sympathien
erwecken wollen. Wenn sie allein sind, achten sie nicht auf ihr Aussehen
und ihre Sauberkeit. Bis zum Abend laufen sie mit ungewaschenem Gesicht,
mit ungeputzten Zähnen, Mundgeruch und ungepflegtem Körper im Schlafanzug
herum, lassen das ungemachte Bett unbeachtet und betrachten eine unaufgeräumte
Küche als alltäglich. All dies ist ein Produkt dieser falschen Denkweise.
Menschen mit dieser Denkweise betreiben Saubermachen so oberflächlich,
dass man bei flüchtigem Hinsehen den Schmutz nicht erkennt. Manche Menschen
betrachten Baden, das Wechseln von schmutziger Wäsche, Handtüchern und
Bettwäsche, Bügeln und Aufräumen als einen Zeitverlust und fangen nicht
eher mit dem Putzen an, bevor sich nicht eine bestimmte Schmutzschicht
angesammelt hat. Wenn sie schmutzig sind, ziehen sie es vor allem bei
kaltem Wetter vor, sich nicht zu waschen oder begnügen sich mit dem Waschen
der Haare.
Eine weitere Methode, die vor allem Frauen gefunden haben, ist, sich
vom Friseur die Haare zuwaschen und in Form bringen zu lassen. Sie halten
es solange nicht für nötig, die Haare zu waschen, bis die Friseur von
neuem gerichtet werden muss. Die unangenehmen Gerüche und das Unbehagen
des ungewaschenen Körpers versuchen sie mit Parfüm oder Deodorant zu überdecken;
aber diese Methode ist nichts anderes, als den ungewaschenen Körper in
einen noch unangenehmeren Zustand zu versetzen. Bei der Sauberkeit der
Kleidung legen sie nur Wert auf das Aussehen der Oberbekleidung. Pullover,
Hosen und Mantel werden erst dann gewaschen, wenn sich ernsthafte Flecken
darauf zeigen. Wenn sich außerdem lästige Gerüche von Zigaretten, Russ,
Speisen oder Schweiß auf ihnen festsetzten, so haben sie auch dabei keine
Bedenken und betrachten dies bei weitem nicht als Grund zum Waschen. Auf
diese Weise ein Leben unter ungesunden Bedingungen zu führen, bringt für
Jung und Alt nichts außer Schaden. Sie können sich wegen ungesundem Essen
und Schmutz nicht vor Krankheiten schützen. Vom Leben in mit Zigarettenrauch
erfüllten Räumen verblasst die Gesichtsfarbe und nehmen Haut und Lunge
Schaden. Dies ist nur der körperliche Schaden. Daneben beeinflusst es
die Seelengesundheit in negativer Weise, wenn diese Menschen sich dauernd
in unaufgeräumter und schmutziger Umgebung aufhalten, sich nicht pflegen
und gezwungen sind, mit schmutzigen Menschen zusammen zu leben. Mit der
Zeit eignen sie sich eine unsensible und emotionslose Gesinnung an und
erfreuen sich nicht an Schönheit, Ästethik, Sauberkeit und Feinfühligkeit.
Dies ist natürlich das Ergebnis einer unklugen Wahl, die sie selbst wissend
und wollend getroffen haben.
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So ist es doch Allah der die Muslime dabei unterstützt, sich die schönste
und sauberste Umgebung zu bereiten. Allah hat den Gläubigen überall, vom
Essen über die Kleidung bis zum Umfeld in dem sie leben, unbedingte Sauberkeit
befohlen.
O ihr Menschen! Esst von dem, was auf Erden erlaubt und gut ist... (Sure
2:168 - al-Baqara)
Sie werden dich fragen, was ihnen erlaubt ist. Sprich:
"Erlaubt sind euch alle guten Dinge..." (Sure 5:4 - al-Ma'ida)
...Gebieten wird er ihnen, was Rechtens ist, und das
Unrechte verbieten, und wird ihnen die guten (Speisen) erlauben und die
schlechten verbieten... (Sure 7:157 - al-A'raf)
Und als Wir das Haus zu einem Versammlungsort für die
Menschen und einem Asyl machten und (sprachen:) "Nehmt Abrahams Stätte
zum Ort des Gebets" und Wir Abraham und Ismael verpflichteten: "Reinigt
mein Haus für die es Umwandelnden und darin Verweilenden und die sich
Beugenden und Niederwerfenden." (Sure 2:125 - al-Baqara)
...(Andere) sagten: "Euer Herr weiß am besten, wie lange
ihr hier gewesen seid. Schickt also einen von euch mit diesen eueren Silbermünzen
zur Stadt, damit er schaut, wer die bekömmlichste Speise hat und euch
davon bringt..." (Sure 18:19 - al-Kahf)
Und Mitgefühl und Reinheit von Uns. Und er war fromm.
(Sure 19:13 - Maryam)
Während es zum Lebensstil von ignoranten Menschen gehört, sich mit eigenen
Händen eine unbequeme und ungesunde Umgebung zu schaffen, so folgen Muslime
der quranischen Moral und leben bereits vor dem Jenseits ein vorbildliches
Leben auf Erden. Während die Ungläubigen sowohl sich selbst als auch ihrer
Umgebung Unbehagen bereiten, leben Muslime in einem Umfeld, in dem jeder
Mensch Ruhe und Annehmlichkeit, Gesundheit und Kraft findet.
Kurz und gut, der Gläubige ist nicht für andere sauber und gepflegt,
sondern, weil ein solches Verhalten entsprechend der Moral des Qurans
Allahs Gefallen findet und weil es natürlich für den Gläubigen das bequemste
Verhalten ist. Er erfreut sich daran, seine Umgebung sauber zu halten
und auch für andere Menschen ein angenehmes Umfeld zu schaffen. Bei der
Sauberkeit lässt er nicht die geringste Nachlässigkeit erkennen, und er
tut was er kann, um stets sauber und gepflegt zu sein.
Beim Ankleiden
Der Gläubige bestimmt die Kleidung, die er tagsüber trägt und er ist
sich beim Ankleiden einer wichtigen Tatsache bewusst: Kleidung ist eine
der zahllosen Wohltaten Allahs, und in deren Entstehung stecken einige
Weisheiten. Diese nutzen alle Menschen, aber nur Muslime, die nach der
quranischen Moral leben, erkennen es als Tatsache an, dass diese ihnen
dargebotene Schönheit eine Freundlichkeit Allahs ist und bedanken sich
bei Ihm. Kleidung erinnert einen Gläubigen sofort an folgendes: Ob Kleidung
aus Wolle, Baumwolle oder Seide besteht, immer ist die Grundlage der Kleidung
ein Lebewesen. Die Kleidungsstücke, die im täglichen Leben nahezu jeden
Augenblick Verwendung finden, werden von den Wundern der Schöpfung, nämlich
Pflanzen und Tieren hergestellt. Mit anderen Worten: wenn Allah die Lebewesen
nicht mit den Eigenschaften ausgestattet hätte, die dazu führen, dass
aus ihnen jegliche Art von Bekleidung hergestellt werden kann, dann gäbe
es auch nicht die in Rede stehenden Produkte.

Obwohl die meisten Menschen sich dieser Tatsachen bewusst ist, wissen
sie diese Gaben nicht zu würdigen, denn sie leugnen sie oder leben in
Sorglosigkeit dahin. Weil ihnen seit ihrer Geburt die notwendige Kleidung
stets dargeboten wurde, ist Ankleiden für diese Menschen zur Gewohnheit
geworden. Dies verhindert die Erinnerung daran, dass Kleidung eine Gottesgabe
ist, und vor allem verhindert es Dankbarkeit gegenüber Allah.
Deshalb betrachten wir nun den verborgenen Sinn der Kleidungsstücke,
die unser Herr für uns erschaffen hat und den Nutzen, der uns daraus entsteht.
Kleidungsstücke haben für den Menschen die Funktion, den Körper vor Kälte
und dem schädlichen Einfluss der Sonnenstrahlen zu schützen, aber auch gegen
kleinere Unglücke wie Stöße und Schnitte. Wenn es keine Kleidung gäbe, würde
der von empfindlicher Haut bedeckte menschliche Körper wegen der genannten
Gefahren häufig Schaden nehmen. Dies schmerzt nicht nur, es schadet auch
der Gesundheit und gibt der Haut ein schlechtes Aussehen.
Über dem Sinn, der in der Schöpfung der schützenden Kleidung liegt, teilt
unser Herr im Quran folgendes mit:
O ihr Kinder Adams! Wir gaben euch Kleidung, euere Blöße zu bedecken,
und als Prunkgewänder... (Sure 7:26 - al-A'raf)
Wie bemerkt werden wird, hat Kleidung für den Menschen auch einen ästhetischen
Wert.
Es ist klar, dass die unverzichtbare Kleidung eine äußerst wichtige Wohltat
darstellt, die Allah uns gegeben hat. Der Gläubige, der sich dessen bewusst
ist, wird größte Sorgfalt und Aufmerksamkeit bei der Benutzung seiner
Kleidung walten lassen. Deshalb zeigt er auch durch Taten, dass er für
die Gunst, die Allah ihm erwiesen hat, dankbar ist. Ebenso wie sich der
Muslim bei jeder Aufgabe so ausgewogen verhält, wie es der quranischen
Moral entspricht, so legt er das gleiche Benehmen beim Einkauf von Kleidung
an den Tag. Er kauft das Notwendige und Passende zu einem vernünftigen
Preis. Er verschwendet nicht durch unnötige Ausgaben. Er ist "beim
Spenden weder verschwenderisch noch geizig, sondern hält die richtige
Mitte dazwischen ein" (Sure 25:67 - al-Furqan) und erfüllt die
Gebote dieses Verses.
Ein weiteres Thema, das ein nach der quranischen Moralvorstellung lebender
Mensch beachtet, ist die Sauberhaltung der Kleidung. Denn dies wurde mit
den Quranversen "Und reinige deine Kleider und meide
den Gräuel (des Götzendienstes)." (Sure 74:4, 5 - al-Muddaththir)
befohlen. Der Gläubige führt auch diesen Befehl, ebenso wie alle anderen
Befehle Allahs, mit großer Sorgfalt aus und ist darauf bedacht, entsprechend
seiner Möglichkeiten und soweit es in seinen Händen liegt, sauber zu sein.
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Die Bedeutung, die ein Mensch, der nach der quranischen Moral lebt, seiner
Kleidung zumisst, ist aber nicht allein darauf beschränkt. Ein Gläubiger,
der diese Moral verinnerlicht hat, legt neben sauberer Kleidung auch Wert
auf ästhetische und passende Kleidung. Denn mit dem Ausdruck
"...und als Prunkgewänder... " (Sure 7:26 - al-A'raf) in dem Vers
wird klar, dass Kleidung ein ästhetisches Ziel verfolgt. Die in der Überlieferung
niedergelegten Bekleidungsempfehlungen unseres Propheten geben Beispiele
dafür. Zum Beispiel fasste der Enkel unseres Propheten, Hassan (Friede
sei mit Ihm), dessen Ansichten zum Thema Bekleidung in folgende Worte:
"Unser Prophet Muhammad befahl uns, uns in die besten Kleider zu kleiden,
derer wir habhaft werden und die angenehmsten Gerüche aufzutragen, die
wir finden konnten." (Buhari, et-Tarih ul-Kebir, I, 382, Nr. 1222, übersetzt
aus dem Türkischen)
Über die Kleidung unseres Propheten lautet eine Überlieferung (Hadith)
folgendermaßen:
"Ich habe an ihm die schönsten Kleider gesehen." (Kütüb-i Sitte Muhtasari
Tercüme ve Þerhi, Prof. Dr. Ibrahim Canan, Band 15, Akçag Yayinlari, Ankara,
S.68-69. übersetzt aus dem Türkischen)
Unser Prophet ermahnte einen seinen Schüler, der seinem Äußeren keine
Aufmerksamkeit schenkte und ungepflegt war. Ein Beispiel zu diesem Thema
ist so überliefert worden:
Obwohl ich nur ein einfaches Gewand anhatte, bin ich zu dem Propheten
Muhammad gegangen. Er fragte:
"Besitzt du keine Güter?"
"Doch" antwortete ich.
"Von welcher Art?" fragte er weiter.
Auf meine Antwort: "Allah gab mir von jeder Art Gut" ordnete er an:
"Wenn es also so ist, dass dir der Allmächtige Güter gab, dann muss Allah
auch Zeichen und Tugend dieses Segens auf dir erkennen" (Peygamberimizin
semaili, Prof. Dr. Ali Yardim, Damla Yayinevi, 3. Auflage, Istanbul, 1998,
S. 119, übersetzt aus dem Türkischen)
Allah hat in den Quranversen Bekleidung und Schmuck als einen außerordentlichen
paradiesischen Segen erwähnt.
Siehe, Allah führt jene, die glauben
und Gutes tun, in Gärten, durcheilt von Bächen. Geschmückt werden sie dort
mit goldenen Armspangen und Perlen. Und ihre Kleidung dort wird aus Seide
sein. (Sure 22:23 - al-Hadsch)
Gekleidet werden sie in Seide und Brokat sein, sich einander gegenübersitzend.
(Sure 44:53 - ad-Dukhan)
Sie werden Kleider aus grüner Seide und aus Brokat tragen und mit silbernen
Spangen geschmückt sein... (Sure 76:21 - al-Insan)
Unser Herr erwähnt in diesen Suren Kleider aus Seide und Schmuck aus
Silber, Gold und Perlen. Dieser Schmuck ist im weltlichen Leben ähnlich
dem des Paradieses. Das Schauen dieses Schmuckes bringt bei einem Gläubigen
das Paradies in Erinnerung und ist ein günstiger Umstand, die Sehnsucht
nach dem Paradies wachsen zu lassen; dabei ist es unwichtig, ob der Gläubige
Eigentümer des Schmuckes ist oder nicht. Der Gläubige erkennt in dessen
Schöpfung einen verborgenen Sinn und weiß, dass alle Wohltaten, die ihm
in diesem weltlichen Leben begegnen, vorübergehend sind. Die eigentlichen,
ewig vorhanden Wohltaten befinden sich im Jenseits.
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Diejenigen aber, welche glauben und das Gute tun - Wir
lassen den Lohn derer, deren Werke gut sind, sicherlich nicht verloren
gehen. Ihnen sind die Gärten Edens bestimmt, durcheilt von Bächen. Geschmückt
sein werden sie darin mit goldenen Armspangen und gekleidet in grüne Gewänder
aus Seide und Brokat; und dort werden sie auf Polsterkissen ruhen. Ein
herrlicher Lohn und eine schöne Ruhestätte! (Sure 18:30, 31 - al-Kahf)
Ein Mensch, der im Sinne der quranischen Moral lebt weiß, dass Bekleidung
und Aussehen für zwischenmenschliche Beziehungen äußerst wichtig sind.
Deshalb legt der Gläubige, wenn er andere Menschen zur Moral des Quran
einlädt, großen Wert auf seine Bekleidung. Er bemüht sich nach Möglichkeit
schöne, saubere, passende und nicht übertriebene Kleidung zu tragen. Dies
zeigt seine Sorgfalt bei der Erfüllung der von Allah auferlegten Pflichten
sowie Achtung gegenüber anderen Menschen.
Wer nach der quranischen Moral lebt, besitzt das feine Gespür, beim Überbringen
der Errettungsbotschaft darauf zu achten, wie sein Gegenüber diese wahrnimmt,
um - wie auch auf allen anderen Gebieten - eine möglichst große Wirkung
auszuüben, wozu ihm auch seine Bekleidung dient. Als Ergebnis kann man
festhalten, dass ein Gläubiger sich unseren Propheten zum Vorbild nimmt,
und sowohl zu Hause, als auch unter Menschen stets sauber, gepflegt und
als angenehme Erscheinung auftritt. Dies genießt er sehr, und er tut es
in der Hoffnung, die Zufriedenheit Allahs zu erlangen.
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