| IMMUNITÄT,"VERKÜMMERTE ORGANE"
UND EMBRYOLOGIE
In den vorhergehenden Kapiteln haben wir
die Inkonsistenzen und Probleme der Evolutionstheorie auf den Feldern
der Paläontologie und Molekularbiologie im Licht aktueller wissenschaftlicher
Erkenntnisse und Beweise gesehen. In diesem Kapitel nun werden wir biologische
Fakten beleuchten, die von evolutionistischen Quellen als Beweise für
deren Theorie dargestellt werden. Im Gegensatz zu weit verbreitetem Glauben
zeigen diese Fakten, dass es keine wissenschaftliche Erkenntnis gibt,
die die Evolutionstheorie unterstützten würde.
Bakterielle Resistenz gegenüber Antibiotika
Einer der Zusammenhänge, den die Evolutionisten als Beweis für ihre Theorie
präsentieren, ist die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika. Sie nennen
sie "ein Beispiel für die Entwicklung von Lebewesen durch vorteilhafte
Mutationen". Eine ähnliche Behauptung wird auch aufgestellt für Insekten,
die gegen DDT immun werden.
Doch auch bei diesem Thema liegen die Evolutionisten falsch.
Antibiotika sind "Killermoleküle" die von Mikroorganismen zum Kampf gegen
andere Mikroorganismen gebildet werden. Das erste Antibiotikum war das
Penicillin, das 1928 von Alexander Fleming entdeckt wurde. Fleming erkannte,
dass Schimmel ein Molekül produziert, dass das Staphylococcus
bacterium abtötet, eine Entdeckung, die einen Wendepunkt in der Welt der
Medizin bedeutete (und den Nobelpreis für Fleming). Aus Mikroorganismen
gewonnene Antibiotika wurden gegen Bakterien eingesetzt, und die Resultate
waren erfolgreich.
Bald wurde etwas neues entdeckt. Im Lauf der Zeit immunisieren sich Bakterien
gegen Antibiotika. Der Mechanismus funktioniert so: Ein großer Anteil
der Bakterien, die mit dem Antibiotikum in Kontakt kommen, stirbt ab,
doch andere, auf die das Antibiotikum keinen Einfluss hat, vermehren sich
rapide und machen bald die gesamte Population aus, die nunmehr immun ist
gegen Antibiotika.
Evolutionisten interpretieren dies als "Evolution der Bakterien durch
Anpassung an neue Bedingungen".
Die Wahrheit unterscheidet sich jedoch erheblich von dieser oberflächlichen
Interpretation. Einer der Wissenschaftler, die dieses Gebiet detailliert
erforscht haben, ist der israelische Biophysiker und Professor Lee Spetner,
auch bekannt durch sein Buch Not bei Chance (Nicht durch Zufall),
das 1997 veröffentlicht wurde. Spetner zählt zwei verschiedene Mechanismen
für die Immunität der Bakterien auf, von denen jedoch keiner die Evolutionstheorie
belegt. Die beiden Mechanismen sind:

Bakterien werden schnell immun gegen Antibiotika, indem sie ihre
Abwehrgene vererben. Das Bild oben zeigt eine Kolonie von E. coli
Bakterien. |
1) Transfer bereits in den Bakterien vorhandener resistenter Gene
2) Verlust genetischer Daten durch Mutation, die dadurch Resistenz herbeiführt
Spetner erklärt den ersten Mechanismus in einem 2001 veröffentlichten
Artikel:
Einige Mikroorganismen sind mit Genen ausgestattet,
die ihnen diese Antibiotika gegenüber Resistenz verleihen. Die Resistenz
kann die Form der Aufspaltung des Antibiotikum-Moleküls haben oder die
der Abstoßung von der Zelle... Organismen mit diesen Genen können diese
zu anderen Bakterien transferieren und sie dadurch ebenso immunisieren.
Obwohl die Resistenzmechanismen für ein bestimmtes Antibiotikum spezifisch
sind, haben die meisten pathogenischen Bakterien... sich mehrere Gensets
angeeignet, die sie gegen eine Vielfalt von Antibiotika resistent machen.306
Spetner fährt nun fort, indem er sagt, dies sei kein Beweis für Evolution:
Die auf diese Weise angeeignete Resistenz gegen
Antibiotika... ist nicht von der Art, dass sie Prototyp für die Mutationen
sein könnte, die die Evolution benötigt... Die genetische Veränderung
die für die Theorie spräche, müsste nicht nur dem Genom des Bakteriums
Informationen hinzufügen, sondern dem Biokosmos neue Informationen hinzufügen.
Der horizontale Gentransfer verbreitet nur solche Gene weiter, die bereits
in einigen Arten enthalten sind.307
Wir können hier also keineswegs von Evolution sprechen, da keine neue
genetische Information erzeugt wird. Bereits vorhandene genetische Information
wird lediglich zwischen Bakterien transferiert.
Der zweite Immunitätstyp, der das Ergebnis einer Mutation ist, kann auch
nicht als Beispiel für Evolution dienen. Spetner schreibt:
Manchmal kann ein Mikroorganismus durch die zufällige
Substitution eines einzelnen Nukleotids Resistenz erwerben... Streptomycin,
das von Selman Waksman und Albert Schatz entdeckt und 1944 zum ersten
Mal erwähnt wird, ist ein Antibiotikum, gegen das sich Bakterien auf
diese Art immunisieren können. Doch obwohl diese Mutation bei Anwesenheit
von Streptomyzin für den Mikroorganismus vorteilhaft ist, kann sie nicht
als Prototyp für die nach der NDT (Neodarwinistische Theorie) erforderliche
Mutationsart dienen. Der Mutationstyp, der die Resistenz gegenüber Streptomycin
bewirkt, ist manifest im Ribosom und zerstört die molekulare Übereinstimmung
mit dem antibiotischen Molekül.308
In seinem Buch Not by Chance vergleicht Spetner die Situation
mit der Störung einer Schlüssel-Schloss Beziehung. Streptomycin koppelt
sich an das Ribosom einer Bakterie an, ähnlich wie ein Schlüssel in ein
Schloss passt und deaktiviert es. Mutation andererseits zersetzt das Ribosom
und verhindert so, dass das Streptomycin sich an das Ribosom anheften
kann. Auch wenn das als "Erwerb von Immunität gegen Streptomycin" interpretiert
wird, ist dies für die Bakterie kein Vorteil, sondern eher ein Verlust.
Spetner schreibt:
Die Veränderung der Ribosomenoberfläche des Mikroorganismus'
macht es dem Streptomycinmolekül unmöglich, sich anzuheften und seine
antibiotische Funktion auszuführen. Dies ist ein Verlust an Spezifizität,
also ein Verlust an Information. Der hauptsächliche Punkt ist hier,
dass Evolution... nicht durch diese Art Mutationen erreicht werden kann,
ganz gleich wie viele davon auftreten. Evolution kann nicht aufgebaut
sein auf die Akkumulierung von Mutationen, die nur die Spezifizität
herabsetzen.309
Um zusammenzufassen, eine Mutation, die das Ribosom einer Bakterie disassembliert,
macht diese Bakterie immun gegen Streptomycin. Neue genetische Information
wird der Bakterie nicht hinzugefügt. Im Gegenteil, die Ribosomenstruktur
ist verletzt, die Bakterie ist sozusagen "behindert". Auch wurde inzwischen
entdeckt, dass das Ribosom der mutierten Bakterie weniger funktional ist,
als das einer normalen Bakterie. Da diese "Behinderung" bewirkt, dass
sich das Antibiotikum nicht an das Ribosom anheften kann, entsteht antibiotische
Resistenz.
Es gibt kein Beispiel einer Mutation, die die genetische Information
weiterentwickeln würde. Evolutionisten, die die Resistenz gegen Antibiotika
als Beweis für die Evolution präsentieren wollen, behandeln das Thema
nur oberflächlich und liegen daher falsch.
Die gleiche Situation gilt für die Immunität, die
Insekten gegen DDT und ähnliche Insektizide entwickeln. In den meisten
Fällen werden auch hier bereits existierende Gene benutzt. Der evolutionistische
Biologe Francisco Ayala räumt diese Tatsache ein wenn er sagt: "Die erforderlichen
genetischen Varianten für die Resistenz gegen die verschiedensten Pestizide
waren offenbar bereits in jeder der Populationen vorhanden, die diesen
von Menschen gemachten chemischen Verbindungen ausgesetzt waren."310
Andere durch Mutation erklärte Beispiele sind ähnlich wie die erwähnte
Ribosomenmutation Phänomene, die genetische Informationsdefizite bei den
Insekten bewirken.
In keinem Fall kann behauptet werden, dass die Immunitätsmechanismen
der Bakterien und Insekten Beweise für die Evolutionstheorie liefern würden.
Denn die Evolutionstheorie basiert wesentlich auf der Annahme, dass Lebewesen
sich durch Mutationen weiter entwickeln. Spetner erklärt jedoch, dass
weder Immunität gegen Antibiotika, noch irgendwelche anderen biologischen
Phänomene auf solche Mutationen hindeuten:
Die für Makroevolution notwendigen Mutationen sind
nie beobachtet worden. Keine Zufallsmutation, die die von der neodarwinistischen
Theorie erforderte Mutationsart repräsentieren könnte und die auf molekularer
Ebene untersucht worden ist, hat irgendeine Information hinzugefügt.
Die Frage, die ich daher stelle ist: Sind die beobachteten Mutationen
diejenigen, die die Theorie zu ihrer Bestätigung braucht? Die Antwort
ist: "Nein!"311
Der Mythos der verkümmerten Organe
Lange Zeit tauchte in der evolutionistischen Literatur regelmäßig das
Konzept der "verkümmerten Organe" als "Beweis" für die Evolution auf.
Als es sich später als falsch erwies, wurde es in aller Stille beerdigt.
Doch manche Evolutionisten glauben noch daran, und von Zeit zu Zeit versucht
immer wieder einmal jemand, "verkümmerte Organe" als Evolutionsbeweis
aufzutischen.

Eine wissenschaftliche Studie über den Mythos der verkümmerten Organe:
"Verkümmerte Organe sind voll funktionsfähig". |
Die Idee der verkümmerten Organe wurde das erste Mal vor einem Jahrhundert
vorgestellt. Nach den Vorstellungen der Evolutionisten gibt es in den
Körpern mancher Lebewesen eine Reihe nicht-funktioneller Organe. Diese
seien von Vorfahren ererbt und aus Mangel an Gebrauch allmählich verkümmert.
Die gesamte Vorstellung ist völlig unwissenschaftlich und basiert vollständig
auf mangelnder Kenntnis. Jene unfunktionalen Organe waren in Wahrheit
solche, deren Funktion man schlicht noch nicht entdeckt hatte. Der beste
Indikator dafür war die von den Evolutionisten aufgestellte stetig kürzer
werdende Liste verkümmerter Organe. S. R. Scadding, selbst Evolutionist,
behandelte das Thema in seinem Artikel "Can vestigial organs constitute
evidence for evolution?" (Können verkümmerte Organe Beweis der Evolution
sein?) veröffentlicht im Journal Evolutionary Theory (Evolutionäre Theorie):
Da es unmöglich ist, nutzlose Strukturen unzweideutig
zu identifizieren, und da das benutzte Argument wissenschaftlich nicht
gültig ist, schließe ich, dass "verkümmerte Organe" keine besondere Beweiskraft
für die Evolutionstheorie haben.312
Die Liste verkümmerter Organe des deutschen Anatomen R. Wiedersheim von
1895 enthielt annähernd 100 Organe, einschließlich Blinddarm und Steißbein.
Mit fortschreitendem Kenntnisstand der Wissenschaft stellte sich heraus,
dass nahezu alle Organe auf der Liste in Wahrheit sehr wichtige Funktionen
haben. Zum Beispiel fand man heraus, dass der Blinddarm keineswegs nutzlos
und überflüssig, sondern ein lymphatisches Organ ist, das Infektionen
im Körper bekämpft. 1997 war im The Merck Manual of Medical Information
(Merck's Handbuch der Medizinischen Information) zu lesen:
Andere Körperorgane und -gewebe - die Thymusdrüse,
Leber, Milz, Appendix (Blinddarm), Knochenmark und kleine Ansammlungen
lymphatischen Gewebes, wie die Gaumenmandeln... - sind ebenso Teile
des Lymphsystems. Auch sie helfen dem Körper, Infektionen zu bekämpfen.313

Der Blinddarm (unten), den die Evolutionisten für ein verkümmertes
Organ hielten, ist inzwischen als ein Organ erkannt worden, das eine
wichtige Rolle im Immunsystem des Körpers spielt. Das Steißbein am
unteren Ende der Wirbelsäule ist ebenfalls kein verkümmertes Organ,
sondern eine Stütze des Beckens. |
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Auch wurde entdeckt, dass die Mandeln, die auf der Liste der verkümmerten
Organe standen, eine Hauptrolle bei der Abwehr von Halsinfektionen spielen,
besonders bis zur Pubertät. Weiter fand man heraus, dass das Steißbein den
Beckengürtel unterstützt, weil es der Angelpunkt verschiedener kleiner Muskeln
ist; man könnte ohne Steißbein nicht komfortabel sitzen. In den folgenden
Jahren erkannte man, dass die Thymusdrüse die T-Zellen des Immunsystems
aktiviert, dass die Zirbeldrüse wichtige Hormone wie Melatonin absondert,
welches die Sekretion von Gelbkörper produzierenden Hormonen hemmt, dass
die Schilddrüse das stetige Wachstum von Babys und Kindern sowie den Stoffwechsel
steuert und dass die Hirnanhangsdrüse zuständig ist für das Skelettwachstum
und die richtige Funktion der Schilddrüse und der Fortpflanzungsdrüsen.
Die halbmondförmige Augenfalte, die Darwin als verkümmertes Organ ansah,
dient in Wahrheit der Reinigung und Befeuchtung des Augapfels. All die
genannten Organe waren einst als "verkümmert" angesehen worden.
Es gab einen gravierenden Logikfehler in der evolutionistischen Behauptung
der verkümmerten Organe. Diese sollten von Vorfahren ererbt worden sein.
Doch einige der als "verkümmert" angenommenen Organe waren bei den angeblichen
Vorfahren der Menschen überhaupt nicht vorhanden! Zum Beispiel existiert
der Blinddarm bei manchen Affenarten nicht, von denen behauptet wird,
Vorfahren des Menschen gewesen zu sein. Der berühmte Biologe H. Enoch,
der die Theorie der verkümmerten Organe in Frage stellte, erklärt diesen
logischen Fehler folgendermaßen:
Affen besitzen einen Blinddarm, ihre weniger unmittelbaren
Verwandten, niedere Affenarten, nicht, doch bei noch weiter entfernt
verwandten Säugetieren wie dem Opossum taucht er wieder auf. Wie wollen
Evolutionisten dass erklären?314
Neben alledem trägt die Behauptung, ein nicht benutztes Organ atrophiere
und verschwinde im Lauf der Zeit, eine logische Inkonsistenz in sich.
Darwin war sich dessen bewusst und machte in The Origin of Species (Der
Ursprung der Arten) folgendes Eingeständnis:
Es bleibt jedoch diese Schwierigkeit. Wenn ein Organ
nicht mehr benutzt wird und sich infolgedessen stark verkleinert, wie
kann es seine Größe weiter reduzieren bis nur noch die kleinste Spur
von ihm übrig ist, und wie kann es endlich vollständig verschwinden?
Es ist kaum möglich, dass Nichtgebrauch irgendeinen anderen Effekt herbeiführen
kann, nachdem das Organ einmal funktionsunfähig geworden ist. Hier ist
zusätzliche Erklärung vonnöten, die ich nicht liefern kann.315
Einfach ausgedrückt, das evolutionistische Szenario der verkümmerten
Organe enthält eine Reihe ernsthafter logischer Mängel und hat sich auf
alle Fälle als wissenschaftlich unhaltbar erwiesen. Der menschliche Körper
hat kein einziges ererbtes, verkümmertes Organ.
Das Bein des Pferdes
Eine neuere Studie zum Bein des Pferdes versetzte dem Mythos der verkümmerten
Organe einen weiteren Schlag. In einem Nature Artikel vom Dezember 2001
mit dem Titel "Biomechanics: Damper for bad vibrations" (Biomechanik:
Dämpfer für schädliche Schwingungen) wird bemerkt, "Manche Muskelfasern
in den Beinen von Pferden scheinen funktionslose Überbleibsel der Evolution
zu sein. Tatsächlich aber könnten sie beim Galopp in den Beinen entstehende
schädliche Schwingungen dämpfen." Der Artikel liest sich so:
Pferde und Kamele haben in ihren Beinen Muskeln
mit mehr als 600 Millimeter langen Sehnen, doch mit weniger als 6 Millimeter
langen Muskelfasern. Solch kurze Muskeln können ihre Länge nur um wenige
Millimeter ändern, wenn sich das Tier bewegt und scheinen für solch
große Säugetiere relativ nutzlos zu sein. Die Sehnen funktionieren als
passive Federn, und man hat angenommen, dass die kurzen Muskelfasern
redundant sind, Überbleibsel längerer Fasern, die im Verlauf der Evolution
ihre Funktion verloren haben. Doch Wilson und seine Kollegen argumentieren,
...dass diese Fasern Knochen und Sehnen vor potentiell schädlichen Schwingungen
schützen könnten...
Ihre Experimente zeigen, dass kurze Muskelfasern die schädlichen Schwingungen
dämpfen können, die beim Auftreffen des Fußes auf dem Boden entstehen.
Wenn der Fuß eines rennenden Tieres auf dem Boden auftrifft, entstehen
Schwingungen im Bein; die Frequenz dieser Schwingungen ist relativ hoch,
bei Pferden zum Beispiel 30-40 Hertz, was bedeutet, dass bei jedem Auftreffen
des Hufs 30-40 Schwingungen pro Sekunde das Bein durchlaufen würden,
wenn keine Dämpfung vorhanden wäre. Diese Schwingungen könnten Schäden
verursachen, denn Knochen und Sehnen sind anfällig für Ermüdungserscheinungen.
Ermüdungserscheinungen in Knochen und Sehnen entstehen durch wiederholtes
Auftreten von Spannungen. Knochenermüdung ist verantwortlich für die
Stressfrakturen, die sowohl bei Athleten und Rennpferden auftreten,
und Sehnenermüdung könnte zumindest einige der Fälle von Tendonitis
(Sehnenentzündungen) erklären. Wilson schlägt vor, die sehr kurzen Muskelfasern
könnten durch Schwingungsdämpfung Knochen und Sehnen vor Ermüdungserscheinungen
schützen...316
Ein näherer Blick auf die Pferdeanatomie offenbarte, dass die von Evolutionisten
als funktionslos angesehenen Strukturen tatsächlich wesentliche Funktionen
haben.
Der wissenschaftliche Fortschritt demonstrierte wieder einmal, was als
Beweis für die Evolution gedacht war, erweist sich am Ende als Beweis
für Design. Evolutionisten sollten dieser Tatsache einen Hinweis entnehmen,
wenn sie dazu bereit sind. Der Nature Kommentator scheint vernünftig zu
sein:
Wilson und seine Kollegen haben eine wichtige Rolle
gefunden für einen Muskel, der im Verlauf der Evolution zum Relikt einer
Struktur geworden zu sein schien, die ihre Funktion verloren hatte.
Ihre Arbeit sollte uns zum Nachdenken bringen darüber, ob andere Verkümmerungen
(wie der menschliche Blinddarm) so nutzlos sind, wie sie scheinen.317
All dies ist nicht überraschend. Je mehr wir über
die Natur lernen, umso mehr Beweise für die Schöpfung finden wir. Wie
Michael Behe bemerkt, "Der Schluss auf Design kommt nicht von dem, was
wir nicht wissen, sondern rührt her aus dem, was wir in den vergangenen
50 Jahren gelernt haben."318 Und so stellt sich der
Darwinismus als Argument der Ignoranz heraus, als ein "Atheismus der Lücken."
Das Fehlkonzept der Rekapitulation
Was einmal "Rekapitulationstheorie" genannt wurde, wurde in der wissenschaftlichen
Literatur längst eliminiert, wird aber von einigen evolutionistischen
Publikationen immer noch als wissenschaftliche Realität präsentiert. Der
Begriff der Rekapitulation ist eine Kondensierung des Diktums "Ontogenese
rekapituliert Phylogenese", aufgestellt von dem evolutionistischen Biologen
Ernst Haeckel am Ende des 19. Jahrhunderts.
Diese Theorie Haeckels postuliert, dass Embryonen quasi "im Zeitraffer"
noch einmal den Evolutionsprozess ihrer Vorfahren durchlaufen. Der Embryo
im Mutterleib zeige erst die Charakteristika eines Fisches, dann die eines
Reptils und schließlich die eines Menschen.
Inzwischen ist bewiesen, dass die Theorie völliger Humbug ist. Wir wissen
nun, dass die "Kiemen", die angeblich im Frühstadium menschlicher Embryonalentwicklung
erscheinen, in Wahrheit die erste Entstehungsphase von Mittelohrkanal,
Nebenschilddrüse und Thymusdrüse sind. Der Teil des Embryos, der angeblich
der Eidotter-Beutel war, stellte sich als Organ zur Blutproduktion des
Embryos heraus. Der von Haeckel und seinen Anhängern identifizierte "Schwanz"
ist in Wahrheit die Wirbelsäule, die nur deshalb zeitweilig an einen Schwanz
erinnert, weil sie Gestalt annimmt, bevor es die Beine tun.
Dies sind in der wissenschaftlichen Welt universal anerkannte Fakten,
die selbst von Evolutionisten akzeptiert werden. Zwei führende Neodarwinisten,
George Gaylord Simpson und W. Beck haben zugegeben.
Haeckel hat das hier im Spiel befindliche evolutionäre
Prinzip fehlgedeutet. Heute kann als gesichert gelten, dass die Ontogenese
die Phylogenese nicht wiederholt.319
In einem Artikel des New Scientist vom 16. Oktober 1999 war zu lesen:
Haeckel nannte dies das biogenetische
Gesetz und die Idee wurde als "Rekapitulation" in der Öffentlichkeit
bekannt. Tatsächlich erwies sich Haeckel's striktes Gesetz aber schon
bald als falsch. Der frühe menschliche Embryo hat keine funktionierenden
Kiemen wie ein Fisch und durchläuft auch keine Stadien, die ihn wie
ein erwachsenes Reptil oder einen Affen aussehen lassen.320

Mit seinen frisierten Embryo-Zeichnungen täuschte Ernst Haeckel
die Welt der Wissenschaft ein ganzes jahrhundert lang.
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In einem Artikel des American Scientist lesen wir:
Das biogenetische Gesetz ist sicher so tot wie ein
Türnagel. In den fünfziger Jahren (des vergangenen Jahrhunderts) wurde
es endgültig aus den Lehrbüchern exorziert. Als ernsthaft theoretisch
diskutiertes Thema war es bereits in den Zwanzigern ausgestorben...321
Ein weiterer interessanter Aspekt der Rekapitulation war Ernst Haeckel
selbst, ein Schwindler, der bewusst falsch gezeichnete Darstellungen vorlegte,
um die Theorie die er vertrat, zu beweisen. Haeckel's Falschdarstellungen
sollten zeigen, dass Fischembryonen und menschliche Embryonen einander
ähnlich sind. Als er schließlich aufflog, war seine einzige Entschuldigung
die, dass vor ihm schon andere Evolutionisten dasselbe getan hätten:

Haeckels frisierte Zeichnungen.
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Nach diesem kompromittierenden Geständnis der "Fälschung"
sollte ich mich eigentlich verdammt und verurteilt fühlen, hätte ich
nicht den Trost, dass ich mich in der Gesellschaft hunderter von Mitschuldigen
befinde, unter ihnen viele der renommiertesten und achtenswertesten
Biologen. Die Mehrzahl aller Diagramme, selbst in den besten biologischen
Lehrbüchern, Abhandlungen und Zeitschriften würde nach diesen Maßstäben
den Tatbestand der "Fälschung erfüllen, denn sie alle sind mehr oder
weniger ungenau, schematisiert und konstruiert."322
In Science vom 5. September 1997 war ein Artikel zu lesen, der
enthüllte, dass Haeckel's Embryo-Zeichnungen eine Täuschung sind. In dem
Artikel mit dem Titel "Haeckel's Embryos: Schwindel wieder entdeckt,"
stand folgendes:

In seiner Ausgabe vom 5. September 1997 veröffentlichte das Magazin
Science einen Artikel, der offenbarte, das Haeckels Embryo-Zeichnungen
falsch waren, Der Artikel beschrieb, dass die gezeichneten Embryos
in Wahrheit sehr unterschiedlich waren.

Beobachtungen der vergangenen Jahre haben ergeben, dass die Embryos
verschiedener Arten sich keineswegs ähneln, wie Haeckel uns glauben
machen wollte. Der große Unterschied zwischen Säugetier, Reptilien
und Fledermaus-Embryos ist ein klarer Beweis dafür.
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"Der Eindruck, dass alle Embryos gleich seien, so
wie er in Haeckel's Zeichnungen vermittelt wird, ist falsch," sagt Michael
Richardson, Embryologe an der medizinischen Hochschule des St. George
Hospitals in London... So führten er und seine Kollegen ihre eigenen
vergleichenden Untersuchungen durch; und siehe da, es kam heraus, dass
Embryonen "oftmals erstaunlich unterschiedlich aussehen", berichtet
Richardson in der August-Ausgabe von "Anatomy and Embryology" (Anatomie
und Embryologie).323
Science erklärt weiter, damit Haeckel die Embryos als ähnlich hin stellen
konnte, habe er manche Organe in seinen Zeichnungen weggelassen, andere
- imaginäre - hinzugefügt. In demselben Artikel findet sich folgende weitere
Information:
"Haeckel fügte nicht nur Merkmale hinzu und ließ andere
weg, berichten Richardson und seine Kollegen, er frisierte auch den Maßstab,
um Ähnlichkeiten zwischen den Arten zu übertreiben, auch wenn manche Details
einen 10-fachen Größenunterschied aufwiesen. Außerdem verwischte er die
Unterschiede, indem er in den meisten Fällen einfach die Namen der Spezies
wegließ, als ob Vertreter einer Art die gesamte Gattung repräsentieren
könnten. "In Wirklichkeit", schreiben Richardson und seine Kollegen, "sind
selbst die Embryonen von Fischen, die alle miteinander verwandt sind,
sehr unterschiedlich in ihrer Erscheinung und Entwicklung." Es sieht so
aus, als wären Haeckels Zeichnungen einer der größten Schwindel in der
Geschichte der Biologie." schließt Richardson.324
Der Science Artikel fährt fort mit der Beschreibung, wie Haeckels Geständnis
anfangs des 20. Jahrhunderts verheimlicht wurde und wie die falschen Zeichnungen
in den Lehrbüchern als wissenschaftliche Fakten präsentiert wurden:
Haeckel's Geständnis ging
unter, nachdem seine Zeichnungen 190s1 in einem Buch namens Darwin
and After Darwin (Darwin und nach Darwin) benutzt und durch englischsprachige
Biologie-Texte anschließend weit verbreitet wurden.325
Kurz, bereits 1901 war klar, dass Haeckel's Zeichnungen falsch waren,
doch die gesamte Welt der Wissenschaft zog es vor, sich ein Jahrhundert
lang täuschen zu lassen.
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