| EINFÜHRUNG
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| Die Anschläge vom 11. September waren der Grund
für den Tod von Tausenden von Menschen und unzähligen Verletzten |
Nach den Attentaten auf das World Trade Center in New York City und das
Pentagon in Washington D. C. vom September 2001, bei denen Tausende von
Menschen verletzt und getötet wurden, wurde der Terrorismus erneut weltweit
diskutiert. Der Angriff war völlig überraschend gekommen. In den Tagen
nach den Anschlägen standen die Supermacht Amerika und der Rest der Welt
unter Schock. Dieser Schock wurde jedoch schnell überwunden und man begann
eine Antwort auf die Frage zu suchen, wie der Terrorismus zu bekämpfen
sei. Auch wurde klar, dass diese Bedrohung nicht nur gegen Amerika gerichtet
war, sondern dass jedes Land mit einer solchen Situation konfrontiert
werden kann. Kein Land konnte sich länger in Sicherheit wiegen und sich
vom Kampf gegen den Terrorismus fern halten. Die Menschen verstanden,
dass es das Ziel der Terroristen ist, das gesellschaftliche Leben lahm
zu legen, eine Gesellschaft der Angst zu erzeugen, dafür zu sorgen, dass
niemand mehr auf die Straße gehen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen
und zum Einkaufen gehen kann.
Sobald Amerika den Schock der Angriffe überwunden hatte, baute es mit
der Unterstützung zahlreicher Länder eine starke Koalition auf und begann
einen weltweiten Kampf gegen den Terrorismus. Allerdings war von Anfang
an klar, dass die zukünftigen Auseinandersetzungen nicht auf militärisches
Gebiet beschränkt sein würden. Dies wurde auch von offizieller Seite erklärt.
Wie aber soll man den Terrorismus bekämpfen? Um die Antwort auf diese
Frage zu finden, ist es notwendig, die Quellen des Terrorismus zu identifizieren
und das 20. Jahrhundert genauer zu untersuchen, denn erst in diesem Jahrhundert
wurde der Terrorismus zum ersten Mal in der Geschichte zu einer starken
Kraft.
Das 20. Jahrhundert wurde zum Jahrhundert von Terrorismus und Gewalt.
Die großen Kriege, regionale Auseinandersetzungen und Terroranschläge drückten
dem 20. Jahrhundert ihren Stempel auf. Vor allem die Entwicklung der Waffentechnik
führte gegen Ende des 20. Jahrunderts dazu, dass der Terrorismus auf einem
breiteren Feld wirksam werden konnte. Die Terroristen können heute mit einem
einzigen Knopfdruck Hunderte von unschuldigen Menschen gleichzeitig töten.
Terrorismus, mit moderner Technologie ausgeführt, kann der Wirtschaft von
Nationen Schäden zufügen und er kann die Richtung der Weltpolitik beeinflussen.
Die Angriffe auf zwei Nervenzentren Amerikas machten deutlich, dass kein
Land mehr unerreichbar und unangreifbar ist. Die Androhungen von nuklearen,
biologischen oder chemischen Anschlägen zeigt, dass - wenn nicht die notwendigen
Maßnahmen ergriffen werden - der Terrorismus im 21. Jahrhundert zu einer
noch stärkeren Macht werden kann.
Die Definition von Terror
Jedes
Land definiert Terrorismus entsprechend seiner nationalen Interessen,
zeichnet ein Profil des Terroristen und listet Terrororganisationen auf.
Gruppierungen, die manche Länder als terroristische Vereinigung betrachten,
sind für andere Länder Freiheitskämpfer, und Länder, die von manchen als
terroristische Länder eingestuft werden, sind für andere treue Verbündete.
Wie also ist Terror zu definieren, und wie kann eine Entscheidung darüber
getroffen werden, wer Terrorist ist?
Die Kriterien dieser Entscheidungsfindung sind deutlich:
1. Zivilisten als
Zielscheibe: Eine Nation, deren Land besetzt wurde, hat das Recht,
Widerstand zu leisten. Beginnt dieser Widerstand jedoch Gewalt gegen die
Zivilbevölkerung zu enthalten, dann entfällt dieses Recht und Terrorismus
beginnt. Diese Definition entspricht vollkommen den Islamischen Regeln
für den Krieg. Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) befahl den Krieg gegen diejenigen,
die Krieg gegen Muslime führten, gab aber die strikte Anweisung, die Zivilbevölkerung
nicht zum Ziel zu nehmen, sondern ganz im Gegenteil, deren Sicherheit
große Sorgfalt zukommen zu lassen.
2. Friedensbruch:
Angriffe auf militärische oder staatliche Ziele können unter den
Begriff Terror fallen. Als Terrorismus ist anzusehen, wenn ohne einen
erklärten Kriegszustand ein Angriff auf ein militärisches oder ziviles
Ziel stattfindet in der Absicht, den Frieden zwischen zwei Ländern zu
brechen.
Terrorismus ist ein jeder Angriff, der den Frieden bricht oder der Zivilisten
zum Ziel hat. Die Einschätzung eines solchen Angriffs als rechtmäßig ist
völlig undenkbar.
Aus diesem Grund ist der Kampf, der gegen den Terrorismus zu unternehmen
ist, sehr umfangreich. Jeder Schritt hat wohlüberlegt zu sein und muß
darauf ausgerichtet sein, diesen großen Sumpf vollständig trocken zu legen.
Deshalb ist jede Art von Terror zu verurteilen. Terror ist immer Terror,
egal von wem er ausgeführt wird. Jeder Mensch, der aufrichtig gegen den
Terror eintritt, hat für die Tausende von unschuldigen Menschen, die im
World Trade Center ohne Erbarmen ermordet wurden ebenso einzutreten, wie
für die unschuldigen Menschen, die ihr Leben bei Terroranschlägen in Japan
oder Spanien ließen, für die unschuldigen Zivilisten, die ihr Leben in
Ost-Turkestan oder Indonesien verloren, für die mehr als eine halbe Million
Hutu, die in Ruanda ihr Leben verloren, für die gnadenlos ermordeten schutzlosen
Menschen in Israel und Palästina und für alle Menschen, die irgendwo auf
der Welt ihr Leben wegen eines terroristischen Anschlags verlieren. Auf
diese Weise können Terroristen in keinem Land mehr existieren und Unterstützung
finden.
Die ideologische Stütze des Terrors
Um im Kampf gegen den Terrorismus zu einem definitiven Ergebnis zu gelangen,
ist es notwendig, das Ziel richtig festzulegen und dementsprechende Maßnahmen
zu ergreifen. Ausgangspunkte des Terrorismus sind Ideologien und Strömungen,
die Gewalt, Auseinandersetzung und Anarchie als den einzigen Weg ansehen.
Ein Terrorist, der unschuldige Menschen tötet und unter den Auswirkungen
von Gedanken und Ansichten, die ihm auferlegt wurden, die öffentliche
Ruhe und Ordnung stört, glaubt, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Wenn
diese Person die Fehlerhaftigkeit und mangelnde Logik der Ideologien versteht,
die ihn zur Gewalt trieben und wenn diese Person begreift, dass man von
diesen Ideologien ausgehend nirgendwohin gelangt, dann wird sie Abstand
vom Terror nehmen. Wenn aber demgegenüber Mängel und Widersprüche der
Ideologien, die die Quelle des Terrors sind, nicht enthüllt werden und
diese Ideologien nicht in die Knie gezwungen werden, dann werden alle
Maßnahmen gegen den Terror stets kurzfristiger Natur sein und nach einiger
Zeit wird der Terror an einem anderen Ort, unter anderen Bedingungen und
mit einem anderen Gesicht den Menschen von neuem gegenübertreten.
Aus diesem Grund ist nur dann ein Ende des Terrorismus möglich, wenn
das Gedankengebäude des Terrors vollständig vernichtet wurde. Die ideellen
Stützen des Terrorismus aber sind der Darwinismus und die materialistischen
Strömungen, die von ihm ins Leben gerufen wurden. "Das Leben ist ein Kampfplatz",
"Nur die Starken überleben, die Schwachen sind dazu verdammt eliminiert
zu werden", "Der Mensch und das Universum sind ein Werk des blinden Zufalls,
aus diesem Grund ist niemand verantwortlich für sein Tun" sind die Parolen,
deren natürliches Ergebnis eine Haltung ist, die Erbarmungslosigkeit,
Aggressivität und Gewalt als alltäglich betrachtet.
Eine Person, die sich dem Terror zuwendet und meint, ihr Ziel nur auf
dem Wege der Gewalt erreichen zu können, tut dies, da sie unter dem Einfluß
des Darwinismus und materialistischer Ideen steht, ganz unabhängig davon,
welcher Religion, Rasse oder Gruppierung diese Person angehört. Dies schließt
auch die terroristischen Gruppen ein, die behaupten, im Namen der Religion
zu handeln. Denn für eine Person, die die wahre religiöse Moral lebt,
ist es absolut unmöglich, den Weg der Gewalt zu beschreiten und ein Ziel
durch Töten und Morden von Menschen zu erreichen. Deshalb sind die Handlungen
derartiger Menschen einem Leben der religiösen Moral entgegengesetzt und
sie begehen ihre Taten unter dem Einfluß materialistischer Ideologien.
Übe
Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden.
(Sure 7:199 – al-A’raf) |
In unserem Buch "Islam verurteilt den Terrorismus" führten
wir aus, dass die Islamische Religion jede Art von Terror verurteilt;
gleichzeitig erklärten wir im Lichte der Quranverse, dass die Islamische
Moral die Menschen zu Frieden, Toleranz und Kompromiss einlädt. Wir betonten
auch, dass es ein zu verurteilender Mangel an Freundschaft ist, wenn sich
der Terror gegen die eigene Seite richtet, und dass das Tolerieren eines
solchen Tuns den Kampf gegen den Terror schwächen werde. Für eine Person,
die die Islamische Moral übernommen hat, ist es unabdingbar, gegen jede
Art von Terror vorzugehen. Die Basis dieser gedanklichen Auseinandersetzung
besteht darin, die religiösen Werte unter den Menschen zu verbreiten.
Politiker, Politologen und verschiedene Akademiker sind sich darüber
einig, dass es unmöglich ist, den Sumpf des Terrors nur durch den Einsatz
militärischer Mittel trocken zu legen. Terror kann nur durch Liebe, Toleranz
und Frieden überwunden werden. Die Religionen, die Gott mittels Seiner
Botschafter gesendet hat, sind uns diesbezüglich ein Wegweiser. Deshalb
werden wir unter der Angabe von Beispielen aus dem Quran und der Bibel
darstellen, dass Terror eine Grausamkeit ist, die von allen göttlichen
Religionen verboten und verurteilt wird. Außerdem werden wir anhand von
historischen Beispielen aufzeigen, dass die einzigen Maßnahmen gegen den
Terror Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Bescheidenheit, Sensibilität, Toleranz,
Gerechtigkeitssinn und die Bereitschaft zum Verzeihen sind, also alles
Begriffe, die die religiöse Moral von den Menschen fordert, und wir werden
die Menschen entsprechend dem Vers "Gott lädt zur
Wohnung des Friedens ein..." (Sure 10:25 - Yunus) dazu auffordern,
sich um den Weg zur Entstehung einer Welt in Frieden und Liebe zu bemühen.
DIE BLUTIGE BILANZ DES TERRORS
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| Der verderbte Sektenführer Bhagwan Shee Rajneesh,
der in Oregon einen Anschlag verübte, bei dem 750 Personen vergiftet
wurden; hier zu sehen mit seinen Anhängern. |
Der Terrorismus ist eine der größten Gefahren, die unsere Welt im 21.
Jahrhundert bedroht. Denn der Terrorismus kennt nur die Möglichkeit, ein
politisches Ziel mittels Gewaltanwendung zu erreichen. Für einen Terroristen
sind Schwierigkeiten, die durch politische Streitigkeiten und ethnische
oder kulturelle Unterschiede entstehen, nur auf dem Wege der Gewalt zu
lösen. Keine Fraktion kann bekommen, was sie will, außer durch "Blut und
Eisen".
Der Terrorist ist davon überzeugt, dass ein Ziel nur dann erreicht werden
kann, wenn die vorhandene gesellschaftliche Ordnung zerstört wird, und
im täglichen Leben Durcheinander, Angst und Besorgnis vorherrschen. Das
Ziel der Terroristen ist es, auf dem Wege der Gewalt Zustimmung für die
eigenen Forderungen zu erhalten und das Chaos, das aus Gewalttaten entsteht,
zu benutzen, um Propaganda für ihre Gruppierung zu machen. Terrorbereite
Gruppierungen glauben ihre Ziele leichter zu erreichen, wenn die Stabilität
verschwunden ist und die Gesellschaft sich in einem von Angst und Besorgnis
geprägtem Umfeld bewegt. Es ist aber ein großer Fehler zu glauben, dass
Recht und Gerechtigkeit mit Terroranschlägen zu erreichen und Probleme
unter Zuhilfenahme von Gewalt zu lösen sind. Das einzige Resultat, das
die Menschen in Händen halten, die Gott als "diejenigen,
welche ... Unheil auf Erden stiften..." (Sure 13:25 - ar-Ra'd)
beschrieb, ist, die Verluste in ihren eigenen Reihen und unter unschuldigen
Menschen erhöht zu haben. Tausende von Menschen auf dieser Welt verlieren
jährlich ihr Leben aufgrund von Terroranschlägen, werden verletzt und
führen ein Leben in Angst und Schrecken. Die Bilanz des Terrors ist furchtbar.
Und
damit aus euch eine Gemeinde wird, die zum Guten einlädt, das
Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es
wohlergehen wird.
(Sure 3:104 – Al-‘Imran) |
Der Terrorismus ist mitten unter uns
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| Ein wichtiges Beispiel dafür, wie groß
die Gefahr von biologischen Waffen in den Händen von Terroristen
ist. |
Es wird geschätzt, dass auf der Welt etwa 500 terroristische Gruppen exisitieren.
Unter diesen terroristischen Gruppen befinden sich internationale Verbrecherbanden,
die den Rauschgift- und Waffenhandel und den Handel mit Prostituierten kontrollieren,
Organisationen der Unterwelt, und unterschiedliche radikale Gruppen, die
im Namen der Religion Aktionen ausführen. Terrorismus gibt es seit der Antike,
zur Gefahr allerdings wurde er erst im 20 Jahrhundert. Dieses Jahrhundert
führte zu einer großen Zunahme des Terrorismus. Mit dem Entstehen von Massenvernichtungswaffen
und der raschen Entwicklung der Technologie - insbesondere der Informationstechnologie
- veränderte sich die Art der Terroraktionen und insbesondere deren Vernichtungskraft
wuchs stark an.
In den 60er Jahren wurde darüber nachgedacht, was passieren
kann, wenn eine Nuklearwaffe in die Hände einer terroristischen Gruppierung
fällt. Ein nukleares, biologisches oder chemisches Attentat hätte den
Tod von möglicherweise Hunderttausenden Menschen zur Folge. In den 1990er
Jahren stieg die Wahrscheinlichkeit eines solchen Anschlags stark an.
Insbesondere der Niedergang der UdSSR und die nachlassende Kontrolle über
deren Atomwaffen verstärkten derartige Befürchtungen. Die leichte Beschaffung
von Informationen durch die Entwicklung und Verbreitung des Internets
war der Grund dafür, dass sich diese Befürchtungen noch mehr an Gewicht
gewannen.i Hunderte von Filmen wurden
gedreht, Bücher geschrieben, Untersuchungen angefertigt und Berichte vorgelegt,
die alle diese Angst zum Inhalt hatten. Nun konnten sich Terroristen Aktionen
zuwenden, die jenseits von gewohnten Bombenattentaten, Raub, Flugzeugentführungen
und Geiselnahmen lagen und Angriffe gegen die breite Masse verwirklichen.
Überdies konnte eine solche Aktion, ohne dass direkt ein Mensch daran
beteiligt war, mittels Fernbedienung ausgeführt werden.
Einige terroristische Aktionen der jüngsten
Vergangenheit, bei denen biologische Waffen verwendet wurden, verdeutlichen
das Ausmaß der Gefahr des Bioterrorismus. Heute können Terroristen in
einem einfachen Labor mit Hilfe eines Chemikers biologische Waffen herstellen,
die Tausende von Menschen bedrohen können. Eines der ersten Beispiel hierfür
ist die Vergiftung von 750 Menschen, die im Jahr 1984 in einem Restaurant
einer Kleinstadt im amerikanischen Bundesstaat Oregon aßen. Es stellte
sich heraus, dass für dieses Ereignis eine terroristische Vereinigung
verantwortlich war. Die Mitglieder dieser Vereinigung hatten die Salatbars
von vier Restaurants der Region mit selbstgezüchteten Salmonellen vergiftet.ii
Das Giftgas-Attentat des Jahres 1995 in der Metro von Tokio mit der Chemiewaffe
Sarin führte vor Augen, wie nahe die Bevölkerung an der Bedrohung durch
den Terrorismus ist. Bei dem Terroranschlag, der von der Aum Shinrikyo
(Die überlegene Wahrheit) Sekte durchgeführt wurde, starben 12 Menschen,
5500 wurden verletzt. Bei Untersuchungen zeigte sich später, dass die
Sekte in eigenen Labors an biologischen Waffen gearbeitet hatte.iii
Es ist vorauszusehen, dass biologische
und chemische Waffen gemeinsam mit der Informationstechnologie eine wichtige
Rolle bei den Terroranschlägen des 21. Jahrhunderts spielen werden. Von
Europa bis Amerika, von Asien bis Afrika werden überall auf der Welt terroristische
Bombenattentate, Brandstiftungen, Flugzeugentführungen und Geiselnahmen
erfolgen. So ist die ETA (Euzkadi Ta Azkatasuna) in Spanien, die vorgibt,
für die Unabhängigkeit des Baskenlandes zu kämpfen, seit 1962 verantwortlich
für den Tod von mehr als 800 Menschen.iv
Auch die IRA, die die Unabhängigkeit Nordirlands zum Ziel hat, war mit
ihren Bombenanschlägen jahrelang auf den Titelseiten der internationalen
Presse. Mit ihrer Forderung nach dem Abzug Englands aus Nordirland, dem
Sturz der irischen Regierung, und der Installation eines sozialistischen
Regimes an deren Stelle mischte sie in verschiedenen Schmuggeleien, Überfällen
und Erpressungen mit. Obwohl die Anschläge der IRA im allgemeinen in Nordirland
und England stattfinden, verübte sie auch Bombenattentate in europäischen
Ländern wie Deutschland. Bei Terroranschlägen, die die IRA seit 1969 bis
heute ausführte, verloren auf beiden Seiten mehr als 3200 Menschen ihr
Leben.v Bei von der IRA verübten Bombenattentaten
in den verschiedensten Regionen Englands, die Autos, Flughäfen, Metrostationen
und Zivilisten zum Ziel hatten, entstand Sachschaden in Höhe von mehreren
Millionen Dollar. Bei der Explosion einer Autobombe vor einem Einkaufszentrum
am 15. Juni 1996 in Manchester während eines Fussballspiels des Europacups
wurden 200 Personen verletzt.
Heute ist kein Land sicher vor Terroranschlägen und die obigen Beispiele
zeigten, wie sehr der Terrorismus Einzug in das menschliche Leben gehalten
hat. Der Terrorismus ist nicht mehr das Problem bestimmter Länder, sondern
wurde inzwischen zu einem Problem der gesamten Menschheit. Niemand weiß,
wann der Terrorismus wen und wo zum Ziel haben wird. Aus diesem Grund
kann man den Kampf gegen den Terrorismus auch nicht mehr als eine Aufgabe
bestimmter Länder oder Organisationen betrachten. Der Terrorismus bedroht
die ganze Welt.
Die
Terrororganisationen ETA und IRA waren jahrelang in Spanien und
England die Ursache für große menschliche und materielle
Verluste. |
Das dunkle Gesicht des Terrors
Von den USA bis hin zu afrikanischen Ländern wie Angola, Uganda und Nigeria,
von europäischen Ländern wie England, Spanien und Frankreich bis zu Ländern
Asiens wie Sri Lanka, Thailand und Japan, von den Ländern des Mittleren
Ostens bis nach Lateinamerika haben Terroranschläge Tausende von Menschen
getroffen und großen Sachschaden angerichtet. Menschen begegnen dem Terrorismus,
wenn sie zu Hause sitzen, im Kino einen Film ansehen, Einkaufen gehen, mit
dem Bus verreisen oder am Arbeitsplatz ihrer Beschäftigung nachgehen. Dadurch
entwickeln sich große Unruhe und Angst und sorgenvolle Erwartung. Man scheut
vor Menschenmengen zurück, vor der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
und ist nicht mehr imstande, ein normales Leben zu führen. Dies ist das
Modell einer Gesellschaft, das der Terrorismus zu erreichen sucht: Menschenmassen
in Angst und Sorge.
Die erschreckende Bilanz der weltweiten
Terroranschläge zeigt das ganze Ausmaß dieser Besorgnis. Wurden 1996 296
Anschläge verzeichnet, so stieg deren Anzahl im Jahre 1997 auf 304. Während
im Jahr 1997 221 Personen getötet und 693 verletzt wurden, gab es 1996
314 Tote und 2.912 Verletzte. Bei weltweit 439 Terroranschlägen im Jahr
1997 verloren 139 Zivilisten ihr Leben. 39 davon waren Beamte oder militärisches
Personal.vi
Nach Informationen des Außenministeriums der USA stieg die Anzahl der
Terroranschläge im Jahre 2000 verglichen mit dem Jahr 1999 um 8% und allein
in diesem Jahr verloren 423 Menschen ihr Leben und 791 wurden verletzt.
Die Anzahl der durch Attentate Getöteten betrug zwischen 1981 und 2000
9.184.vii
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Die UNITA (Nationale Einheit) Angolas
verübte am 10. August 2002 zur völligen Unabhängigkeit
des Landes einen Anschlag auf einen Personenzug, der mehr als 252
Personen das Leben kostete. |
Diese Zahlen des amerikanischen Außenministeriums enthalten
jedoch nicht die Zahl aller Menschen, die auf der Welt ihr Leben bei Terroranschlägen
verloren. Bei der Anfertigung dieses Berichtes wurden nur die Anschläge
internationaler Terrorgruppen berücksichtigt und die lokalen Gruppierungen
außer acht gelassen. Auch blieben Gruppierungen unberücksichtigt, die
von den USA nicht als Terrororganisation eingestuft wurden. Berücksichtigt
man auch die nicht enthaltenen Zahlen, dann nimmt das Bild noch erschreckendere
Ausmaße an. So wurden allein in der Türkei zwischen dem 15. August 1984
und dem 31. Oktober 2002 21.866 Terroranschläge verübt, bei derer 5.605
Sicherheitskräfte und 4.646 Zivilisten ihr Leben verloren und 16.562 Sicherheitskräfte
und 5.091 Zivilisten verletzt wurden.viii
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| Die obigen Grafiken wurden vom Außenministerium
der USA angefertigt. Die oberste Grafik zeigt die regionale Verteilung
der Terroranschläge zwischen 1995-2000. Die untere Grafik die
jährliche Verteilung von Terroranschlägen zwischen 1981-2000. |
Entsprechend eines Berichtes des Nationalen Zentrums
für Gesundheitsstatistiken (National Center for Health Statistics) verloren
1998 allein in den USA 3.792 Kinder und Jugendliche durch Verletzungen
mit Feuerwaffen ihr Leben, die Anzahl aller Personen, die im gleichen
Jahr durch Feuerwaffen ums Leben kam, betrug 30.708.ix
Der materielle Verlust und der wirtschaftliche Verfall aufgrund von
Terroranschlägen sind ein eigenes Kapitel. Das aus solchen Anschlägen
resultierende Chaos und die Anarchie behindern die Investitionstätigkeit
in dieser Region. Terroranschläge gegen die wirtschaftliche Basis einer
Region führen nicht nur dazu, dass die Entwicklung dieser Regionen behindert
wird, sondern dass auch die vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten vernichtet
werden. Bleiben soziales Leben und insbesondere die Schulbildung zurück,
dann liegt der Grund in wirtschaftlichen Hindernissen. Die militärischen
Ausgaben, die für den Kampf gegen den Terror getätigt werden, sind für
jedes Land eine besondere Last. Werden finanzielle Möglichkeiten für Militärausgaben
anstelle zur Erhöhung des Wohlstandsniveaus der Bevölkerung verwendet,
so hat dies nicht nur negative Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes,
sondern kann ebenso die globale Wirtschaft in negativer Weise beeinflussen.
Der blutige Terror des Leuchtenden Pfads
Eine der blutigsten Terrororganisationen der Welt ist die in Peru aktive
marxistisch-leninistisch-maoistische Guerillagruppe Leuchtender Pfad.
Sie wurde in den 1960er Jahren unter der Führung des Philosophieprofessors
Abimael Guzman gegründet und in ihren Anfangsjahren als eine extreme politische
Bewegung betrachtet. In den 1970er Jahren wurde der Leuchtende Pfad jedoch
zu einer der brutalsten Guerillagruppen der Welt.
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(oben) Am 7. August 1996 starben aufgrund einer
Bombenexplosion in den Botschaften der USA in Kenia und Tansania
224 Menschen, Tausende wurden verletzt.
(unten) Bei einer Bombenexplosion im indischen
Bundesstaat Assam starben am 30. Dezember 1996 300 Menschen. Es
wird angenommen, dass das Attentat von den für Unabhängikeit
kämpfenden Bodo-Guerillas verübt wurde. |
Die gewaltverherrlichenden Erklärungen
ihres Anführers Guzman verdienen besondere Aufmerksamkeit. So sagte er
in einer Ansprache vom 19. April 1980, dass die Zukunft "in den Waffen
und Kugeln" liegt.x Ein Guerillero des
Leuchtenden Pfades sagte: "Blut macht uns noch stärker und wenn es fließt,
entsteht uns kein Schaden, sondern es gibt uns Kraft". Die Organisation
erklärt ganz offen, dass das Fundament ihres Kampfes auf Gewalt beruht
und diskutiert, wie das Gewaltniveau im Lande erhöht werden kann. Bis
jetzt verloren über 23.000 Menschen aufgrund des Guerillakrieges ihr Leben.
Zeitzeugen beschreiben dies folgendermaßen:
In den 1980er Jahren beendete Guzman seine Universitätskarriere und
fügte dem fortdauernden Terrorismus in Peru eine neue Seite hinzu. Guzman
und der Leuchtende Pfad romantisierten die japanischen Kamikazes während
des 2. Weltkrieges. So war der Tod, an den sie glaubten, nur ein kleiner
zu bezahlender Preis für das, was Guzman "einen Fluß aus Blut" nannte
und für den sie erwartenden Lohn. In großem Maße wurden unschuldige
Zivilisten entführt, vergewaltigt, gefoltert und getötet. Mehr als 1%
der Bevölkerung wurde aufgrund dieser Politik der Gewalt aufs Grausamste
getötet.xi
Der Leuchtende Pfad führte das peruanische Volk über Jahre hinweg in
eine materielle und intellektuelle Katastrophe. Dies ist das natürliche
Ergebnis des Terrors.
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| Am 21. Oktober 1999 starben bei einem Raketenangriff
auf ein Einkaufszentrum in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny
110 Menschen, 400 wurden verletzt. |
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| Die peruanische Terrororganisation Leuchtender Pfad
war die Ursache für den Tod von mehr als 23.000 Menschen. Auf
dem Foto oben links ist der Anführer Abimael Guzman zu sehen. |
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