Das volk Saba und die Arimflut

Das Volk von Saba ist eine der vier großen Zivilisationen, die in Südarabien gelebt haben. Historische Quellen, die über das Volk Saba erzählen, bringen zum Ausdruck, dass dieser Staat erhebliche kommerzielle Tätigkeiten ausübte wie einst die Phönizier. In den Inschriften der Herrscher von Saba kommen Wörter wie "Reparatur", "Stiftung", "Bau" sehr häufig vor. Die Talsperre Ma'rib, die zu den bedeutendsten Bauwerken dieses Volkes zählt, ist eines der wichtigsten Symbole des technologischen Niveaus, das es erreicht hatte.

Überreste des Ma'rib Tempels

 

Der Staat Saba besaß eine der stärksten Armeen der Region, die dem Staat eine imperialistische Politik ermöglichte. Saba war mit seiner hoch entwickelten Kultur und Armee eine Supermacht. Die mächtige Armee wird auch im Quran erwähnt. Wie hoch das Selbstbewusstsein dieser Armee war, zeigt uns eine Aussage der Armeekommandeure, die im Quran überliefert ist. Sie sagen der Königin von Saba:

... "Wir verfügen über viel (militärische) Stärke und Kampfkraft. Die Entscheidung liegt jedoch bei dir. So überlege, was du gebieten willst." (Sure 27:33 - an-Naml)

Das Volk von Saba hatte mit der Talsperre Ma'rib, die es mit einer für diese Zeit äußerst fortschrittlichen Technologie erbaut hatte, die Möglichkeit zur künstlichen Bewässerung erhalten. Das fruchtbare Land, das es durch diese Methode gewann und die Kontrolle, die es über die Handelswege hatte, ermöglichten ein prachtvolles und bequemes Leben. Sie hatten sich jedoch von Allah, dem sie für all diese Gaben zu danken hatten, abgewendet, wie uns der Quran berichtet. Daraufhin brach der Damm der Talsperre, und die darauffolgende Überschwemmung hat alle Felder vernichtet.

Die Hauptstadt von Saba war Ma'rib, die durch ihre vorteilhafte geographische Lage großen Reichtum angehäuft hatte. Sie lag in der Nähe des Flusses Adhanah. Der Ort, an dem dieser Fluss in den Jabal Balaq einmündete, war für den Bau einer Talsperre sehr gut geeignet. Das Volk von Saba, das von dieser geeigneten Lage Gebrauch machte, hatte schon zur Zeit der Gründungsphase ihrer Zivilisation hier eine Talsperre gebaut und angefangen, das Land zu bewässern. Dank dieser Talsperre erreichten sie ein hohes Wohlstandsniveau. Die Hauptstadt Ma'rib war eine der modernsten Städte ihrer Zeit. Der griechische Geschichtsschreiber Plinius, der als Reisender dieses Gebiet besuchte, lobt dieses Land sehr und betont ausdrücklich das Grün der Landschaft.

Die Höhe der Talsperre betrug 16 Meter, die Breite 60 Meter und die Länge 620 Meter. Das Areal, das durch die Talsperre bewässert werden konnte, war 9600 Hektar groß, wovon 5300 Hektar in der Südebene lagen, der Rest in der Nordebene. In den Inschriften von Saba werden diese beiden Ebenen auch als "Ma'rib" oder "die beiden Ebenen" erwähnt. Wahrscheinlich möchte der Quran mit der Aussage "von rechts und links zwei Gärten" auf die prächtigen Weinberge und Gärten dieser beiden Ebenen hinweisen. Dank der Talsperre und der Bewässerungsanlagen galt das Gebiet als das best bewässerte und fruchtbarste Gebiet im Jemen. Der Franzose J. Holevy und der Österreicher Glaser haben durch Dokumentenfunde bewiesen, dass die Ma'rib-Sperre seit uralter Zeit existiert. In den Dokumenten, die im Himer-Dialekt geschrieben worden sind, steht, dass das Land dank dieser Talsperre fruchtbar wurde.

Die Talsperre musste im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. umfangreichen Reparaturen unterzogen werden, sie konnten jedoch den Dammbruch der Talsperre im Jahre 542 n.Chr. nicht verhindern. Er führte zur "Arimischen Überschwemmung", von der uns auch der Quran berichtet, und richtete weit gehende Verwüstungen an. Die Weinberge, Gärten und die Felder, die das Volk von Saba seit Jahrhunderten bewirtschaftet hatte, wurden gänzlich vernichtet. Nach dem Einsturz der Talsperre geriet das Volk von Saba in einen plötzlichen Verfallsprozess. Am Ende dieses Prozesses, der mit dem Einsturz der Talsperre beginnt, ging auch der Staat von Saba zugrunde.

Die oben erwähnten historischen Tatsachen und die Quranverse stimmen überein. Archäologische Funde und die Geschichte bekräftigen, was wir im Quran lesen. Das Volk von Saba, die Warnungen des Propheten missachtend und undankbar für die Gaben Gottes, wird von einer furchtbaren Überschwemmung heimgesucht. Der Quran beschreibt dies wie folgt:

Wahrlich den Sabäern hätte (schon) ihr Wohngebiet ein Zeichen sein sollen: Zwei Gärten, zur Rechten und zur Linken.

"Esst von der Gabe eures Herrn und dankt Ihm! Ein gutes Land und ein nachsichtiger Herr!" Sie aber wandten sich ab. Da sandten Wir über sie die Flut des Dammbruchs und verwandelten ihre beiden Gärten in zwei Gärten mit bitteren Früchten und Tamarisken und ein paar Lotosbäumen. Dies war unser Lohn für ihren Unglauben. Und so bestrafen Wir nur die Undankbaren. (Sure 34:15-17 - Saba)

   

Die Talsperre Ma'rib, deren Trümmer oben und auf der folgenden Seite zu sehen sind, war eines der wichtigsten Bauwerke des Volkes von Saba. Mit der Arimischen Überschwemmung, von der im Quran erzählt wird, ist die Talsperre eingestürzt und die Felder sind überschwemmt worden. Dadurch wurde Saba innerhalb kürzester Zeit wirtschaftlich dermaßen geschwächt, dass es unterging.

 

Im Quran wird die Strafe, die das Volk von Saba traf, als "Seyl-ül Arim", d.h. "Arimische Überschwemmung" bezeichnet. Dieser Ausdruck zeigt zugleich, in welcher Art und Weise diese Überschwemmung zustande gekommen ist. Denn das Wort "Arim" bedeutet Talsperre oder Sperre. Der Ausdruck "Seyl-ül Arim" erzählt von einer Überschwemmung, die durch den Einsturz des Damms verursacht wurde. Basierend auf den Quranischen Aussagen hinsichtlich dieses Ereignisses, war es Islamkommentatoren möglich, genauere Orts- und Zeitfestlegungen zu machen. Maududi z. B. schreibt:

Das Wort "arim", das im Text als Begriff (Seyl-ül-Arim) vorkommt, hat sich von dem Wort "arimen" abgeleitet und bedeutet in der südarabischen Sprache "die Talsperre, Sperre". In den Ruinen, die in den Ausgrabungen im Jemen an den Tag gebracht worden sind, wurde dieses Wort oft in dieser Bedeutung gebraucht. In einer Inschrift, die Jemen's äthiopischer Herrscher Ebrehe (Abraha) nach der Reparatur der großen Sperre Ma'rib 542 und 543 n. Chr. schreiben ließ, wurde dieses Wort wieder in der Bedeutung "Talsperre", "Sperre" gebraucht. Seyl-ül Arim bedeutet in diesem Fall "Überschwemmung, die durch den Einsturz einer Sperre zustande gekommen ist."

"Sie aber wandten sich ab. Da sandten Wir über sie die Flut des Dammbruchs und verwandelten ihre beiden Gärten in zwei Gärten mit bitteren Früchten und Tamarisken und ein paar Lotosbäumen." (Sure 34:16 - Saba).

Das heißt, infolge der Überschwemmung, die nach dem Einsturz der Sperre (Talsperre) zustande gekommen ist, wurde das ganze Land zerstört. Aus dem Land, das früher wie ein Garten aussah, ist eine Ruine geworden, auf der nun wilde Kräuter wuchsen und außer kirschähnlichen Früchten der kleinen Bäume nichts Essbares mehr zu finden war.115

Schon vor euch hat sich vieles ereignet. So durchwandert die Erde und seht, wie das Ende derer war, welche (die Wahrheit) der Lüge ziehen. 
(Sure 3:137 - Al-'Imran)

An den Säulen gibt es Inschriften in der Sprache des Volks von Saba. Auch der christliche Archäologe Werner Keller, Autor von Und die Bibel hat doch Recht, ist der Meinung, dass die Arimische Überschwemmung der Quranerzählung entspreche:

Dass so eine Talsperre vorhanden war und sie mit ihrem Einsturz die ganze Stadt zerstörte, beweist, dass die Beschreibung im Quran, die über die Besitzer der Gärten gegeben wird, richtig ist und dass sich diese Geschehnisse tatsächlich ereignet haben.116

Nach der Katastrophe, die mit der Arimischen Überschwemmung kam, verwandelte sich das Gebiet langsam in eine Wüste und mit der Vernichtung der Landwirtschaft ging auch die wichtigste Einnahmequelle des Volkes verloren. Das Volk, das den göttlichen Aufruf zum Glauben und zur Dankbarkeit nicht befolgte, wurde mit dieser Katastrophe bestraft.

115) Mevdudi, Tefhimül Kuran, Band 4, Insan Verlag, Istanbul, S. 517 
116) Werner Keller, Und die Bibel hat doch recht (The Bible as History; a Conformation of the Book of Books), William Morrow, New York, 1956, S. 230

2010-07-21 01:41:46

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