| GOTTESLIEBE
 ird
einem Menschen etwas angeboten oder ein Gefallen erwiesen, dann möchte
dieser sofort die dadurch entstandene Zufriedenheit zeigen. Er empfindet
Dankbarkeit gegenüber jemanden, der ihn in sein Haus eingeladen und
bewirtet hat; insbesondere dann, wenn der Hausbesitzer ein feinfühliger
Mensch ist, der alle Bedürfnisse des Anderen, ohne daß es auch
nur eines Wortes bedarf, in fehlerloser Weise deckt. Manchmal weiß
ein Mensch, der nach einer ernsthaften Krankheit mit Hilfe des Arztes
gesund geworden ist, nicht, wie er diesem danken soll. Und ebenso wird
ein Mensch, der beim Überqueren der Straße von einem Anderen
vor dem Überfahren bewahrt wurde, diese Person belohnen und alles
tun, um seine Dankbarkeit zu zeigen.
Ein Mensch, der krank ist und einer Person bedarf, die ihn pflegt und
seine Bedürfnisse stillt, wird sich aus Dankbarkeit wohl verhalten,
Achtung und Zuneigung zeigen und sich für jeden Gefallen bedanken.
Er wird auf jeden Fall vermeiden, diese Person zu verletzen. Jeder Mensch
liebt Personen, die ihm Überraschungen bereiten und einen Gefallen
tun und bemüht sich, diesen gegenüber fehlerlose Achtung und
Sorge an den Tag zu legen.
Aber es gibt eine wichtige Tatsache, die manche Menschen vergessen: Es
ist Gott, der Besitzer von allem Lebenden und Leblosen, Der den Menschen
beglückt, diesen bewirtet, diesem ein tägliches Brot und Wohltaten
darbietet, Der Momente schafft, die ihm gefallen, Der ihm jeden Morgen
wieder das Leben gewährt, ihn vor Gefahren schützt, ihn nach
einer Krankheit gesunden lässt und Der seine Schmerzen und Pein mittels
Medikamenten stillt. Deshalb muß der Mensch wegen der Wohltaten,
die er empfängt und der Schönheiten, denen er begegnet, seine
Liebe, seine empfundene Dankesschuld, seine Treue und seinen Dank Gott
bekunden. Während er einem Menschen für eine Hilfe dankt, darf
er nicht vergessen, dass es unser Herr war, Der diese Person zur Hilfe
inspirierte und zum Erbarmen führte. Dies teilt Gott in einem Vers
folgendermaßen mit:
Allah, wahrlich, Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Er macht
lebendig und läßt sterben; und außer Allah habt ihr weder
Beschützer noch Helfer. (Sure 9:116 – at-Tauba)
Im Quran brachte der Prophet Abraham (a.s) in einem Gebet zu Gott die
Barmherzigkeit unseres Herren gegenüber den Menschen folgendermaßen
zur Sprache:
Der mich erschuf und Der mich leitet, und Der mich
speist und tränkt, und Der mich heilt, wenn ich krank bin, und Der
mich sterben läßt, dann aber wieder lebendig macht, und Der,
wie ich hoffe, mir am Tage des Gerichts meine Fehler verzeihen wird. (Sure
26:78-82 – asch-Schu’ara’)
Alle Schönheiten dieser Welt sind ein Gottesgeschenk
Gott hat dem Menschen eine Seele verliehen als er ein Nichts war und
für ihn die Welt in der schönsten und geeignetsten Weise erschaffen.
Die Menschen können beispielsweise überall auf der Welt ohne
Probleme atmen. Gott hat in seiner Barmherzigkeit das für den Menschen
geeignetste Verhältnis von Gasen in der Atmosphäre erschaffen.
Die meisten Menschen wissen, wie schwierig es ist, in einem stickigen
Raum zu atmen. Je stickiger die Luft ist, desto unwohler fühlt sich
der Mensch. Wir könnten auch in einer Welt leben, in der wir nur
unter Schwierigkeiten atmen können. Aber mit der Barmherzigkeit und
dem Wunsch Gottes empfinden wir beim Atmen der Luft niemals Unbehagen,
sondern es erfreut uns.
Gott hat überall auf der Welt verschiedene Gemüsearten, Fruchtsarten,
Getreidearten und Pflanzen erschaffen. Wenn Gott es wünschen würde,
gäbe es auf dieser Welt nur ein einziges Nahrungsmittel, dessen Geschmack
uns obendrein nicht zusagen würde. Zudem wären wir auf das Essen
dieses Nahrungsmittels angewiesen um am Leben zu bleiben. Außer
diesem Nahrungsmittel gäbe es auch keine Möglichkeit etwas anderes
anzubauen. Gott, in seiner endlosen Barmherzigkeit und Güte, hat
aber für die Menschen die verschiedensten Gemüse- und Obstsarten
erschaffen. Überdies verfügen sie über einen angenehmen
und jeweils anderen Geschmack. Der Mensch muß essen um am Leben
zu bleiben; aber dank Gottes Barmherzigkeit kann er sich am Geschmack
erfreuen.

Und Er ist es, der vom Himmel Wasser herabsendet. Wir bringen dadurch
die Keime aller Dinge heraus, und aus ihnen bringen Wir Grünes
hervor, aus dem Wir dicht geschichtetes Korn sprießen lassen
und aus den Palmen, aus ihrer Blütenscheide, niederhängende
Fruchtbüschel; und Gärten mit Reben und Oliven und Granatäpfeln,
einander ähnlich und unähnlich. Beobachtet ihre Frucht,
wenn sie sich bildet und reift. Siehe, darin sind wahrlich Zeichen
für gläubige Menschen.
(Sure 6:99 – al-An’am) |
Auch die Tiere, die Gott erschaffen hat, enthalten für den Menschen
die verschiedensten Schönheiten. Während Nutztiere wie Pferd,
Kamel und Kuh dem Menschen helfen, besitzen Haustiere wie Vogel, Hund
und Katze Eigenschaften, die sie uns liebenswert machen. Gott hat sogar
den kleinen Kanarienvogel mit Eigenschaften erschaffen, die dem Menschen
gefallen. Dieses von Gott erschaffene kleine Lebewesen, dieser Quell der
Freude und Entspannung kann mittels eines winzig kleinen Loches in seiner
Kehle wie mit menschlicher Stimme sprechen, vefügt mit den unterschiedlichsten
Blau-, Gelb- und Grüntönen seines Gefieders über ein äußerst
ästhetisches Aussehen und erfreut sich daran, geliebt zu werden.
Von der Luft, die wir atmen, bis zum Regen, der vom Himmel fällt,
von den landwirtschaftlichen Produkten bis zu den Bodenschätzen,
von den Tieren, die uns gefallen bis zum Wasser, das der grundlegende
Lebensspender ist, die gesamte Natur erreicht uns ohne daß wir uns
auch nur darum bemühen müssen. Im Universum gehen komplizierte
Prozesse vor sich, damit der Mensch am Leben bleiben kann.
Und unter den Tieren gibt
es Lasttiere und Schlachttiere; eßt von dem, was euch Allah
beschert, und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; siehe,
er ist euch ein offenkundiger Feind.
(Sure 6:142 – al-An’am)
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Nur Menschen sind sich ihrer Besonderheiten bewußt. Ein Hase lebt
ohne zu bemerken wie liebenswert er ist. Ein Schmetterling ist sich nicht
seiner symmetrischen Flügel, deren Muster und Harmonie bewußt.
Farben, Zeichnung und Symmetrie machen einen Pfau zu einem prunkvollen
Tier. Aber er ist dennoch ein Lebewesen, das weder weiß wieso es
vorhanden ist, noch kann es seine eigene Schönheit loben. Dieses
Geschöpf, das mit der Farbe und Musterung seiner Schwanzfedern einen
der schönsten Anblicke der Welt bietet, ist nur eine der Wohltaten,
die erschaffen wurden, damit der Mensch Gott dankt und Gottes Schöpferkraft
erkennen kann.
Deshalb müssen die Menschen beim Anblick der Ästhetik, Symmetrie
und Farben dieser Lebewesen die Kraft Gottes in erforderlicher Weise loben
und unserem Herrn in bester Weise danken, Der ja der Schöpfer dieser
Schönheiten ist.
Die Schönheiten, die Gott auf der Erde erschaffen hat sind mehr,
als gezählt werden können. Zum Beispiel verfügt eine Rose
über eine makellose Ästhetik. Die Blätter sind sorgfältig
symmetrisch angeordnet. Die Oberfläche der Blütenblätter
ist, wie ein qualitativ hochwertiger Stoff, von samtiger Weichheit. Sie
kommt in den schönsten und lebhaftesten Farben vor. Obwohl sie im
dunklen Erdboden wächst, weisen ihre Farben weder Trübe noch
Schmutz auf. Ihr Geruch verfügt über Eigenheiten, die auch von
der entwickeltsten Technologie der Welt kaum nachzuahmen ist. Während
selbst ein teures Parfüm mit der Zeit schwer riecht, verströmt
die Rose immer den gleichen frischen und den Menschen erfreuenden Geruch.
Allerdings bemerkt die Rose nichts von ihren Eigenschaften. Die Rose wurde
wie andere Pflanzen und Tiere nicht erschaffen, um sich an ihrer eigenen
Anmut zu erfreuen, sondern, um den Menschen eine Wohltat zu sein.
Und bauten über
euch sieben Firmamente und setzten eine hellbrennende Leuchte (hinein)?
14. Und sandten aus den Regenwolken Wasser in Strömen, um dadurch
Korn und Kraut hervorzubringen und üppige Gärten? (Sure
78:12-16 – an-Naba’)
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Jede Anmut spiegelt eine Wohltat unseres Herrn wieder. Deshalb bindet
sich jeder Mensch, der über Gewissen und Denkfähigkeit verfügt
mit großem Eifer und viel Liebe an Gott, den eigentlichen Besitzer
all dieser Schönheiten. Gott teilt mit, daß alle seine Geschöpfe
für den Menschen Beweise sind, über die nachgedacht und beraten
werden muß.
Und was Er euch auf Erden erschuf, verschieden an Farbe, darin ist fürwahr
ein Zeichen für Leute, die sich ermahnen lassen. (Sure 16:13 –
an-Nahl)
Die bis hierher aufgezählten Wohltaten, die dem Menschen gegeben
wurden, sind nur ein ganz kleiner Teil. Daneben ist es zur Fortsetzung
unseres Lebens notwendig, zahlreiche Einzelheiten zusammen zu bringen.
Eigentlich reicht der Gedanke an eines der oben genannten Beispiele aus,
damit wir die Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Menschen verstehen.
Ein Mensch mit Urteilskraft und Denkvermögen soll die Gnade und Intelligenz
Gottes erkennen und seine Fähigkeiten dazu verwenden, Ihn zu lieben.
Denn für Menschen, die ihr Gewissen benutzen und die hervorragende
Ordnung ihrer Umgebung wahrnehmen können, ist das gesamte Weltall
voll von Gründen, die ihre Liebe zu Gott verstärken. Ein Mensch,
der diese Einzelheiten bedenkt, kann Gott preisen und Ihm so danken, wie
es notwendig ist.
Und Korn auf
Halmen und wohlduftende Pflanzen - welche der Wohltaten eueres Herrn
wollt ihr beide da wohl leugnen? (Sure 55:12, 13 – ar-Rahman) |
Schließlich regt Gott in einigen Versen des Quran den Menschen
an, über die Wohltaten nachzudenken, die Er ihm gab, und erinnerte
den Menschen gleichzeitig an einige dieser Wohltaten. Einige dieser Verse
lauten:
Er hat den Menschen aus einem Samentropfen erschaffen. Doch siehe, er
ist intelligent und streitsüchtig. Und Er erschuf die Tiere für
euch. Und ihr erfreut euch an ihrer Schönheit, wenn ihr sie abends
eintreibt und morgens austreibt. Und sie tragen eure Lasten in Länder,
die ihr sonst nicht ohne größte Mühe hattet erreichen
können. Seht, euer Herr ist wahrlich gütig und barmherzig. Und
(Er erschuf) die Pferde und die Kamele und die Esel, damit ihr auf ihnen
reitet, und zum Schmuck. Und Er wird (manches) erschaffen, wovon ihr (heute)
nichts wißt. Und an Allah ist es, den Weg zu zeigen; doch einige
weichen von ihm ab. Doch wenn Er gewollt hätte, Er hätte euch
wahrlich allesamt rechtgeleitet. Er ist es, Der euch vom Himmel Wasser
niedersendet. Davon könnt ihr trinken und davon wachsen die Bäume,
unter denen ihr weiden laßt. Dadurch läßt Er euch Getreide
und Ölbäume und Palmen und Reben und allerlei Früchte wachsen.
Siehe, darin ist wahrlich ein Zeichen für nachdenkliche Leute. Und
Er machte euch die Nacht und den Tag dienstbar; die Sonne, der Mond und
die Sterne sind (euch) ebenfalls dienstbar, gemäß Seinem Befehl.
Siehe, darin ist wahrlich ein Zeichen für einsichtige Leute. Und
was Er euch auf Erden erschuf, verschieden an Farbe, darin ist fürwahr
ein Zeichen für Leute, die sich ermahnen lassen. Und Er ist es, Der
euch das Meer dienstbar machte, damit ihr frisches Fleisch daraus eßt
und Schmuck daraus hervorholt, um ihn anzulegen. Und du siehst Schiffe
es durchpflügen, damit ihr Seine Wohltaten zu erlangen suchen könnt
und vielleicht dankbar seid. Und auf der Erde verankerte Er feste Berge,
so daß sie nicht mit euch wanken, und Flüsse und Wege zu eurer
Orientierung. (Sure 16:4-15 – an-Nahl)
Die in den oben erwähnten Versen aufgezählten Wohltaten sind
nur einige wenige, die unser Herr den Menschen in ihrem irdischen Leben
gegeben hat. In der Fortsetzung dieser Verse befiehlt Gott: "Und
wenn ihr die Gnaden Allahs aufzählen wolltet, ihr könntet sie
nicht beziffern. Allah ist wahrlich verzeihend und barmherzig." (Sure
16:18 – an-Nahl) Auch wenn die Menschen nur über die hier aufgezählten
Wohltaten nachdenken, reicht dies aus um die endlose Gunstbezeugung, Güte
und Barmherzigkeit Gottes zu verstehen. Es ist Gott, Der uns eine Seele
gegeben hat, Der uns am Leben erhält, uns erfreut und jedes Wesen
und Vorkommnis erschaffen hat, an dem wir Gefallen finden. Deshalb muß
sich jeder Mensch zu Gott hinwenden und für alles was er besitzt,
Gott danken. Er muß sich Ihm mit einer starken Liebe zuwenden.
O
ihr Menschen! Gedenkt der Gnade Allahs euch gegenüber. Gibt
es einen Schöpfer außer Allah, der euch vom Himmel und
der Erde versorgte?... (Sure 35:3 – al-Fatir)
Und ihr habt nichts Gutes,
das nicht von Allah wäre. Wenn euch ein Übel trifft, fleht
ihr daher zu Ihm um Hilfe. (Sure 16:53 – an-Nahl)
Und was Er euch auf Erden erschuf,
verschieden an Farbe, darin ist fürwahr ein Zeichen für
Leute, die sich ermahnen lassen. (Sure 16:13 – an-Nahl)
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Anbrechen läßt Er den Morgen, und die Nacht hat Er
zur Ruhe bestimmt und Sonne und Mond zur Berechnung (der Zeit).
Das ist die planmäßige Ordnung des Mächtigen,
des Wissenden. (Sure 6:96 – al-An’am)
Und Er ist es, der für euch die Sterne gemacht hat, damit
ihr von ihnen mitten in der Finsternis zu Land und auf dem Meer
geleitet werdet. Und so haben Wir die Zeichen nunmehr deutlich
erklärt, für Leute, die verständig sind. (Sure
6:97 – al-An’am)
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Gott erschuf den Menschen aus dem Nichts und gab ihm eine Seele
Wenn der
Mensch darüber nachdenkt, wie er aus dem Nichts geschaffen wurde,
wie er eine Seele erhielt und wie er seit seiner Geburt bis heute mit
Sorgfalt geschützt wurde, dann erkennt er die Barmherzigkeit, das
endlose Erbarmen und die Güte Gottes. Gott hat in der Sure Maryam
die Menschen dazu aufgerufen, über ihre Erschaffung nachzudenken:
Bedenkt der Mensch denn nicht, daß Wir ihn schon zuvor erschufen
als er ein Nichts war? (Sure 19:67 – Maryam)
Gott hat jeden Menschen in der mütterlichen Gebärmutter an
einem Ort untergebracht, der in höchstem Maße sicher ist, und
an dem ihm keine Schäden und Schmerzen zugefügt werden. Alles,
was ein auf die Welt kommendes Baby benötigt, wurde bereits vor Milliarden
von Jahren bereitgestellt. Alles, von der Luft zum Atmen bis zur Muttermilch
zur Ernährung steht schon bereit.
Der Körper eines jeden Menschen wird bis zum Tod dank eines von
Gott geschaffenen, fehlerlosen Systems geschützt. Zum Beispiel schlägt
das Herz für die Dauer des menschlichen Lebens ohne stehenzubleiben;
allerdings braucht der Mensch überhaupt nichts zu tun, um dies zu
gewährleisten. Hätte der Mensch die Aufgabe auch nur das Schlagen
seines eigenen Herzen einmal pro Sekunde zu veranlassen, dann würde
sein Leben sehr schwer werden und er könnte nicht schlafen, essen
oder irgendeine andere Aufgabe erledigen. So aber hat Gott dem menschlichen
Herzen vom ersten Lebenstag an den Befehl gegeben, bis zum Tode zu arbeiten.
Auf diese Weise fährt das Herz ein Menschenleben lang fort, unter
der Kontrolle Gottes unaufhörlich zu schlagen.
Der Mensch hat keinerlei Herrschaft über den Körper, von dem
er behauptet, daß er ihm gehört. Es ist unser erhabener Herr,
Der den Menschen bis in die Zellen hinein beherrscht. Das mit hoher Geschwindigkeit
fließende Blut, die Blutmenge, die das Herz pumpt, die Gerinnungszeit
des Blutes, Atmung, Verdauung, Abwehrkräfte und Nervensystem, keines
dieser und vieler anderer Systeme kann der Mensch allein lenken und kontrollieren.
Der Mensch ist auf Gott angewiesen. Gott hat diese Tatsache in einem Vers
folgendermaßen ausgedrückt:
O ihr Menschen! lhr seid als Bedürftige auf
Allah angewiesen. Doch Allah ist der Bedürfnislose, der Preiswürdige.
(Sure 35:15 – al-Fatir)

Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein
sind die schönsten Namen. lhn preist, was in den Himmeln und
auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise. (Sure 59:24
– al-Haschr) |
Wenn Sie morgens aufwachen sind Sie Zeuge, wie Ihr Körper mit allen
lebensnotwendigen Funktionen wieder arbeitet. Sie können ganz leicht
atmen und wenn Sie die Augen öffnen, erkennen Sie mühelos und
ohne warten zu müssen die Welt in Farbe.
Stimmen können Sie zu jeder Zeit klar hören, Gerüche riechen
und Speisen verzehren. Sie sind auch niemals gezwungen über solche
Details nachzudenken wohin in Ihrem Körper die mit dem Essen eingenommenen
Vitamine gehen, auf welche Weise der Körper gegen zahllose Bakterien
und Viren ankämpft und wie in Ihrem Gehirn das Abbild von etwas Gesehenem
entsteht.
Ohne Probleme können Sie sich an Dinge erinnern, die Sie gestern,
vor einem Jahr oder vor vielen Jahren getan haben und all diese Dinge
im Gedächtnis behalten. Sie sind gesund und kräftig. Denn der
Mensch ist an ein System gebunden, das zu jeder Zeit unter Gottes Kontrolle
steht. Aus diesem Grund hat der Mensch über die makellosen Systeme
und Wohltaten nachzudenken, die unser Herr uns zugeteilt hat. Gott erinnert
den Menschen im Quran folgendermaßen an diese außergewöhnliche
Schöpfung:
O Mensch! Was hat dich deinem großzügigen Herrn entfremdet,
Der dich erschaffen, gebildet und wohlgeformt hat? Dich in der Gestalt,
die Ihm beliebte, zusammengefügt hat? (Sure 82:6-8 – al-Infitar)
Wie man sieht, kann der Mensch allein durch die Beobachtung seines Körpers
viele Beweise für eine tiefe und starke Liebe zu Gott finden. Überdies
schuf Gott, unser einziger und wahrer Freund, nicht nur im menschlichen
Körper, sondern auch in jeder Einzelheit des Universums unvergleichliche,
dem Menschen dargebotene Wohltaten. Ein Mensch, der diese Einzelheiten
bedenkt, erkennt, daß er jeden Moment auf Gott, Der ihn erschaffen,
ihm Leben gegeben und ihn am Leben erhält angewiesen ist, und daß
er, wenn Gott es nicht will, nicht einmal atmen kann. Er versteht, daß
Gott sein nächster Freund und sein Beschützer ist. Gott hat
diese Tatsache in der Sure al-‘Ankabut folgendermaßen mitgeteilt:
Und ihr könnt Ihm weder auf Erden noch im Himmel entkommen. Und
ihr habt außer Allah weder Beschützer noch Helfer. (Sure 29:22
– al-‘Ankabut)
Gott schuf nur das Angenehmste und Gesegnetste

...Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an
Ihm. Sie sind Allahs Partei... (Sure 58:22 – al-Mudschadala) |
Jedes Ereignis, das unser Herr, der Besitzer endloser Gerechtigkeit und
Erbarmen erschuf, und jede Vorschrift, die Er den Menschen durchgesetzt
hat, ist gesegnet und vorteilhaft. Selbst hinter negativ erscheinenden
Ereignissen hat Gott viel Segen, Anmut und Weisheit verborgen. In einem
Vers gibt Gott dies folgendermaßen zur Kenntnis:
“... Aber vielleicht verabscheut ihr etwas, das gut für euch
ist. Und vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist. Allah
weiß, ihr aber wißt (es) nicht.” (Sure 2:216 –
al-Baqara)
Wir leiteten ihn gewiß des Weges, ob er (nun) dankbar oder undankbar
gewesen war. (Sure 76:3 – al-Insan)
Gläubige, die sich dieser Tatsache bewußt sind, billigen jedes
Ereignis, das ihnen widerfährt und jedes Gespräch, das sie hören;
sie wenden sich stets zu Gott, bedanken sich, daß sie erschaffen
wurden und rezitieren Gottes Namen mit Liebe, wohl wissend, daß
Gott sie selbst in gesegneter und anmutigster Weise erschaffen hat
.
Gott überfordert die Menschen nicht, Er fordert
nur, was möglich ist
Unser Herr, der Besitzer endloser Barmherzigkeit und Güte, ruft
die Menschen mittels Büchern und Botschaftern zum Angenehmsten und
Leichtesten auf. Die Gottesdienste zu denen uns Gott ruft, sind ganz einfach;
die Gebete sind so, daß die Kraft der Menschen dazu ausreicht. Für
diejenigen, deren Kraft hierzu nicht ausreicht, hat Gott Erleichterungen
geschaffen, und hat ihnen Wege gezeigt, um die Zufriedenheit Gottes zu
gewinnen. Gott hat in folgenden Versen mitgeteilt, daß seine Religion
einfach ist:
Und Wir werden dich auf den leichtesten Weg bringen. (Sure 87:8 –
A’la)
... Er hat euch erwählt und hat euch in der Religion nichts Schweres
auferlegt, der Religion eures Vaters Abraham... (Sure 22:78 – al-Hadsch)
Wir haben den Quran nicht auf dich herabgesandt,
um dich unglücklich zu machen, sondern als Ermahnung für die
Gottesfürchtigen. (Sure 20:2, 3 – Ta Ha)

Und so sandten Wir ihn als arabischen Quran hinab und flochten darin
auf vielfältige Weise Drohungen ein, damit sie gottesfürchtig
werden mögen oder er ihnen Anlaß zu neuem Gottesbewußtsein
würde. (Sure 20:113 – Ta Ha) |
In einem anderen Vers hat Gott folgendermaßen mitgeteilt, daß
er den Menschen nicht mehr aufbürden wird, als deren Kraft tragen
kann:
Allah belastet niemand über Vermögen. Jedem wird zuteil, was
er verdient hat, und über jeden kommt nach seinem Verschulden. "Unser
Herr, strafe uns nicht für Vergeßlichkeit und Fehler. Unser
Herr, bürde uns keine Last auf, wie Du sie denen vor uns aufgebürdet
hast. Unser Herr, Iaß uns nicht tragen, wozu unsere Kraft nicht
ausreicht, und vergib uns und verzeihe uns und erbarme Dich unser! Du
bist unser Beschützer. Und hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen."
(Sure 2:286 – al-Baqara)
Die Erleichterungen, die Gott für die Menschen geschaffen hat, sind
eine Manifestation Seines Mitleids, Seiner Vergebung und Güte. Gott
verantwortet seinen Dienern eine leichte Religion und überbringt
nach dieser leichten Prüfung auf Erden den Menschen die frohe Botschaft
von einem Leben im Paradies voller Wohltaten von unvorstellbarer Vollkommenheit:
Ihr Herr verheißt ihnen Seine Barmherzigkeit und Sein Wohlgefallen
und Gärten beständiger Wonne. Verweilen sollen sie dort ewig
und immerdar. Siehe, bei Allah ist gewaltiger Lohn. (Sure 9:21, 22 –
at-Tauba)
Gott hat kein Bedürfnis, Er ist frei von jedem Fehler. Die Menschen
jedoch haben das Bedürfnis, zu Gott zu beten und eine angenehme Moral
an den Tag zu legen. Nicht der gewalttätigste, auch nicht der ungläubigste
Mensch kann Gott irgeneinen Schaden zufügen. Gott ist der einzige
Herrscher und Besitzer aller Lebewesen und lebloser Gegenstände.
Trotzdem hat Gott den Menschen mitgeteilt, daß Er sie belohnen wird,
wenn sie ein angenehmes Verhalten zeigen. Dies ist einer der Beweise von
Gottes außerordentlicher Vergebungskraft und Barmherzigkeit.
Die Tatsache, daß Gott wahre Bücher und Botschafter gesandt
hat, die die Menschen aus der Dunkelheit ans Licht führen, ist eine
Manifestation der Barmherzigkeit unseres Herrn. Gott hat die Menschen
mit dem Quran erleuchtet, damit sie Recht von Unrecht unterscheiden können
und um ihnen alles zu erklären. Unser Herr hat uns jede Art von Gebet,
von Glauben und Verhaltensweise, die Er den Menschen auferlegt, in den
Versen ganz offen mitgeteilt:
Und Wir hatten ihnen doch ein Buch gebracht und es mit vollem Wissen
als eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für gläubige Menschen
erklärt. (Sure 7:52 – al-A’raf)
Gott hat den Quran geschützt und nicht erlaubt, daß auch nur
ein Buchstabe verdorben wird. Diese Tatsache teilt Gott in den Versen
folgendermaßen mit:
Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen fürwahr
ihr Bewahrer sein. (Sure 15:9 – al-Hidschr)
Von keiner Seite kann Falschheit an es herankommen. Es ist eine Offenbarung
von einem Weisen, Rühmenswerten. (Sure 41:42 – Fussilat)
Für die Menschen ist es eine große Wohltat und Erleichterung,
einen Wegweiser zu besitzen, der sie bis zum Jüngsten Gericht schützt
und ihnen einen gültigen, makellosen und fehlerlosen Weg weist. Gott
teilt in einem Vers die Bedeutung des Quran für die Gläubigen
folgendermaßen mit:
... Wir sandten das Buch auf dich herab als eine Erklärung aller
Dinge und eine Rechtleitung, eine Barmherzigkeit und Heilsbotschaft für
alle, die bereit sind, sich Allah hinzugeben. (Sure 16:89 – an-Nahl)
Gott schickte außerdem den Menschen im Laufe der Geschichte immer
wieder seine Gesandten. Die von Ihm ausgesuchten Gesandten waren stets
vertrauenswürdig, sehr fromm, gerecht, von angenehmer Moral und gesegnete
Persönlichkeiten. Sie suchten nichts als das Wohlgefallen Gottes,
und sie beschäftigten sich ihr Leben lang, die Gläubigen auf
den rechten Weg zu bringen. Eine andere Eigenschaft der Gesandten Gottes
ist ihre Güte, ihre Hinwendung zu den Gläubigen, ihr Wunsch
diese zu schützen, ihre Feinfühligkeit und Großzügigkeit.
Diese angenehmen Eigenschaften aller Gesandten, die Gott im Laufe der
Geschichte auswählte, ist für die Gläubigen eine große
Güte unseres Herrn. Die Tatsache, daß Gott den Menschen alles
offen mitteilte und daß er die Menschen mit dem Quran und vertrauenswürdigen
Gesandten auf einen einfachen Weg rief, ist eine Manifestation der Barmherzigkeit
und des Schutzes Gottes gegenüber den Menschen. Gott gewährte
den Menschen im Laufe der Geschichte stets Erleichterung, teilte Seine
Wünsche durch angenehme Vermittler mit, versprach denjenigen, die
seinem Ruf folgten, Helfer und Beschützer zu sein und überbrachte
dazu noch die frohe Botschaft des Paradieses mit seinen unendlichen Annehmlichkeiten.
Gott erbarmt sich der Menschen auf der Welt und im Jenseits, beschützt
sie, erweist ihnen Wohltaten und besitzt endlose Güte. Jeder denkende,
intelligente, über ein Gewissen verfügende Mensch dankt Gott
in schönster Weise für die ihm gegebenen Wohltaten und bindet
sich an unseren Herrn mit von Herzen kommender Liebe und Hingabe.
Gott billigt die Reue der Sünder und vergibt ihnen
Gott ist der ewig Vergebende. In einem Quranvers teilt uns unser Herr
diese Tatsache mit folgenden Worten mit: "Wenn Allah die
Menschen für alle ihre Sünden strafen würde, würde
Er nichts, was sich regt, auf Erden belassen. Jedoch Er gewährt ihnen
bis zu einem bestimmten Termin Aufschub..." (Sure 16:61
– an-Nahl)
Während Sie dieses Buch lesen, teilt Gott Ihnen und und allen anderen
Menschen eine bestimmte Zeitspanne zu. Für die wahren Gläubigen
ist dies eine gesegnete Zeitspanne. Jeder Mensch der Gott fürchtet,
kann vor Gott alle Sünden, von der Kleinsten bis zur Größten
bereuen, Ihn um Vergebung bitten und hoffen, daß seine Sünden
vergeben werden. Gott vergibt jede Sünde, solange die Reue des Menschen
aufrichtig ist. Gott teilt im Quran Seine endlose Vergebung folgendermaßen
mit:
Und ohne Allahs Gnade und Barmherzigkeit gegen euch, und wäre Allah
nicht vergebend und weise... (Sure 24:10 – an-Nur)
Da Gott endlos vergibt, gibt es für den Menschen immer eine Hoffnung
auf Rettung. Unser Herr, Der die Reue billigt, der Besitzer von Gnade
und Barmherzigkeit, gewährt aufgrund seines Mitleids den Menschen
ein Leben lang die Möglichkeit zur Rettung und teilt mit, daß
Er ihre Reue billigt. Trotz aller Wohltaten und Barmherzigkeit Gottes
leben diejenigen, die Gott vergessen und die nicht bemerken, daß
sie Ihn benötigen, in Sorglosigkeit. Diejenigen, die im weltlichen
Leben die Barmherzigkeit unseres Herrn, Seine Liebe und Wohltaten nicht
wie erforderlich preisen, werden sich im Jenseits den Höllenqualen
ausgesetzt sein.
...Und Allah stärkt
mit Seiner Hilfe, wen Er will. Siehe, hierin ist wahrlich eine Lehre
für die Verständigen.
(Sure 3:13 – Al-‘Imran) |
Gott ist Beschützer und Helfer derer, die Seinen Weg gehen
Jeder Mensch, der sich zu Gott wendet und der sich auf Seinem Weg befindet,
ist jederzeit Zeuge des Schutzes durch unseren Herrn und Seine warmherzige
und unmittelbare Beobachtung. Gott öffnet jedem Gläubigen den
Weg, der sich einer aufrichtigen Arbeit zuwendet, der die Gebote einhält
und Rechtmäßiges tut; diesen gewährt Er Erleichterung.
Gott hat in einigen Quranversen den Gläubigen versprochen, daß
Er ihnen immer helfen und sie beschützen wird. In einem dieser Verse
hat Gott folgendermaßen kundgetan:
... doch war es Unsere Pflicht, den Gläubigen zu helfen. (Sure 30:47
– ar-Rum)
Eines der schönsten Beispiele für Gottes Unterstützung
ist das Leben vom Propheten Moses (a.s). Nachdem der Prophet Moses (a.s)
die Stadt verlassen hatte, in der er lebte, betete er zu Gott und sagte:
... "O mein Herr! Ich bedarf dringend, was immer Du an Gutem auf
mich herabsendest." (Sure 28:24 – al-Qasas) Gott erhörte
sein Gebet und ließ ihn einer Gemeinschaft begegnen. Auf diese Weise
fand der Prophet Moses (a.s) Gelegenheit, bei vertrauensvollen Menschen
zu bleiben und mit diesen zu arbeiten.
Nachdem Gott dem Propheten Moses (a.s) das Prophetentum verliehen hatte,
stärkte Er auf den Wunsch vom Propheten Moses (a.s) seinen Bruder
den Propheten Aaron (a.s), damit dieser Moses (a.s) unterstütze.
Als das Heer des Pharaos den Propheten Moses (a.s) und den Propheten Aaron
(a.s) verfolgte, half ihnen Gott wieder. Er teilte das Meer und öffnete
einen Weg, den Moses (a.s) und sein Gefolge beschreiten konnten. Der Pharao
und sein Heer ertranken im Meer. Gott teilt die Hilfe für den Propheten
Moses (a.s) und den Propheten Aaron (a.s) in der Sure as-Saffat folgendermaßen
mit.
Fürwahr, Wir waren auch gegenüber Moses und Aaron gnädig
und erretteten beide und ihr Volk aus großer Drangsal. Wir halfen
ihnen, und so wurden sie die Sieger. (Sure 37:114-116 – as-Saffat)
Gott half auch dem Propheten Noah (a.s) und hiess ihn, ein Schiff zu
bauen, um seinen Stamm und andere Menschen vor der kommenden Sintflut
zu schützen. Gott rettete auch Jesus (a.s), als er ans Kreuz geschlagen
wurde, indem Er ihn zu Sich erhoben hat. Gott errettete Joseph (a.s) aus
dem Kerker und erhob ihn in Amt und Würden. Unser Herr half auch
stets dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) und erleichterte ihm seine Bürde.
Gott überbrachte in den quranischen Versen die frohe Botschaft von
Seiner Eigenschaft als Beschützer und Helfer der Propheten und gab
auf diese Weise den Gläubigen das Gefühl von Ruhe und Vertrauen.
Einige Verse, in denen Gott den Gläubigen die frohe Botschaft seiner
Hilfe überbrachte, lauten:
Sprich: “Wer ist da, der euch vor Allah abschirmen könnte,
wenn Er euch strafen oder wenn Er euch Barmherzigkeit erweisen wollte?”
Außer Allah finden sie für sich weder Beschützer noch
Helfer. (Sure 33:17 – al-Ahzab)
Wahrlich, Unser Wort erging bereits an Unsere Diener, die Gesandten,
daß sie ganz gewiß Beistand finden werden, und daß Unsere
Heerscharen für sie obsiegen werden. (Sure 37:171-173 – as-Saffat)
O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr Allah helft, wird
Er euch helfen und eure Schritte festigen. (Sure 47:7 – Muhammad)

Siehe, Wir werden unseren Gesandten und den Gläubigen wahrlich
helfen, im irdischen Leben und am Tage, an dem sich die Zeugen erheben.
(Sure 40:51 – Ghafir) |
Der Mensch ist in jedem Moment auf Gott angewiesen. Außer Gott
hat der Mensch keinen einzigen Helfer. Nur Gott kann ihm helfen, wenn
er in Bedrängnis ist. Gott hat als Barmherzigkeit für den Menschen,
die in ihren weltlichen Leben Schwierigkeiten treffen, zahlreiche Wohltaten
erschaffen. Während die Menschen diese Wohltaten geniessen, sollten
sie nicht den Fehler begehen und diese als Existenz einer unabhängigen
Kraft betrachten. Denn in Wirklichkeit ist es Gott, Der diese erschafft
und die Tatsachen werden nur durch Gottes Willen zu einer Wohltat und
Barmherzigkeit für den Menschen wandeln. So ist es nur Gott, Der
den Menschen hilft, die während einer Krankheit beim Arzt Genesung
suchen. Der Arzt kann dem Menschen nur mit Gottes Willen Gesundheit geben.
Nimmt sich der Mensch einen Rechtsvertreter, um sein Recht zu erhalten,
dann ist sein eigentlicher Vertreter in Wirklichkeit Gott. Denn der Rechtsanwalt
kann nur mit Gottes Willen das Recht des Menschen schützen oder in
dessen Namen Gerechtigkeit schaffen. Tatsächlich ist es nur Gott,
Der die Ereignisse in schönster Weise beendet und dem Menschen Wohltaten
zuführt.
Gott läßt den Menschen, auf von Ihm gewünschten Wegen,
Hilfe zukommen. Ein Mensch, der diese Tatsache weiß, erhofft sich
niemals Hilfe von anderen Menschen oder Kräften. Er weiß, daß
alle Hilfe von Gott kommt und erbittet alles von Gott. Wenn er erfolgreich
war oder etwas zu seinem eigenen Nutzen erledigen konnte, wendet er sich
sofort mit Dank an Gott und empfindet wegen der Hilfe eine Dankesschuld
an Gott. Er dankt unserem Herrn und bindet sich mit inniger und eifriger
Liebe an Ihn. Gott erinnert die Menschen im Quran folgendermaßen
daran, daß Er der eigentliche Freund und Helfer der Menschen ist:
... Weißt du nicht, daß Allah über
alle Dinge Macht hat? Weißt du nicht, daß Allahs die Herrschaft
der Himmel und der Erde ist und daß ihr außer Allah weder
Beschützer noch Helfer habt? (Sure 2:106, 107 – al-Baqara)

...denn nur von Allah, dem Mächtigen, dem Weisen, kommt der
Sieg. (Sure 3:126 – Al-‘Imran)
...aber Allah war beider Beschützer. Und auf Allah sollen
die Gläubigen bauen. (Sure 3:122 – Al-‘Imran)
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Gott erhört Gebete
Der Mensch verfügt über keine eigenständige Kraft. In
jedem Moment seines Lebens und bei jedem Ereignis benötigt er die
Kraft Gottes, Der die Güte und Wohltaten ihm schenkt, ihn schützt
und behütet. Unser Herr, der Besitzer endloser Barmherzigkeit, überbrachte
den Menschen die frohe Botschaft, indem Er mitteilte, daß Er alle
ihre Gebete und Rufe hören werde.
Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, siehe, Ich bin Nähe.
Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er Mich ruft. Doch auch
sie sollen Meinen Ruf hören und an Mich glauben; vielleicht schlagen
sie den rechten Weg ein. (Sure 2:186 – al-Baqara)
Und euer Herr spricht: "Ruft Mich an, Ich
werde auf euch eingehen! Diejenigen aber, welche zu stolz dafür sind,
Mich anzurufen, werden gedemütigt in die Hölle eintreten."
(Sure 40:60 – Ghafir)
Er hört
jeden Wunsch der Menschen. Der Mensch kann zu Gottes Zufriedenheit innerhalb
der Grenzen von Erlaubnis und Verbot ohne jegliche Einschränkung
alles von unserem Herrn wünschen. Gott hat im Quran einige Gebeten
der Propheten wiedergegeben und mitgeteilt, wie Er diese Gebete erhörte:

Schon Noah rief Uns an und Unsere Antwort war fürwahr schön.
Wir erretteten ihn und seine Familie aus großer Drangsal.
So ließen Wir seine Nachkommen überleben. (Sure 37:75-77
– as-Saffat) |
Und (gedenke des) Hiob, als er seinen Herrn rief: "Fürwahr,
mich hat Unheil getroffen! Dennoch bist Du der barmherzigste der Barmherzigen."
Da erhörten Wir ihn und befreiten ihn von seiner Plage und gaben
ihm seine Familie (wieder) und ebensoviele dazu, als eine Barmherzigkeit
von Uns und eine Ermahnung für Unsere Diener. (Sure 21:83, 84 –
al-Anbiya)
Und der Mann des Fisches, als er erzürnt fortging und meinte, Wir
hätten keine Macht über ihn. Doch in der tiefen Finsternis rief
er: "Es gibt keinen Gott außer Dir! Preis sei Dir! Ich war
wirklich einer der Sünder!" Da erhörten Wir ihn und retteten
ihn aus der Trübsal. Und so erretten Wir die Gläubigen. (Sure
21:87, 88 – al-Anbiya)
Und (gedenke des) Zacharias, als er zu seinem Herrn
rief: "O mein Herr! Lasse mich nicht kinderlos, obwohl Du der beste
der Erben bist". Da erhörten Wir ihn und schenkten ihm Johannes
und machten seine Frau für ihn fähig (zu empfangen.) Siehe,
sie wetteiferten im Guten und riefen Uns mit Liebe und Ehrfurcht an und
demütigten sich vor uns. (Sure 21:89, 90 – al-Anbiya)

Ruft eueren Herrn in Demut und im Verborgenen an... Und ruft Ihn
an in Furcht und Verlangen. Siehe, Allahs Barmherzigkeit ist denen
Nähe, die Gutes tun. (Sure 7:55, 56 – al-A’raf) |
In der Sure an-Naml teilt Gott mit, daß Er nicht nur die Gebete
der Propheten sondern die Gebete eines jeden erhört, der in Bedrängnis
ist und das Bedürfnis verspürt:
Wer antwortet denn dem Bedrängten, wenn er lhn anruft, und beseitigt
das Übel und macht euch zu Statthaltern auf Erden? Was? Ein Gott
neben Allah? Wie wenig nehmt ihr es euch zu Herzen! (Sure 27:62 –
an-Naml)
Für den Menschen ist es Anlaß zu großer Freude, wenn
er sieht, daß etwas, was er sich von Gott wünschte, in Erfüllung
gegangen ist. Zu wissen, daß Gott jederzeit bei ihm ist, ihn sieht
und hört und jeden Gedanken kennt und zu hoffen, daß Gott ihm,
solange er aufrichtig ist, bei jeder Arbeit hilft und jeden Wunsch annimmt;
steigert die Gottesliebe, Hingabe und Seelenbindung jeden Gläubigen.
Gottes Gerechtigkeit ist allumfassend
Der Mensch kann in seinem Leben Zeuge von ungerechtem Verhalten mancher
Menschen sein. Manche sind ungerecht beim Handeln, manche beim Bezeugen
und andere beim Entscheiden; sie schützen ihre eigenen Interessen
und schaffen es nicht, sich gerecht zu verhalten. Gerechtigkeit ist eine
der wichtigsten Eigenschaften eines aufrichtigen und ehrlichen Menschen
von schöner Moral. Gleichzeitig empfindet man Liebe und Achtung für
Personen, die in ihrem Leben Gerechtigkeit legen und öffentlich riskieren,
daß ihre Interessen mit Füßen getreten werden. Menschen,
die in der Gesellschaft mit solchen Eigenschaften bekannt sind, begegnet
man – auch wenn sie unterschiedliche Ansichten vertreten - mit großer
Achtung.
Gott dagegen besitzt endlose Gerechtigkeit. Gott fasst jeden Beschluß
gerecht. Alle Menschen haben im Laufe der Geschichte ihr Recht von Gottes
Gnaden erhalten und werden es auch weiterhin erhalten. Jeder Mensch erhält
die Gegenleistung für alles, was er für das Wohlgefallen Gottes
getan hat. Gott teilt in den Versen folgendermaßen mit, wie Er im
Jenseits jedem Gerechtigkeit widerfahren lassen wird:
Eines Tages werden Wir alle Menschen mit ihren jeweiligen Führern
rufen. Und jene, denen ihr Buch in ihre Rechte gegeben wird, werden es
(mit Freude) lesen. Sie werden nicht einmal um ein Fädchen Unrecht
erleiden. (Sure 17:71 – al-Isra’)
Sprich: "Unser Herr wird uns zusammenbringen. Dann wird Er in Wahrheit
zwischen uns richten. Und Er ist der Richter, der Wissende." (Sure
34:26 – Saba’)
Um sich der Gerechtigkeit Gottes zu versichern findet der Mensch die
Gelegenheit, sich mit endloser Liebe und Vertrauen Gott hinzugeben. Wenn
ein Ereignis einen solchen Menschen trifft, kann er sicher sein, daß
sich darin die Gerechtigkeit Gottes manifestiert, und er kann die Ereignisse
mit Freude entgegennehmen, die unser Herr für ihn erschaffen hat.
O unser Herr! Siehe, Du
weißt, was wir verbergen und was wir offen tun; denn nichts
auf Erden und im Himmel ist vor Allah verborgen. (Sure 14:38 –
Abraham) |
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