| OSTTURKESTAN: EIN SCHEIDEWEG
DER ZIVILISATIONEN
Die 2200 jährige Geschichte Turkestans war Gastgeber für die
wichtigsten Zivilisationen der Welt. Das Gebiet ist ein ausgedehntes
Territorium, vom Kaspischen Meer und dem südlichen Teil des Ural-Gebirges
im Westen, Sibirien im Norden, Iran, Afghanistan und Tibet im Süden,
und China und die Mongolei im Osten.
Heutzutage wird der Teil von Turkestan, welcher Kasachstan, Kirgisistan,
Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan umschließt, Westturkestan,
und das Gebiet, das für die letzten 2 Jahrhunderte unter der chinesischen
Besetzung war, Ostturkestan genannt. Die geografische und strategische
Bedeutung von Turkestan ist offensichtlich, betrachtet man das große
Interesse in dieses Gebiet, das Russland und China, die 2 regionalen
Supermächte, aufzeigen. Russland und China haben beide eine wichtige
Rolle in der Geschichte von Turkestan gespielt, weshalb es heutzutage
in 2 Hälften aufgeteilt ist.
Hinter der Weigerung dieser beiden Länder, dass sie diese Region
aufgeben, steht ihre strategische Position und ihre reichen Bodenschätze.
Für Russland sind die türkischen Staaten im Westen und für
China ist Ostturkestan eine wichtige Reserve für Rohstoffe.
Im Ausgang der Revolution der Bolschewiken hat Russland einen mächtigen
Kontroll-Mechanismus in West-Turkestan aufgestellt, wo viele Staaten
existieren, die aus verschiedenen türkischen Stämmen bestanden.
Dem Gebiet wurde der Name „Sowjetisches Zentralasien“ gegeben,
anstelle des Namens Turkestan, unter dem das Land für hunderte Jahre
bekannt war.
Die Absicht dahinter war, den Türken ihr gemeinsames Nationalbewusstsein
zu nehmen. Das wichtigste Element der Politik Russlands war es, den Islam
in der Region vollständig zu eliminieren. Während dieser Periode
wurde im Versuch, die nationalen Kulturen der Türken zu vernichten,
eine Anzahl von Sanktionen angewandt; Moscheen und Orte, die religiöse
Unterweisung anboten, wurden geschlossen, und Religion wurde vollständig
vom sozialen Leben abgetrennt. Krimtürken wurden in Nacht- und Nebelaktionen
zusammengetrieben und nach Sibirien ins Exil geschickt, und es wurden
Russen geholt, die die Häuser und Länder besetzten. Ausserdem
wurden künstliche ethnische Konflikte zwischen den Nationen von
Zentralasien entzündet. Eine weitere Maßnahme des sowjetischen
Regimes, Türken zu assimilieren, zielte auf die Entwicklung einer
zweiten Sprache an der Seite der Muttersprache der Muslime im Kaukasus
und Zentralasien ab. Das ist der Grund, weshalb heutzutage als Mittel
der Kommunikation zwischen den in Frage kommenden Gemeinden Russisch
vor dem Türkischen bevorzugt wird.
Ostturkestan hat eine ähnliche Unterdrückung erlitten wie
Westturkestan, allerdings in einer noch gewalttätigeren Form. Mitte
des 18. Jahrhunderts drangen die Chinesen in Ostturkestan ein. Die politischen Änderungen,
die in der Region (und der Welt im Ganzen) stattfanden, verhinderten,
dass der Wunsch der Menschen in Ostturkestan nach Unabhängigkeit
in die Wirklichkeit umgesetzt wurde. China – ein Land mit einer
Gesamtgröße von etwa 10 Millionen Quadratkilometern – versuchte
die Menschen aus Ostturkestan (auch eine gigantische Nation von 2 Millionen
Quadratkilometern) mit ihre politischen Richtlinien, mit Unterdrückung
und Isolation auszulöschen.
Gleich wie die Russen in Westturkestan, haben die Chinesen auch den
Namen der Region geändert. Der neue Name, den sie gebrauchten, war
die „Autonome Uighur-Region von Sinkiang.“ Sie begannen sodann
dieselben Arten von politischen Regeln anzuwenden, die auch anderen imperialistischen
Nationen verwendeten. Ein rücksichtsloser Krieg gegen die Überzeugungen,
Gewohnheiten und religiösen Praktiken der lokalen Bevölkerung
wurde eingeleitet. Ethnische Diskriminierung reifte heran, Forderungen
nach Unabhängigkeit wurden grausam unterdrückt, verteidigungslose
Menschen wurden aus ihrem Land ins Exil geschickt, und chinesische Siedler
wurden gebracht, um sie zu ersetzen. Die Brutalität, die als „Chinesische
Folter“ und Grausamkeit bekannt war, wurde sehr bald zur Wirklichkeit.
Bevor auf die Details der Unterdrückung eingegangen wird (welche
die meisten Mensch nicht zur Kenntnis nahmen), werden wir die historische,
geo-strategische und geo-politische Position von Ostturkestan untersuchen.
OSTTURKESTAN: DIE WIEGE DER TÜRKISCH-ISLAMISCHEN
ZIVILISATION
Die Geschichte der Länder von Turkestan reicht in das dritte Jahrhundert
v.Chr. zurück (die Goktürk- und Hun-Periode). Das Gebiet war
schon sehr früh in der Geschichte türkisches Heimatland, ein
Islamisches Territorium für 1000 Jahre. Obwohl niemals ein Staat
oder Khanat namens Turkestan errichtet wurde, wurde das fragliche Gebiet,
das einen großen Teil von Zentralasien ausmacht, schon immer bei
diesem Namen genannt, weil es seit uralten Zeiten türkisches Niederlassungsgebiet
war. Forscher beschreiben insbesondere Ostturkestan als eines der ersten
Zentren der Zivilisation und wegen seiner geo-strategischen Position
als ein Gebiet, in dem sich westliche und östliche Kulturen vermengten.
Diese Länder, die durch die gesamte Geschichte hindurch das Heim
für große Imperien waren, wurden zu einem unverzichtbaren
Teil der Islamischen Welt, nachdem die Türken während der Herrschaft
des Kalifen Abd al-malik Marwan (geb. 646/647 – gest. 705) zum
Islam konvertierten. Die Jahre zwischen 751-1216 insbesondere, nachdem
Satuk Bughra Khan ( --- / gest. 955-6) den Islam akzeptiert hatte, sind
als goldenes Zeitalter Ostturkestans bekannt. Durch diese Periode hindurch
kamen Studenten aus aller Welt, um an den renommierten Religionsschulen
und Erziehungs-Institutionen von Turkestan zu studieren. Staatsmänner
und Wissenschaftler, die helfen sollten, die Welt zu formen, wurden auch
dort trainiert. Die Türken, die aus der Region in alle Ecken der
Welt migrierten, trugen den Islam in viele unterschiedliche Länder.
|
Prominente Islamische Gelehrte wie Ibn Sina
(oben), Mahmud al-Kashgari (seitlich) und Farabi (großes Bild)
waren einige wenige der wichtigen Personen, die aus Turkestan stammen |
Die Qarakhan, Ghazna, Khwarezm-Shah, Seldschuk und Saidi Stämme,
die in Turkestan geboren sind, errichteten Staaten unter dem Banner des
Islam und boten außergewöhnliche Beispiele der türkisch-Islamischen
Kultur, wodurch sie der Menschheit einen großen Dienst erwiesen.
Prominente Staatsmänner wie Satuk Bughra Khan (---/gest. 955-956),
Seldschuk Bey (---/gest. 1007), Mahmud Ghaznavi (geb. 998- gest. 1030),
Malik Shah (geb. 1055 – gest. 1092), Timur (geb. 1336 – gest.
1405), und Babur Shah (geb. 1483 – gest. 1530) waren unter den
großen Gestalten, die aus diesen Ländern hervorgingen. Imam
Bukhari, Imam Tirmidhi, Ibn Sina (Avicenna), Abu Nasr al-Farabi (Avennasar),
Narshaki, Zamakhshari und Marginani, die die Bibliotheken des Islam mit
ihren Werken bereicherten, waren unter den großen Denkern, die
den Weg für andere Wissenschaftler bereiteten. Des Weiteren lebten
auch Makhmud al-Kashgari, der Autor des Diwan Lughat at-Turk, Yusuf Khass
Khadjib, Autor des Kutadgu Bilig, und Ahmad Yuknaki, der Schreiber des
großen Atabet´ul Haqayiq, in Turkestan, der Wiege der türkisch-Islamischen
Zivilisation. Gelehrte wie diese, von denen wir nur einige angeführt
haben, sind ausreichend, um die Bedeutung von Ostturkestan für die
türkische und Islamische Welt zu beweisen.
|
Werke wie Kutadgu Bilig und Atabet'ul
Haqayiq werden für die Weltgeschichte ebenso wichtige gehalten,
wie sie es für die Türkisch-Islamische Welt sind. |
OSTTURKESTAN IST KEIN TEIL VON CHINA
Eine der Forderungen Chinas, um seine Verletzungen der Menschenrechte
und die Unterdrückung in Ostturkestan zu verschleiern, ist, dass
das Gebiet „Teil des chinesischen Territoriums darstellt“,
aus welchem Grund Ereignisse in Ostturkestan „als inländische
chinesische Angelegenheit angesehen werden müssen.“ Historische
Quellen allerdings widerlegen diese Forderung. Zunächst und am wichtigsten
ist da die Große Mauer von China, von den Chinesen errichtet, um
Angriffe auf sie durch andere Nationen zu verhindern. Das war das erste
Mal, dass China eine offizielle Grenze zwischen sich und den Völkern
zog, die im Umkreis lebten. Ostturkestan liegt außerhalb der Grenze.5

Die Seidenstraße, die durch Ostturkestan
führt, spielte im Laufe der Geschichte eine wichtige Rolle
in der chinesischen Wirtschaft. Hinter dem heutigen Wunsch
Chinas, seine Herrschaft über Ostturkestan zu behalten
liegt die strategische Wichtigkeit dieses Gebiets. |
|
Viele Quellen beschreiben das Jade-Tor (so benannt wegen der vielen
Jade-Steine, die dort gefunden wurden) als an Chinas westlichster Grenze
liegend. Eine dieser Quellen, die das Tor als Eingang nach Ostturkestan
beschreiben, ist in der Tat ein chinesisches Buch, der New China Atlas,
in Shanghai um 1939 publiziert.6
Die Region zwischen der Großen Mauer von China und dem Kaspischen
Meer, Sibirien und Iran, und die Grenzen von Afghanistan, Pakistan, Kaschmir
und Tibet war nicht nur in den frühesten Islamischen Aufzeichnungen
als Turkestan bekannt, sondern auch in alten iranischen und indischen
Büchern erwähnt. Dies wird auch von vielen großen westlichen
Historikern akzeptiert. Nikita Bichurin, einer der frühesten bekannten
Turkologen, hat diese historische Wahrheit mit folgenden Worten unterstrichen: „Eine
Nation lebt zwischen dem Kaspischen Meer und den Koh-i Nur Bergen. Sie
sprechen türkisch und glauben an den Islam. Sie stellen sich selbst
als Türken vor und beschreiben ihr Land als Turkestan.“7 Nur
weil diesen Ländern nach der Besetzung durch China der Name „Xiniang“ oder „Sinkiang“ (was „Neue
Grenzen“ bedeutet) gegeben wurde, ändert dies nichts an der
historischen Wirklichkeit.
Über ungefähr 2000 Jahre, zwischen 206 v.Chr. und 1759 A.D.,
war Ostturkestan imstande seine Unabhängigkeit für mehr als
1800 Jahre aufrechtzuerhalten. Während der Periode, in der es an
die türkischen Hun und Gokturk Khanate angebunden war, lag die lokale
Verwaltung vollständig in den Händen des Volkes von Ostturkestan.
Zwischen 751 und 1216 war es total unabhängig. Während dieser
Perioden besetzte China immer wieder Ostturkestan, um die Kontrolle über
die Seidenstraße zu gewinnen. Dennoch waren diese Besetzungen stets
von kurzer Dauer, und China war niemals imstande, eine Hegemonie über
Ostturkestan im wahren Sinne des Wortes zu erreichen. In der 2200-jährigen
Geschichte von Ostturkestan (wenn wir die Besetzung berücksichtigen,
die 1934 begann und bis heute anhält) wurden etwas mehr als 570
Jahre unter chinesischer Besetzung verbracht.8
Es gibt auch geografische Tatsachen, die die Forderung widerlegen, dass
Ostturkestan Teil von China ist. Die Zusammensetzung der Bevölkerung
von Ostturkestan (ihre Sprache, Religion, ethnische Ursprünge, und
ihr nationales und spirituelles Erbe) macht ein Bild der vollständigen
Unabhängigkeit von China deutlich. Panku, der große Historiker
der Han Dynastie (206 V.C.v.Chr. – 220 A.D.) drückt diese
Tatsache aus:
Was die Kleidung, Kostüme, Essen und Sprache angeht, sind die Barbaren
[Uighuren] völlig unterschiedlich zum mittleren Königreich … Berge,
Täler und die große Wüste trennen sie von uns.9
Dieser Unterschied wurde im Verlauf der Geschichte bewahrt. Auch gab
es keine Assimilation, selbst während der Perioden unter chinesischer
Besetzung. Heute sind 54% der auf 17 Millionen geschätzten Bevölkerung
Ostturkestans Muslime, eingerechnet 47% der Uighuren und 7% der Kasachen.
(Diese Zahlen sind aus einer chinesischen Statistik aus 1997, werden
aber wegen Chinas voreingenommener Haltung in Bezug auf diese Angelegenheit
von internationalen Organisationen als nicht verlässlich angesehen).
Die Uighuren, die einen großen Anteil an der Muslimischen Bevölkerungen
haben, weisen keine ethnische, religiöse oder linguistische Ähnlichkeit
zu den Chinesen auf. Das Alphabet der Uighuren besteht aus arabischen
Buchstaben, sie sind alle Muslimisch, und sie leben seit mehr als 1000
Jahren mit den türkischen Bräuchen und Überzeugungen.
Wie man aus der Tabelle sieht, war
Ostturkestan während seiner
2.200 jährigen Geschichte nur insgesamt
570 Jahre unter chinesischer Besatzung.(Isa Yusuf Alptekin, Unutulan Vatan Dogu Turkistan (East
Turkestan, the Forgotten Country), Seha Nesriyat, Istanbul, 1999,
pp. 90-91) |
All diese historischen, geografischen und soziologischen Tatsachen verdeutlichen,
dass Ostturkestan nicht Teil von China ist, sondern eher eine separate
Region, die China zu assimilieren versuchte. Selbst unter den härtesten
und schwierigsten Bedingungen hat das Volk von Ostturkestan niemals die
chinesische Herrschaft akzeptiert und oftmals danach gestrebt, die Unabhängigkeit
wiederzugewinnen. Gelegentlich wurde sogar auf bewaffneten Kampf zurückgegriffen.
Als zum Beispiel Ostturkestan von 1759 bis 1862 unter die Manchu Herrschaft
fiel, stand das Muslim-Volk mehr als 40 Male auf und rebellierte gegen
die Chinesen.
Warum ist China angesichts all der Tatsachen so entschlossen, seine
Position in Ostturkestan zu behalten? Dies soll diskutiert werden, bevor
auf die langen Jahren der chinesischen Unterdrückung übergegangen
wird.
WARUM WEIGERT SICH CHINA OSTTURKESTAN AUFZUGEBEN?
Alle Ostturkestanischen unterirdischen
Bodenschätze werden
von China ausgebeutet. Die Muslime sind nicht in der Lage, von
ihrem Anteil der Einkünfte zu profitieren. |
Einfache Kenntnisse der Geografie erleichtern es die chinesische Haltung
in Bezug auf Ostturkestan zu verstehen. Zwei wichtige Hindernisse zur
Kommunikation existieren zwischen China und dem Westen: das erste ist
die 5000-Kilometer große Taklamakan Wüste, und das zweite
ist die Große Mauer von China, die sich über die gesamte Länge
der chinesischen Grenze erstreckt.

Die
Bodenschätze Ostturkestans wie Uran, Erdgas, Rohöl
und Gold werden nach China gebracht und die Verwendung dieser
Rohstoffe ist unter der Kontrolle der Zentralregierung. |
Ostturkestan in das einzige chinesische Gebiet jenseits der Wüste
und der Großen Mauer, sodass es für China zum Fenster zum
Westen wird. Der politische Effekt dieser Gegend (und die geografischen
und strategischen Vorteile) macht Ostturkestan für China unverzichtbar.
Das ist ein Grund warum China versucht, seine Besetzung bei der lokalen
Bevölkerung mittels Kraft und Gewalt durchzusetzen, anstelle sich
aus Ostturkestan zurückzuziehen. Auf der anderen Seite nimmt es
die Freiheiten der Menschen. Der Erhalt von Nachrichten und der Kommunikation
ist starkt eingeschränkt und auf diese Weise wird Ostturkestan so
weit wie möglich von der Aufmerksamkeit der Welt ferngehalten.
Diese Länder, welche den westlichsten Teil des chinesischen Territoriums
bilden, wurden von den Chinesen als Pufferzone gegen die sowjetische
Bedrohung während des Kalten Krieges benutzt. Diese Länder
sind also von großem Interesse für China und seine eigene
Sicherheit und die der anderen Länder in dieser Region. Selbst wo
Russland nicht weiter eine Bedrohung für China darstellt, behält
China seine Boden- und Lufttruppen in der Region bei, und es hält
auch einen großen Teil seines nuklearen Arsenals dort. Ein anderer
Grund für die andauernde Präsenz von Chinas Truppen in Ostturkestan
ist es, die nötige Kontrolle über die lokale Muslimische Bevölkerung
beizubehalten.
Trotz allem sind geo-strategische Anliegen nicht der einzige Grund für
Chinas Interesse, Ostturkestan zu kontrollieren. Wie bemerkt, besitzt
die Region auch erhebliche natürliche Ressourcen, und das Land ist
sehr fruchtbar. Ostturkestan, als Kuwait des 21-ten Jahrhunderts bekannt,
ist von besonderem Interesse für sein Öl, Naturgas, Kohle,
Gold- und Silberminen, und ist eine von Chinas wichtigsten Quellen für
diese Bodenschätze. Sachverständige für dieses Thema sagen,
dass Ostturkestan um 2005 Chinas zweit-wichtiges Zentrum für Öl-
und Naturgas-Produktion sein wird. Vom Tarimbecken in der Mitte von Ostturkestan
insbesondere wird angenommen, dass es erhebliche Öl-Reserven hat.
Dieses Becken ist deshalb bekannt als „Meer der Hoffnung“ und
wird so eingeschätzt, weil es potenzielle Öl-Reserven von mehr
als 10.7 Milliarden Tonnen habt.10 Von Geologen
angestellte Nachforschungen haben eine Kapazität von 300 Millionen Tonnen Öl und 220-Billionen
Kubikmeter Naturgas festgestellt.11
|
Die Bodenschätze Ostturkestans wie Uran,
Erdgas, Rohöl und Gold werden nach China gebracht und die Verwendung
dieser Rohstoffe ist unter der Kontrolle der Zentralregierung. |

Radikal, 24.4.01
Da ihre Quellen des Reichtums wie Öl, Gold und Uran von Beijing
geplündert werden, sind die Uighuren auch Gefangene in ihrem
eigenen Land. Arbeitslosigkeit und niedriger Ausbildungsgrad ist
weit verbreitet. Achtzig Prozent der Population lebt unter der
Armutsgrenze. Kleine Uighurenbabys können wenigstens hoffnungsvoll
in die Zukunft schauen, wenn ihre Familien ins Ausland, wie z.B.
in die Türkei flüchteten.
|
Chinas Abhängigkeit von Ostturkestan in Bezug auf Energie ist nicht
nur auf die Ölvorkommen im Tarim Basin beschränkt. Ostturkestan
wird auch eine natürliche Route für jede Pipeline aus den türkischen
Staaten Zentralasiens sein, was wiederum von vitaler Bedeutung für
die chinesische Industrie sein wird. Der beste Weg für China, um
sicherzustellen, dass sein Transportsystem effektiv und sicher ist, ist
es, Ostturkestan unter seiner Kontrolle zu behalten.
Die reichen Naturgas-, Kohle- und Kupfer-Vorkommen der Region machen
sie auch unverzichtbar für die chinesische Wirtschaft. Von den 148
unterschiedlichen Mineralen, die in ganz Rot China extrahiert werden,
kommen 118 aus Ostturkestan (das entspricht 85% von Chinas Mineral-Produktion).
Unter diesen ist Kohle mit seinem hohen Qualitäts- und Energiegehalt
besonders wichtig. Die Kohle-Reserven in Ostturkestan werden auf 2 Trillionen
Tonnen geschätzt, die Hälfte von Chinas totalen Kohle-Reserven.
Eine Studie gegen Ende 2000 hat deutlich gemacht, dass Chinas reichste
Kupfer-Minen in Ostturkestan waren. Es ist eine bekannte Tatsache, dass
Chinas andere Regionen wenig Kupfer besitzen, und das, welches existiert,
ist unzureichend, um die Bedrfnisse des Landes zu decken. Die reichen
Kupfer-Vorkommen in Ostturkestan machen die Region in den Augen der Chinese
noch wichtiger.12
Neben den Minen ist ein weiterer Grund der Wichtigkeit dieser Gegend
ist die Tatsache, dass Ostturkestan einer von Chinas größten
Produzenten von Wolle ist. Die rote chinesische Regierung weigert sich,
die Produktion von Wolle, dem Rohmaterial der chinesischen Textil-Industrie,
den Muslimischen Uighuren auszuhändigen, und entwickelt ständig
neue Strategien, um die Kontrolle über die Region beizubehalten.
Die Absicht hinter diesen Strategien, die wir im Detail in späteren
Kapiteln untersuchen werden, ist es, Ostturkestan nicht zu gestatten,
dass es sich entwickelt, und um es von Beijing abhängig zu machen.
ROT-CHINAS ANGST VOR DEM ISLAM
Im vorangehenden Abschnitt sahen wir, wie Ostturkestan von großer
strategischer und ökonomischer Bedeutung für China ist. Die
häufigen Verhaftungen von devoten Muslimen in Ostturkestan, das
Verbot, nach ihrer Religion zu leben, und der Druck, der auf ihre religiösen
Führer ausgeübt wird, verdeutlichen, dass ihre Politik der
Unterdrückung noch eine weiteres Ziel verfolgt. Als Erstes und vor
allem bedeutet es, dass Rot-China in großem Maße über
die Präsenz des Islam in Ostturkestan besorgt ist.
Obwohl die Ursprünge der chinesischen Angriffe auf den Islam und
die Muslime weit in der Geschichte zurückreichen, wurden diese politischen
Richtlinien mit der Etablierung des kommunistischen Regimes in eine systematische
Unterdrückung und Völkermord umgewandelt. Als Mao 1949 die
Volksrepublik China gründete, wurden alle Ausdrucksformen des Islam
zum Ziel gemacht. Diese Feindseligkeit gegenüber dem Islam fing
an mit der Schließung von Moscheen, Religionsschulen und anderen
Institutionen, die religiöse Erziehung anboten. Die Situation verschlechterte
sich, nachdem Portraits vom Vorsitzenden Mao in den nun leeren Orten
der Anbetung aufgehängt wurden (und die Muslime wurden gezwungen,
solchen Bildern Respekt zu erweisen). Etwa 29.000 Moscheen wurden während
dieser Periode geschlossen.13 Die
anschließende Welle bestand aus Verhaftungen von religiösen
Führern auf Basis von grundlosen und gegenstandslosen Anklagen und
Beschuldigungen. Einige von ihnen wurden zum Tode verurteilt, und mehr
als 54000 religiöse Personen wurden dazu verdammt, unter den schrecklichsten
Bedingungen in chinesischen Arbeitslagern zu arbeiten.14
|
Mit der Machtübernahme durch Mao hat sich die Unterdrückung
der Menschen in Ostturkestan in einen systematischen Völkermord
verwandelt. Mao zwang die Muslime, sich der kommunistischen Ideologie
zu fügen. Um dies zu erreichen war einer der ersten Schritte,
in allen Moscheen in Ostturkestan Bilder von Mao aufzuhängen. |
Während dieser Periode wurde Männern des Glaubens physische
und mentale Folter zugefügt. Einige Muslime wurden auf öffentlichen
Plätzen zusammengetrieben und dazu gezwungen, die sogenannte „Göttlichkeit“ vom
Vorsitzenden Mao zu bekennen. Die Menschen wurden dazu gezwungen, Tätigkeiten
auszuüben, die Islamischer Ideen abscheulich verletzten, wie die
Verbrennung von Toten. Die geschlossenen Moscheen wurden als Militär-Depots
und Baracken verwendet, oder als Orte der Unterhaltung (wie beispielsweise
Theater und Kinos). Alle Formen von öffentlicher Anbetung, das Freitags-
und andere Gebete inklusive, wurden verboten, und es wurden denjenigen
Muslimen hohe Steuern auferlegt, die in den wenigen übergebliebenen
Moscheen weiterhin beteten. Die kommunistische Regierung beschlagnahmte
die Kollekte, die für die Erhaltung und Restoration der Moscheen
eingesammelt wurden, und allen Besitz, der den religiösen Führern
gehörte. Das Studieren und Lehren des Quran wurden komplett verbannt.
Religiöse Werke aus den Häusern der Menschen wurden beschlagnahmt.
Schriften in Arabisch wurden verbrannt, eine große Anzahl historischer
handschriftlicher Texte inklusive.15
|
Eines der wichtigen Zeichen, dass das kommunistische
Regime der Religion feindlich gegenüberstand war, dass seit
den Anfangstagen des Regimes zahlreiche Moscheen geschlossen und
als Lager verwendet wurden. Das Bild an der Seite zeigt eine zerstörte
Moschee in Hotan. |
Die gegenwärtige chinesische Unterdrückung der Muslime in
Ostturkestan wird am meisten auf dem Gebiet der Religion wahrgenommen.
Wie in allen kommunistischen Ländern, ist die Feindseligkeit gegenüber
der Religion Teil oder offizielle Staatspolitik von Rot-China. Ein Dokument
vom Zentralkomitee der chinesischen Kommunistischen Partei namens „The
Basic Viewpoint and Policy on [the] Religious Question During Our Country´s
Socialist Period” zirkulierte 1982 intern durch die Kanäle
der Partei durch ganz China, welches diese Tatsache offen darstellt:

Yeni Asya
1.2.01
|
Türkiye, 29.6.97 |
Tarih Medeniyet |
Türkei, 29.6.97
Grausamkeiten zielen auf moscheen in china
Tarih Medeniyet Yeni Şafak, 13.10.01
sie zwangen uns schweine in den Moscheen zu füttern! ... In ostturkestan
werden moscheen zerstört
Yeni Asya, 1.2.01
anbetung ist verboten
Die chinesischen Grausamkeiten in Ostturkestan enden nie. Chinesische Beamte
halten oft den Bau und Reparation von Moscheen an, verbieten Muslimen die gemeinsame
Anbetung und zwingen sie zu Praktiken, die Islamischer Ideen verletzen. |
In der menschlichen Geschichte wird Religion letztlich verschwinden… Alle
religiösen Organisationen in China werden sich vor der Führerschaft
der Partei und der Regierung verbeugen … Das wahre Ziel der Religionsschulen
ist es professionelle religiöse Beamte zu produzieren, die die Regierung
der Partei und das sozialistische System unterstützen … Diese
religiösen Beamten müssen gegenüber der Politik der Partei
in Bezug auf Religion loyal bleiben… Der fundamentale Zweck religiöser
Körperschaften ist es, eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung des
politischen Einflusses im Land zu spielen.16
Eine Rede von Ali Jing Jiang, einem Mitglied der Islamischen Gemeinschaft
der Volksrepublik China, abgehalten am 1. September 1986 beim 5-ten Treffen
der Islamic Society of North America in den USA zeigt, mit welcher Intensität
die rot-chinesische Regierung die Entscheidungen, die in dieser Deklaration
festgesetzt wurden, umgesetzt hat. In dieser Rede sagte Ali Jing Jiang,
dass es in China legal verboten ist, Minderjährigen religiöse
Erziehung anzubieten, weder zuhause noch in der Schule. Obwohl einige
Religionsschulen auf Druck islamischer Länder eröffnet wurden,
gibt es mehr marxistische, leninistische und maoistische Ideen als Islamische,
die gelehrt werden. Jiang betonte, dass alle Lehrer in solchen Schulen
Kommunisten und Atheisten seien, und dass junge Menschen ohne Kenntnis
von Religion erzogen werden. In anderen Schulen, sagte er, wird Religion
als etwas gelehrt, das vergessen werden muss, ein primitiver Glaube,
der zu den niedrigsten Schichten der chinesischen Gesellschaft gehört.
Er fügte auch an, dass die Regierung einen festen Zügel um
Muslimische Aktivitäten hält, und dass die Kommunisten den
Islam lediglich als Werkzeug benutzen, um die Beziehungen zu Muslimischen
Nationen zu verbessern.17
Die anti-religiösen Ausdrücke der chinesischen Kommunistischen
Partei sind nicht neu. Der Quran offenbart, dass die Leugner, die sich
dem Propheten Noah (a.s.) zu widersetzten versuchten, die Gläubigen
mit den Worten „… Wir sehen in dir nur einen Menschen wie
wir. Und wir sehen, dass dir nur die Niedrigsten unter uns folgen, in übereiltem
Entschluss…“ (Quran, 11:27) herabzusetzen. In einem anderen
Vers beschreibt Gott, wie die Leugner von sich meinen, dass sie ungeheuerlich
intelligent seien:
Oder sie behaupten: "Er hat ihn zusammengedichtet!" Sprich: "So
bringt zehn gleichwertige Suren herbei, (von euch) erdichtet, und ruft
dafür an, wen ihr könnt - außer Gott sofern ihr wahrhaft
seid. (Quran, 11:13)
Der Versuch der chinesischen Kommunistischen Partei, religiöse
Hingebung als „primitiven Glauben, der den niedrigsten Schichten
der chinesischen Gesellschaft angehört“ darzustellen, ist
ein Beispiel dieser Torheit.
Während die Kommunistische Partei solche Propagandamethoden verwendet,
steigert sie auch zur gleichen Zeit die Unterdrückung der Muslime.
Im Anschluss an die Initiativen, die in den 90-er Jahren nach Unabhängigkeit
drängten (der Baren-Aufstand, der Gulja-Aufstand), wurde die Unterdrückung
der Muslime noch weiter verstärkt. Die Art, wie sich diese Aufstände
durch ganz Ostturkestan ausbreiteten, und die Tatsache, dass die Türken
in öffentlichen Stellungnahmen diese Forderungen nach Unabhängigkeit
unterstützten, alarmierten Rot-China. Dies initiierte eine weitere
rücksichtslose Kampagne gegen die Muslime, die die Unabhängigkeitsbewegungen
unterstützt haben. Hunderttausende Menschen wurden in Gewahrsam
genommen, Tausende wurden hingerichtet und Zehntausende in Arbeitslager
geschickt. Michael Winchester, einer der wenigen Journalisten, denen
es möglich war, die Region zu betreten und einen Geheim-Bericht über
die Unterdrückung der Muslime hinauszuschicken, hatte Folgendes
in einem Artikel namens „Inside Story China: Beijing vs. Islam“ zu
sagen:
Seitdem haben sie nicht eingetragene Moscheen geschlossen; den Gebrauch
von Lautsprechern außerhalb registrierter verboten; Quran-Klassen
für Kinder und Jugendliche verboten; Geld aus dem Ausland für
religiöse Zwecke verboten; Ausreisebestimmungen verschärft;
eine Altersbeschränkung für Hajj-Pilgerreisen auferlegt; nicht-autorisierte
religiöse Publikationen gesetzlich verboten; bei Mitgliedern der
Kommunistischen Partei, die Moscheen besuchten wurde hart durchgegriffen.18

Die Chinesische Kommunistische Partei hat den Unterricht des Quran
verboten. |
Ein Ansässiger in Turkestan, der von Winchester interviewt wurde
(und der sich weigerte, seinen wahren Namen zu nennen), sagte, dass er,
seitdem er in einem staatlichen Büro arbeitete, niemals imstande
war, in eine Moschee zu gehen, und dass er gefeuert würde, wenn
er so handle. Der Grund war die gesteigerte chinesische Feindseligkeit
gegenüber dem Islam, die gegen Ende der 80-er Jahre begann. Ein
Artikel in der offiziellen Tageszeitung von Ostturkestan, der Xiniang
Daily, im Jahre 1997, legte dar, was die Ansicht von Partei-Mitgliedern
in Bezug auf Religion zu sein musste:
Jenen Partei-Mitgliedern, die fest an Religion glauben und sich weigern,
nach der Umerziehung ihre Art zu ändern, sollte eine gewisse Zeit
zur Besserung gegeben werden. Sie sollten dann überzeugt werden,
sich von der Partei zurückzuziehen, oder gemäß der Schwere
des Falles aus der Partei entlassen werden. In jüngsten Jahren waren
davon 98 religiöse Partei-Mitglieder betroffen.19
In Ostturkestan wurden diejenigen, die man beim Beten oder dem Studium
des Quran erwischte bestraft, vor allem wenn sie unter 18 sind, weil
es das chinesische Gesetz explizit verbietet, dass Minderjährige
den Quran studieren. 1999 wurden z.B. fünf 12-Jährige verhaftet,
weil sie den Quran gelesen hatten. Als einer von ihnen von der Polizeistation
floh, wurde seine Familie von der Polizei verhaftet und gefoltert (und
es wurde ihr mitgeteilt, dass man sie nicht entlässt solange er
sich nicht auslieferte).20 Dieser
Zwischenfall ist bloß einer von vielen, die in Ostturkestan oft
stattfinden. Tausende Menschen wurden verhaftet und gefoltert, lediglich,
weil sie im Einklang mit ihrer Religion lebten, oder andere Menschen
unterrichteten, die so leben wollten. Die Anschuldigungen gegen verhaftete
religiöse Personen sind besonders bemerkenswert. Am 28. Oktober
1999 wurde zum Beispiel Memet Eli, der Imam der Oybagh Moschee in Hotan,
verhaftet und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil er entgegen
der politischen Richtlinie der Kommunistischen Partei Religion unterrichtete.
So wurden seine „Straftaten“ in der Anklage dargestellt:
Während seiner Amtes als Imam, studierte, lehrte und implementierte
Memet Ali nicht die Regulierungen in Bezug auf Religion, die von der
Kommunistischen Partei vorgegeben waren. Er gab vor, dass er nicht die
Anweisungen des Amtes für religiöse Überwachung gesehen
habe. Als die zuständigen Ämter Studien und erzieherische Aktivitäten
für religiöses Personal organisierten, nahm er nicht teil … Er
erlaubte Menschen mit unbekannter Identität den Aufenthalt in der
Moschee…21
Andere Artikel, wie zum Beispiel „Nichterfüllung der Schulung
von kommunistischen Lehren“ (weshalb 6 andere Imame in Hotan auf
Grund ähnlicher Anschuldigungen verhaftet wurden) sind augenfällige
Beispiele der Unterdrückung, mit denen Muslime in Rot-China konfrontiert
sind:
Sie sagten in ihren Gebeten: „Gott befreie Deine Muslimischen
Gläubigen von der Unterdrückung der Atheisten.” Sie hielten
die Menschen nicht davon ab zu beten, als sie aus anderen Gegenden kamen.
Sie überzogen die 20-Minuten Zeit-Begrenzung für das Freitagsgebet
und Lehren. Sie unterließen es, die Autoritäten über
Menschen zu informieren, die kamen, um religiöse Erziehung zu erhalten.“22 |