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Das Erdbeben in Südasien vom 26. Dezember
2004 war das stärkste der vergangenen 40 Jahre und das fünftstärkste
seit 1900; es erreichte die Stärke 9 auf der Richter Skala.
Dieses Beben und der ihm folgende Tsunami verursachten eine Katastrophe,
die über 220000 Menschen das Leben kostete. Die 1000 Quadratkilometer
große Verwerfungszone, die durch die bei der Kollision und
Aufwärtsbewegung riesiger unterseeischer Landmassen freigesetzte
unvorstellbare Energie entstanden war, löste einen verheerenden
Tsunami aus. Er traf Indonesien, Sri Lanka, Indien, Malaysia, Thailand,
Bangladesh, Myanmar, die Malediven und die Seychellen in Südasien
und sogar die über 5000 Kilometer entfernte Küste von
Somalia in Afrika.
Das Wort "Tsunami" ist japanisch und bedeutet "Große
Welle im Hafen". Es ging in die Sprachen der Welt ein, als
21000 Menschen am 15. Juni 1896 starben, nachdem ein Tsunami Japan
getroffen hatte.
Ein Tsunami unterscheidet sich vollständig von den durch die
Gravitation des Mondes hervorgerufenen Gezeitenfluten und von den
durch Wind verursachten Wellen. Über den Ozeanen wehende Winde
lösen Strömungen aus, die auf die oberen Meeresschichten
beschränkt sind und rufen vergleichsweise kleine Wellen hervor.
Ein Taucher mit einem Atemgerät kann problemlos Wassertiefen
erreichen, die von keiner Oberflächenströmung betroffen
sind. In gewaltigen Stürmen können zwar über 30 Meter
hohe Wellen auftreten, doch auch diese setzen nicht die tieferen
Wasserschichten des Ozeans in Bewegung; und die Geschwindigkeit
einer durch Wind verursachten Welle beträgt bis zu etwa 20
Kilometer pro Stunde. Eine Tsunami Welle hingegen bewegt sich mit
einer Geschwindigkeit von 750 bis 800 Kilometern pro Stunde.
Die Gezeiten treten zweimal pro Tag auf der Erde auf, und wie Tsunamis
verursachen auch sie Strömungen, die die gesamte Wassermasse
der Meere betreffen. Doch Tsunamis werden nicht von der Gravitation
des Mondes hervorgerufen.
Der Tsunami entsteht durch Bewegungsenergie, die durch Erdbeben,
vulkanische Eruptionen und abrupten Anstieg oder Senkung des Ozeanbodens
an das umgebende Wasser abgegeben wird. Auch ein Meteoreinschlag
könnte einen Tsunami auslösen. Wenn sich der Ozeanboden
mit großer Geschwindigkeit hebt, verdrängt er das direkt
über ihm befindliche Wasser. Dieses Stoßimpuls pflanzt
sich bis an die Meeresoberfläche fort, und die gesamte Wassermasse,
5000-6000 Meter hoch, gerät in Bewegung und kann eine Fläche
bis zu 10000 Quadratkilometern betreffen.
Auf offener See sind Tsunamis wirkungslos
Auf offener See tritt ein Tsunami nicht als die enorme Wasserwand
auf, die man sich vielleicht vorstellt; er ist vielmehr weniger
als einen Meter hoch, bei einer Wellenlänge von etwa 1000 Kilometern.
Die Wellenoberfläche weist also nur eine winzige Steigung von
einem Millimeter pro Kilometer auf. Aus diesem Grund und weil sie
zusätzlich noch von der normalen Wellentätigkeit an der
Oberfläche überdeckt werden, bleiben diese Wellen im offenen
Meer unbemerkt, obwohl sie sich mit der enormen Geschwindigkeit
von bis zu 500 - 800 Kilometern pro Stunde fortbewegen. Das entspricht
etwa der Reisegeschwindigkeit eines Boeing 747 Jumbo-Jets. Ein Tsunami,
der auf offener See auftritt, ist jedoch nicht einmal auf einem
seine Welle durchfahrenden Schiff spürbar.
Tsunamis werfen 100000 Tonnen Wasser an Land
Forschungen haben ergeben, dass Tsunamis nicht aus einer einzelnen
Welle, sondern aus einer Wellenserie mit demselben Epizentrum bestehen,
ähnlich wie sie durch einen in einen Swimming-Pool geworfenen
Stein ausgelöst wird. Die Entfernung zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Wellen kann 500 bis 650 Kilometer betragen. Das bedeutet, der Tsunami
kann einen Ozean in wenigen Stunden durchqueren. Seine enorme Energie
wird erst spürbar, wenn er auf eine Küste trifft. Die
in einer unter der Oberfläche heranrasenden dicken Wassersäule
gespeicherte Energie konzentriert sich nach oben hin, wenn die Wassersäule
durch den ansteigenden Meeresboden auf ihrem Weg von unten her zusammengedrückt
wird. Nun kann der rapide Anstieg der Oberflächenwellen-Höhe
beobachtet werden. Wellen mit einer Höhe von weniger als 60
Zentimetern im offenen Meer werden abgebremst, wenn sie auf flaches
Wasser treffen, die Distanz zwischen den Wellen verringert sich,
und die nun aufeinander aufbauenden Wellen bilden die gefürchtete
Wasserwand des Tsunamis. Diese gigantischen Wellen sind allgemein
15 Meter hoch und übersteigen in den seltendsten Fällen
30 Meter. Alle in ihnen steckende kinetische Energie überträgt
sich nun auf die betroffene Küste, die von der Welle mit hoher
Geschwindigkeit und unvorstellbarer Wucht getroffen wird.
Der Tsunami schleudert über 100000 Tonnen Wasser gegen jeden
Meter Küstenlinie, mit einer Zerstörungskraft, die jedes
Vorstellungsvermögen übersteigt. (Der größte
bisher bekannte Tsunami, der 1993 Japan traf, stieg 30 Meter über
dem Wasserspiegel auf.) Das erste wahrzunehmende Anzeichen eines
herannahenden Tsunami ist nicht die sichtbare Wasserwand, sondern
ein plötzliches, ebbeartiges Abfließen des Meeres.
Große Tsunamis der Geschichte
Die erste durch ein Seebeben ausgelöste gigantische Meereswelle,
von den Japanern "Tsunami", von den Chinesen "Hungtao"
genannt, ereignete sich am 21. Juli 365 n.
Chr. im östlichen Mittelmeer und tötete tausende
Menschen im ägyptischen Alexandria.
Das große Erdbeben von Lissabon am
1. November 1775 zerstörte Portugals Hauptstadt vollständig.
Eine 6 Meter hohe Atlantikwelle verwüstete die Küsten
Portugals, Spaniens und Marokkos.
27. August 1883: Der indonesische
Vulkan Krakatau brach aus, und der die Küsten Javas und Sumatras
überflutende Tsunami forderte 36000 Menschenleben. Die Eruption
des Vulkans war so gewaltig, dass der Himmel viele Nächte lang
durch den Lavastaub rot gefärbt war.
15. Juni 1896: Der "Sanriku
Tsunami" traf Japan. Die gigantische 23 Meter hohe Welle traf
eine Menge, die sich zu einem religiösen Fest versammelt hatte
und kostete 26000 Menschen das Leben.
17. Dezember 1896: Ein Tsunami zerstörte
Teile des Uferdamms von Santa Barbara in Kalifornien und überschwemmte
die Hauptstraße.
31. Januar 1906: Eine durch ein Erdbeben
im Pazifik ausgelöste Welle zerstörte Teile der Stadt
Tumaco in Kolumbien und alle Häuser an der Küste zwischen
Rioverde in Ecuador und Micay in Kolumbien; 1500 Menschen starben.
1. April 1946: Der Tsunami, der den
Scotch Cap Leuchtturm auf den Aleuten zerstörte, wobei die
Besatzung von 5 Personen starb, raste weiter nach Hawaii und tötete
dort 159 Menschen.
22. Mai 1960: Eine 11 Meter hohe Tsunami
Welle tötete 1000 Menschen in Chile und 61 auf Hawaii. Die
gigantische Welle überquerte den Pazifik und erschütterte
die Philippinen und die japanische Insel Okinawa.
28. März 1964: Der "Karfreitag
Tsunami" in Alaska radierte drei Dörfer mit 107 Menschen
von der Landkarte, 15 weitere starben in Oregon und Kalifornien.
16. August 1976: Ein Pazifik Tsunami
kostet 5000 Menschen in der Bucht von Moro auf den Philippinen das
Leben.
17. Juli 1998: Eine durch ein Erdbeben
mit seinem Epizentrum nördlich von Papua Neu Guinea ausgelöste
Flutwelle tötete 2313 Menschen, zerstörte 7 Dörfer
und machte Tausende obdachlos.
26. Dezember 2004: Das Erdbeben der
Stärke 8,9 mit seiner folgenden gigantischen Welle traf sechs
Länder in Süd Asien und tötete mehr als 220000 Menschen.
Die Gewalt von Tsunamis erhöhende Faktoren
Dr. Walter C. Dudley zufolge, Professor für Ozeanographie
und Mitbegründer des Pazifik Tsunami Museums, muss sich der
Meeresboden bewegen, damit ein Tsunami entsteht, wobei es auf die
Stärke des Erdbebens weniger ankommt. Doch je größer
die Bewegung des Meeresbodens, umso größer ist die in
Bewegung gesetzte Wassermasse, was die Gewalt des Tsunami steigert.
Eine weitere Rolle für die Gewalt des Tsunami spiele die Küstenstruktur,
auf die er trifft: Zu den Faktoren der Küstenform, ob es sich
um eine Bucht oder um eine Halbinsel handelt und ob die Küste
flach oder steil ist, zählt auch der unter Wasser befindliche
Teil der Küste, der die Wucht der Killerwelle noch verstärken
kann. Weiter sagte Dudley, auch bereits getroffene Vorsichtsmaßnahmen
stellten keine befriedigende Lösung dar. Amerika und Japan
verfügten über sehr fortgeschrittene Überwachungssysteme
im Pazifik, doch deren Fehlalarm-Quote liege bei 50 Prozent!
Zeichen der Endzeit
Naturkatastrophen, die auch mit technologischen Mitteln und Vorsichtsmaßnahmen
nicht abzuwenden sind, zeigen wie hilflos die Menschheit in Wahrheit
ist.
Vom 20. Jahrhundert, dass als das "Jahrhundert der Katastrophen"
bezeichnet wird, bis heute gab es Katastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche,
Wirbelstürme und Überschwemmungen, und alle haben schlimme
Schäden verursacht und Millionen Menschen das Leben gekostet.
Wenn man über diese außergewöhnlichen Phänomene
nachdenkt, so kann man klar erkennen, dass sie eine große
Ähnlichkeit aufweisen mit den Naturereignissen, die auf die
erste Phase der Endzeit hinweisen.
Den Offenbarungen der Hadithen zufolge ist die Endzeit eine Periode,
die kurz vor dem jüngsten Tag liegt, in der die moralischen
Werte des Qurans sich unter den Menschen verbreiten werden. In der
ersten Phase der Endzeit werden sich die Menschen von den religiösen
Werten entfernen, Kriege werden zunehmen und außergewöhnliche
Naturereignisse werden stattfinden.
Tatsächlich wird in den Hadithen von ausradierten Städten
und von aus der Geschichte vertilgten Menschen als Omen der Endzeit
berichtet. Unser Prophet sagt in diesbezüglichen Hadithen:
"Die Stunde (der letzte Tag) wird nicht
kommen, bevor
Erdbeben an der Tagesordnung sind." (Bukhari)
"Große Phänomene werden geschehen
in dieser Zeit." (Ibn Hajar Haytahami, Al-Qawl al-Mukhtasar
fi'alamat al-Mahdi al-Muntazar, S. 27)
Es gibt zwei große Hadithen vor dem
Tag des Gerichts
und dann Jahre voller Erdbeben. (geschildert
von Umm Salama (r.a.))
"So viele entsetzliche Ereignisse werden
geschehen in seiner Zeit." (Imam Rabbani, Rabbani's Briefe,
2/258)
In der zweiten Phase der Endzeit wird Gott die Menschen vermittels
des Mahdi von Degeneration und Krieg erlösen. In dieser Zeit,
bekannt als das Goldene Zeitalter, werden Konflikte und Kriege aufhören,
und die Welt wird erfüllt sein von Überfluss und Gerechtigkeit,
und die moralischen Werte des Islam werden vorherrschen auf der
Erde, und sie werden weitgehend praktiziert werden. Noch nie zuvor
hat es eine solche Zeit gegeben, doch mit Gottes Erlaubnis wird
sie, bevor der jüngste Tag kommt, anbrechen. Es ist jetzt,
da wir diese von Gott bestimmte Zeit erwarten.
Alles unterliegt dem Willen Gottes. Gläubige, die diese Wahrheit
kennen und ernsthaft an Gott glauben, unterwerfen sich Ihm vollständig,
in dem Wissen, dass sie ihrem Schicksal folgen. Gott hat alles zum
Besten arrangiert, bis ins kleinste Detail, von der Erschaffung
der Erde bis zum Tag des Gerichts. Alles ist verzeichnet in dem
Buch "Lawh-i Mahfuz." Aus der Sicht Gottes ist alles bereits
in einem einzigen Moment geschehen. Gott ist nicht gebunden durch
Zeit oder Raum, und für jedes Ereignis sind Zeit und Ort bereits
bestimmt. Ein Quran-Vers drückt dies so aus: "Jede
Prophezeiung hat ihre bestimmte Zeit, und gewiss werdet ihr es bald
erfahren." (Quran, 6:67)
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