| Gezeiten haben in manchen Regionen der Erde einen
erheblichen Einfluß auf die dort herrschenden Lebensbedingungen.
Menschen, die zweimal täglich auf den Rückgang der Flut
warten müssen, passen ihr gesamtes Leben den Gezeiten an. Nach
Allahs Willen steigen die Ozeane bis zu einem bestimmten Pegel an.
So werden Sie niemals ernsthaft zu einer Bedrohung für die
Menschen, die in diesen Gebieten leben.
Stellen Sie sich ein Wassermolekül im Meer vor. Dieses Molekül
steht unter dem Einfluß der Schwerkraft, und der Mond übt
eine Anziehungskraft auf dieses Atom aus. Für diese Kraft ist
die Masse des Mondes verantwortlich. Die Anziehungskraft des Mondes
beeinflußt jedoch nicht nur dieses Wassermolekül, sondern
alle Dinge auf der Erde. Doch die Kraft ist so gering, daß
sie ansonsten kaum wahrnehmbar ist.
Nicht alle Regionen der Erde sind in gleicher Weise vom Ansteigen
und Absinken der Meere betroffen, denn die Anziehungskraft des Mondes
ist von Ort zu Ort unterschiedlich, weil die Entfernung zwischen
Mond und Erde nicht überall gleich ist. Aufgrund dieser einflußreichen
Kraft bewegt sich das Wasser der Ozeane in Richtung des Mondes.
Da der Mond um die Erde und beide um die Sonne kreisen, schwankt
deren Anziehungskraft erheblich, und es entstehen die Gezeiten der
Meere, durch die das Wasser abfließt und zurückkommt.
Die Anziehungskraft der Sonne beeinflußt die Erde jedoch
nur im Verhältnis 1/3.
Da der Mond der Erde näher ist als die Sonne, ist seine Anziehungskraft
trotz der enormen Masse der Sonne zweieinhalb Mal stärker.
Es besteht kein Zweifel, daß die Gezeiten nur eines der
vielen Systeme des Universums sind, die Allah der Allmächtige
mit makellosen Wundern erschaffen hat. Das empfindliche Gleichgewicht
der Gezeiten ist nur ein kleiner Teil dieses Wunders. Während
die Ozeane durch die Anziehungskraft des Mondes ansteigen, wirkt
die Schwerkraft der Erde in die entgegengesetzte Richtung, nämlich
zur Erde hin. Während all dies geschieht, dreht sich die Erde
weiter um sich selbst. Daher wechseln die Gezeiten gewöhnlich
zweimal täglich. Die Zeiten von Ebbe und Flut sind in jeder
Region verschieden und werden bestimmt durch die Positionen der
Sonne, des Mondes und der Erde. In Nordkalifornien gibt es beispielsweise
zweimal täglich einen Gezeitenwechsel, während im Golf
von Mexiko Ebbe und Flut nur einmal täglich wechseln.
LEBENSGESCHICHTEN AUS GEZEITENGEBIETEN
97% des Wassers, das die Erde zu 70% bedeckt, befindet sich in
den Ozeanen. Nach Angaben der World Ressources Institution (WRI),
leben 40% der Weltbevölkerung an deren Küsten. Von Zeit
zu Zeit erleben diese Menschen Tsunamis und Stürme, doch regelmäßig
Gezeiten. Die dortige Bevölkerung entwickelte unterschiedliche
Lebensweisen.
Street Fishing
- In Gezeitengebieten werden manchmal sogar ganze Straßenzüge
dort gebaut, wo das Wasser regelmäßig abfließt.
Wenn das Wasser zurückkommt, werden diese Straßen überschwemmt
und die Menschen können dort angeln. Es entstehen beindruckende
Szenen. Diese Freizeitbeschäftigung, das Street Fishing, ist
eine besondere Art und Weise, in der Allah der Allmächtige
uns Nahrung aus dem Meer anbietet. Dies ist ein Segen für die
Menschen. Im Quran teilt uns Allah mit, daß Er die guten Dinge
in den Meeren erschuf:
Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar machte, damit ihr frisches
Fleisch daraus eßt und Schmuck daraus hervorholt, um ihn anzulegen.
Und du siehst Schiffe es durchpflügen, damit ihr Seine Wohltaten
zu erlangen suchen könnt und vielleicht dankbar seid. (Sure
16:14 – an-Nahl)
Horizontale Wasserfälle
Die schnellen Bewegungen des Wassers verursachen auch außergewöhnliche
Situationen, wie beispielsweise horizontale Wasserfälle.
Das makellose Design ist sehr gut an die jeweiligen Umstände
angepaßt
Die meisten Fische, die in Gezeitengebieten leben, besitzen eine
Anatomie, die sie gegenüber seichtem und abfließendem
Wasser widerstandsfähig macht. Wenn das Wasser abfließt,
müssen sie sich in kleinen Löchern verstecken, so daß
sie nicht mit dem Wasser weggespült werden. Dies gelingt ihnen
mit Hilfe ihrer schlanken Körper und ihrer Länge von weniger
als 20 cm.
Die Flossen der Fische, die in Gezeitenregionen leben, sind für
diese Lebensbedingungen perfekt angepaßt. Mit ihren Brustflossen
können sie sich an Felsen festhalten. Ihre Haut widersteht
außerdem dem ständigen Fließen des Wassers. Einige
haben nur sehr wenige Schuppen, andere gar keine. Dafür sondern
zahlreiche Fische eine schleimige Flüssigkeit ab, um mögliche
Reibungen während Ebbe und Flut zu minimieren.
Neben diesen exzellenten Eigenschaften verfügen diese Fische
auch über erstaunliche Möglichkeiten zur Tarnung. Einige
Arten wechseln ständig ihre Farbe, andere können ganz
plötzlich Farbe und Muster der Umgebung annehmen.
Ein weiteres Wunder der Fische, die in Gezeitenregionen leben, ist
der Mechanismus, der ihre Körper vor dem Austrocknen schützt.
Dank dieses Mechanismus können sie sogar überleben, wenn
sie 60% ihrer Körperflüssigkeit verlieren. Die dicke Haut
und der abgesonderte Schleim sind Teile dieses Mechanismus, der
den Flüssigkeitsverlust verlangsamt.
Die wundersame Atmung mit Kiemen außerhalb des Wassers
Eines der größten Probleme für Fische in Gezeitenregionen
ist die ausreichende Versorgung mit Sauerstoff. Kiemen funktionieren
nur im Wasser. Doch ihre kurzen und dicken Kiemenfasern nehmen den
Sauerstoff direkt aus der Luft über die Blutgefäße
auf, die sich um das Maul herum und in der Haut befinden. Auf diese
Weise können Fische, die in kleinen Wasserpfützen verbleiben,
ihren Bedarf an Sauerstoff decken.
Eine weitere wunderbare Eigenschaft dieser Fische ist die Fähigkeit,
ihre Nester wieder zu finden. Die meisten Fischarten wählen
eine bestimmte Stelle, um dort zu leben. Wenn sie diesen Ort jedoch
einmal verlassen, finden sie ihn jederzeit wieder. Ältere Fische
sind darin besonders gut. Forscher fanden heraus, daß Fische,
die bis zu 6 Monate lang im Labor festgehalten wurden, ihre Nester
wiederfanden, nachdem man sie ins Meer zurückgebracht hatte.
Ohne Zweifel sind die Lebewesen, deren Körper genau an die
Bedingungen in den Gezeitenregionen angepaßt sind, ein Beweis
dafür, daß Allah der Allmächtige sie erschaffen
hat. Allah der Allwissende zeigt uns die Beweise Seiner einzigartigen
Schöpfung in jedem Winkel des Universums. Unser Herr teilt
uns im Quran folgendes mit:
[Allah] ist der Schöpfer der Himmel und der Erde, und wenn
Er eine Sache beschließt, spricht Er nur: "Sei",
und sie ist. (Sure 2:117 – al-Baqara)
Was passiert, wenn das Wasser zurückgeht?
Natürlich hat die Antwort auf diese Frage Einfluß auf
das Leben der Fische in diesen Gebieten. Die Körper der Fische
sind perfekt an die Bedingungen in diesen Regionen angepaßt.
Das ist nur einer der unübersehbaren Beweise dafür, daß
Allah der Allmächtige, Der Himmel und Erde erschaffen hat,
sie auf diese Weise ausgestattet hat.
Gezeitengebiete bieten rauhe Überlebensbedingungen für
Fische. Wenn das Wasser zurückgeht, sind die Fische, die unter
Felsen, in Pfützen oder im Schlamm überleben, meist sehr
gut getarnt durch ihre Farben, die dem Untergrund angepaßt
sind. Außerdem werden sie oft schlichtweg unsichtbar, wenn
das Wasser abfließt, da sie sich unter Felsen oder zwischen
Pflanzen verstecken. Bis vor kurzem glaubte man, daß diese
Fische durch Wellen an diese Stellen gespült werden. Studien
haben jedoch ergeben, daß sie speziell mit Körpern erschaffen
wurden, die für die Gezeitenregionen geeignet sind.
In der Region Carumba in Australien steigt das Wasser auf bis
zu 4,78 Meter, in der Stadt Broadsound sogar auf 8 Meter. Die höchsten
Wasserstände Australiens werden mit durchschnittlich 11-12
Metern in Derby erreicht.
Quellen:
http://www.abc.net.au/science/scribblygum/kingtide/gallery.htm
http://www.windows.ucar.edu/tour/link=/kids_space/earth_galore.html
http://www.abc.net.au/science/scribblygum/kingtide/default.htm
http://faculty.salisbury.edu/~jwhoward/astro108/html/lec3.HTM
http://www.redtide.whoi.edu/hab/rtphotos/99hkredtide.jpg
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