Das unersättliche Verlangen nach Krieg

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Der Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte ein eigenartiges, beängstigendes und verwirrendes Stocken der Vernunft. Nachdem ein kleiner Funke einen Weltkrieg entfachte, dachte niemand an eine Wahrscheinlichkeit der Versöhnung. Das Osmanische Reich wurde aufgelöst, die Welt wurde geteilt und die Länder suchten nach Möglichkeiten, sich gegenseitig auszubeuten.

Der erste Weltkrieg verursachte zweifellos großen Schaden sowohl für die Staaten sowie ihren jeweiligen Einwohnern. Allerdings konnte das eigenartige Verlangen nach Krieg nicht eingedämmt werden. So hat sich die Situation in der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht sonderlich verändert. Wieder löste ein einziger Funke Konflikte zwischen Staaten, die sich die Welt nicht teilen konnten, Massaker und die Vernichtung durch Bombenangriffe aus. Faschistische und kommunistischen Führer brachten nicht nur der Welt sondern auch ihrem eigenen Volk Unheil. Beide Weltkriege hinterließen Millionen Tote. In den folgenden Jahren führte sie die Massen zu einer Katastrophe und hinterließen ein Vermächtnis von korrupten Ideologien, die viele weitere Kriege anzetteln würden.

Die Weltkriege wurden zu einer großen Quelle des Bedauerns für die ganze Welt. Führungskräfte, die Zeugen dieser Kriege wurden, trafen ihre Entscheidungen unter dem Einfluss dieses Bedauerns: Eine solche Zerstörung sollte nie wieder erlebt werden! Sie versuchten alles zu kontrollieren, das zu einem Krieg führen könnte. Sie gründeten die Liga der Nationen, die sich später zu den Vereinten Nationen erweitern würden. Von nun an würden Konfliktparteien in der Lage sein, sich an einen Tisch zu  setzen um Frieden zu schaffen. Durch kleine Funken entfachte große Kriege zu verhindern, würden sie den Weg der Diplomatie versuchen. Um Kohle und Stahl, die die Rohstoffe für die Bewaffnung zu sein schienen, unter Kontrolle zu halten, wurde die Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet. Diese Institution wurde später zur EU.

Die NATO, die nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde und mit dem Ausbruch des Korea-Krieges immer stärker wurde, war eine internationales Militärbündnis. Allerdings  war ihr Ziel, die militärische Allianz nicht für den Krieg sondern für den Frieden zu nutzen.

Dieses Bedauern aber hielt nur für einen sehr kurzen Zeitraum. Es dauerte nicht lange bis die Notwendigkeit des Friedens in den Köpfen der Menschen schwandt. Imperialistische Ideen, Kolonisationswettbewerbe, Versessenheit, Egoismus, die Rüstungsindustrie, Lobbys und die Finanzsysteme, die immer von Kriegen profitierten, lösten neue Kriege aus.  Signifikant jedoch war das ungebremste Verlangen Krieg zu führen. Den Frieden zu wahren wurde immer schwieriger, da das Verlangen Krieg zu führen, der einfache Weg zu sein schien und für einige Kreise rentabel war.

Aus diesem Grund begannen in den 1980er Jahren Kriege wieder aufzuflammen. Dieses Mal war die Bühne nicht in Europa sondern im Nahen Osten. Niemand verstand die Ursache oder den Gewinner des Iran-Irak- Krieges, der 8 Jahre dauerte. Die Invasion Kuwaits durch den Irak war lediglich eine Manifestation des Verlangens Krieg zu führen. Saddam Hussein wusste sicher, dass ein solcher Versuch keine günstigen Ergebnisse erzielen würde.

Viele dachten, dass die 2000er Jahre anders verlaufen würden. Allerdings hegte das 21. Jahrhundert größere Verlangen nicht nur nach Kriege, sondern auch nach Interessen und Egozentrik. Die materialistische Mentalität gepaart mit dem Streben nach eigenen Interessen, begann nicht nur in der Politik zu erscheinen sondern auch in der Gesellschaft. Gesellschaften entfernten sich von ihren religiösen, geistigen und moralischen Werten. Sie verloren ihre Traditionen und ihre humanitären Werte.

Um zu verstehen, warum Kriege in einer solch verrückten Art und Weise und mit so solch einem Verlangen, vor allem in den letzten 5-6 Jahren bevorzugt wurden, müssen wir zunächst die radikalen Veränderungen in der Gesellschaft gründlich analysieren. Die Elemente, die die Menschen zur Selbstsucht führen, spiegeln sich nicht nur im gesellschaftlichen Leben sondern auch in der Politik, im Familienleben, Beziehungen zwischen den Ländern; kurz in allem, das wir besitzen, wieder. Die materialistischen Ansätze, die die Gesellschaften in eine tiefe Leere stürzten, sind ebenfalls der Grund für den Krieg. Niemand machte Zugeständnisse in Bezug auf die eigenen Interessen; sie beachteten diejenigen, die Hilfe benötigen nicht. Eine Indifferenz hat sich sehr weit verbreitet; Lediglich das Führen eines bequemen Lebens stellt die Menschen zufrieden. Nur sehr wenige Menschen sorgen sich um die Zerstörung von Häusern oder Nachbarschaften, um Menschen, die unter diesen Trümmern ihr Leben verlieren, um hunderte von Menschen, die in den Meeren ertrinken und die endlosen Auseinandersetzungen.

Wir müssen im Auge behalten, dass es diese Haltung ist, die die Weltkriege zu Beginn der 1900er Jahre einleitete. Obwohl die Menschen nach den Weltkriegen bemerkten, dass sie einen schrecklichen Alptraum durchlebten, beschuldigten sie nie die materialistische Ideologie, die der Grund der Kriege war. Obwohl der Kalte Krieg vorbei war und die Länder untereinander Allianzen gründeten, war der Grund, dass niemand in diese Szene eingriff, die nach 2011 immer schrecklicher wurde, die egoistische Mentalität von der wir sprechen.

Derzeit ist die UN nicht in der Lage gemeinsame Entscheidung zu treffen; Die NATO kann in diese Katastrophen nicht eingreifen und die EU zerfällt. Die muslimische Welt erlebt diesen Zerfall seit langer Zeit. Sicherlich existieren Waffenhändler, die von Kriegen profitieren und die Welt besitzt ein hohes Maß an Führern, die im Interesse dieser Waffenhändler handeln. Doch der Hauptgrund der Kriege sind nicht die Waffenhändler sondern die materialistische Mentalität, die suggeriert, dass der Egoismus der einzige Weg zum Überleben sei. Je weiter sich diese Mentalität entwickelt, desto mehr wird sich das Verlangen Krieg zu führen verstärken.

Der Monat Ramadan ist der Monat der Einheit und der Solidarität. Es ist eine gesegnete Zeit, an dem Streitigkeiten ein Ende und Menschen wieder zueinander finden. Während die Welt in diesem Zustand ist, müssen Muslime, vor allem während des Ramadan, den Weg zur Einheit ebnen. Während der Wunsch, in der Welt Krieg zu führen, stärker geworden ist und Menschen einfacher finden zu hassen als zu lieben, müssen wir handeln anstelle auf Lösungen seitens anderer zu warten. Der erst Schritt in die richtige Richtung ist einen Schritt in Richtung Einheit zu setzen.

Es ist möglich, dass sich die Welt in einem Zustand der Uneinigkeit und des Egoismus befindet. Aber als muslimische Gemeinschaft, liegt es in unserer Hand genau das Gegenteil zu erreichen. Wir hoffen, dass der Ramadan des Jahres 2016 der Anfang dieser Einheit sein wird, und wir dieses schreckliche Verlangen nach Krieg aus der Welt schaffen können.

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Adnan Oktars in den Arab News & News Rescue veröffentlichter Artikel:

http://www.arabnews.com/node/937761/columns

http://newsrescue.com/insatiable-desire-for-war/

2016-07-02 15:04:24

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