1. A. L. R. Dies sind die Verse
des deutlichen Buches,
2. Siehe, Wir haben ihn hinabgesandt, in arabischer Sprache vorgetragen,
damit ihr es begreift,
3. Wir erzählen dir die schönste der Geschichten durch
die Offenbarung dieses Qurans. Siehe, zuvor hattest du keine Kenntnis
davon.
4. Als Joseph zu seinem Vater sagte: "O mein Vater! Ich sah
elf Sterne und die Sonne und den Mond; und ich sah sie wirklich
sich vor mir niederwerfen"
5. Da sagte er: "Mein Söhnchen! Erzähle deinen Traum
nicht deinen Brüdern, sonst werden sie sich Böses gegen
dich vornehmen. Wahrlich, Satan ist den Menschen ein offenkundiger
Feind.
6. Denn so wird dein Herr dich auserwählen und dich die Deutung
des Geschehens lehren und Seine Gnade an dir und dem Hause Jakobs
vollenden, so wie Er sie zuvor an deinen Vorvätern vollendete,
an Abraham und Isaak, Siehe, dein Herr ist wissend und weise."
7. Wahrlich, in (der Geschichte von) Joseph und seinen Brüdern
findet sich eine Botschaft für die Ratsuchenden:
8. Da klagten sie: "Wahrlich, Joseph und sein Bruder sind unserem
Vater lieber als wir, obwohl wir so zahlreich sind. Siehe, unser
Vater befindet sich offensichtlich im Irrtum.
9. Tötet Joseph oder vertreibt ihn weit weg. Eueres Vaters
Aufmerksamkeit wird dann wieder euch gehören, und danach werdet
ihr wieder als anständige Menschen leben. .
10. Einer unter ihnen aber sprach: "Tötet Joseph nicht.
Aber wenn ihr etwas tun wollt, dann werft ihn in die Tiefe des Brunnens.
Eine der Karawanen mag ihn dann herausziehen."
11. Sie sagten: "O unser Vater! Warum vertraust du uns nicht
Joseph an? Wir meinen es doch gut mit ihm.
12. Schicke ihn morgen mit uns, damit er sich vergnügt und
spielt. Wir werden gewiss auf ihn aufpassen."
13. Er sprach: "Siehe, mich betrübt es, dass ihr ihn mitnehmen
wollt. Ich fürchte, dass der Wolf ihn frisst, während
ihr gerade nicht auf ihn achtgebt."
14. Sie sagten: "Wahrlich, wenn ihn der Wolf fräße,
obwohl wir so viele sind, stünde es schlecht um uns!"
15. Und als sie mit ihm losgezogen waren und sich geeinigt hatten,
ihn in die Tiefe des Brunnens zu werfen, offenbarten Wir ihm: "Wahrlich,
du wirst ihnen eines Tages diese ihre Tat vorhalten, ohne dass sie
es merken."
16. Und des Abends kamen sie weinend zu ihrem Vater.
17. Sie sagten: "O unser Vater! Wahrlich, wir liefen um die
Wette und ließen Joseph bei unseren Sachen zurück. Da
fraß ihn der Wolf. Du aber glaubst uns nicht, obwohl wir die
Wahrheit sagen."
18. Und sie brachten sein Hemd mit falschem Blut befleckt. Er sprach:
"O nein! Ihr habt etwas ausgeheckt! Jetzt gilt es, Geduld zu
üben. Und es gilt, Allah um Hilfe gegen das zu bitten, was
ihr beschrieben habt."
19. Dann kam eine Karawane. Sie schickten ihren Wasserschöpfer,
und er ließ seinen Eimer hinab. Da rief er: "Eine gute
Nachricht! Da ist ja ein junger Bursche!" Und sie verbargen
ihn als eine verkaufbare Ware. Allah aber kannte ihr Tun.
20. Und sie verkauften ihn für einen winzigen Preis, für
ein paar Dirham; denn sie schätzten ihn nicht hoch ein.
21. Und sein Käufer, ein Ägypter, sagte seiner Frau: "Nimm
ihn großzügig auf. Vielleicht ist er uns von großem
Nutzen oder nehmen wir ihn als Sohn an." Und so gaben Wir Joseph
ein Zuhause auf Erden und lehrten ihn die Deutung des Geschehens.
Denn Allah setzt stets Seine Anliegen durch, auch wenn die meisten
Menschen es nicht wissen.
22. Und als er seine volle Manneskraft erreicht hatte, gaben Wir
ihm Weisheit und Wissen. So belohnen Wir die Rechtschaffenen.
23. Doch die (Frau), in deren Haus er lebte, stellte ihm nach. Sie
verriegelte die Türen und sagte: "Komm doch her!"
Er sprach: "Allah behüte! Mein Besitzer hat mich doch
gut aufgenommen. Und denen, die Unrecht tun, geht es nicht gut."
24. Doch sie begehrte ihn. Und auch er hätte sie begehrt, wenn
er nicht ein Zeichen von seinem Herrn gesehen hätte. Dies (geschah),
um Schlechtigkeit und Schändlichkeit von ihm abzuwehren. Er
war ja einer Unserer aufrichtigen Diener.
25. Sie liefen beide zur Für. Dabei zerriss sie sein Hemd von
hinten. Und an der Türe trafen sie auf ihren Herrn. Sie fragte:
"Was ist der Lohn dessen, der gegen deine Familie Böses
im Schilde führte, das Gefängnis oder (noch) schmerzlichere
Strafe?"
26. Er sprach: "Sie wollte mich verführen!" Und jemand
aus ihrer Familie bezeugte: "Wenn sein Hemd vorne zerrissen
ist, hat sie die Wahrheit gesprochen und ist er ein Lügner.
27. Ist sein Hemd jedoch hinten zerrissen, hat sie gelogen und hat
er die Wahrheit gesprochen."
28. Er sah aber, dass sein Hemd hinten zerrissen war, und sprach:
"Das ist wirklich eine heimtückische List von euch!
29. Joseph, denke nicht mehr daran! Und du, (o Frau), bitte ihn
um Verzeihung für deine Schuld. Du hast dich wirklich schuldig
gemacht."
30. Da tuschelten die Frauen der Stadt: "Die Frau dieses Hochgestellten
hat ihrem Burschen nachgestellt. Er hat sie in Liebe entflammt.
Wie wir sehen, ist sie in offenbarem Irrtum."
31. Und als sie von ihrer Bosheit hörte, schickte sie (Einladungen)
zu ihnen und bot ihnen ein Festessen. Sie gab jeder von ihnen ein
Messer. Dann rief sie (zu Joseph:) "Komm zu ihnen heraus!"
Und als sie ihn sahen, bewunderten sie seine Schönheit so sehr,
dass sie sich (vor Aufregung) in die Hände schnitten und ausriefen:
"Allah behüte! Das ist kein Mensch! Das ist ein edler
Engel!"
32. Sie sprach: "Und um dessentwillen habt ihr mich getadelt!
Jawohl, ich stellte ihm nach, doch er blieb standhaft. Wahrlich,
wenn er mir nicht (bald) zu Willen ist, soll er ins Gefängnis
geworfen und verächtlich behandelt werden."
33. Er sprach: "Mein Herr! Das Gefängnis ist mir lieber
als das, wozu sie mich auffordern. Doch wenn Du nicht ihre Ränke
von mir abwendest, gebe ich ihnen in meiner Jugend vielleicht nach
und bin ein Tor."
34. Aber sein Herr erhörte ihn und wendete ihre Pläne
von ihm ab. Siehe, Er ist der Hörende, der Wissende.
35. Gleichwohl beliebte es ihnen, ihn für eine Zeit einzusperren,
obwohl sie doch die Zeichen (seiner Qualität) gesehen hatten.
36. Und mit ihm kamen zwei junge Männer ins Gefängnis.
Einer davon sagte: "Ich sah mich (im Traum) Wein auspressen!"
Und der andere sagte: "Ich sah mich (im Traum) auf dem Kopf
Brot tragen, von dem die Vögel fraßen. Erkläre uns
die Bedeutung davon! Wir sehen, dass du gewiss einer der Anständigen
bist."
37. Er sprach: "Ehe euch das Essen gebracht wird, mit dem ihr
versorgt werdet, will ich euch dies deuten, noch bevor es euch zustößt.
Das ist ein Teil dessen, was mich mein Herr gelehrt hat. Seht, ich
verließ die Religion der Leute, die nicht an Allah glauben
und das Jenseits leugnen.
38. Ich folge der Religion meiner Väter Abraham, Isaak und
Jakob. Uns ist es nicht erlaubt, Allah andere Gottheiten beizugesellen.
Dies gehört zur Gnade Allahs gegen uns und gegen die Menschheit,
jedoch die meisten Menschen sind nicht dankbar.
39. meine Mitgefangenen! Sind (mehrere) unterschiedliche Herren
besser als Allah, der Eine, der Allmächtige?
40. Ihr verehrt neben Ihm nichts als Namen, die ihr und euere Väter
selber erfunden habt, und wozu Allah euch keine Ermächtigung
gab. Die Entscheidung liegt allein bei Allah. Befohlen hat Er, dass
ihr Ihn alleine anbetet. Das ist der wahrhafte Glauben, jedoch wissen
es die meisten Menschen nicht.
41. meine Mitgefangenen! Was den einen von euch anlangt, so wird
er seinem Herrn Wein kredenzen. Der andere aber wird gekreuzigt
werden, und die Vögel werden von seinem Haupt fressen. Die
Sache, über die ihr mich um Auskunft fragt, ist bereits beschlossen."
42. Und er bat den von ihnen, dessen Freilassung er erwartete: "Erwähne
mich bei deinem Herrn." Aber Satan ließ ihn vergessen,
ihn bei seinem Herrn zu erwähnen, so dass er noch einige Jahre
im Gefängnis blieb.
43. Und der König sprach: "Siehe, ich sah sieben fette
Kühe –sieben magere fraßen sie - und sieben grüne
Ähren und (sieben) andere, dürre. O ihr Grossen! Gebt
mir Aufschluss über meinen Traum, falls ihr ihn auslegen könnt."
44. Sie sagten: "Traumphantasien sind das, doch wir verstehen
auch nichts von Traumdeutung."
45. Da sagte der von den beiden, welcher freigelassen worden war,
indem er sich (Josephs) nach geraumer Zeit erinnerte: "Ich
könnte euch die Deutung bringen. Schickt mich los!"
46. "O Joseph! O du Wahrhaftiger! Gib uns Aufschluss über
sieben fette Kühe, die von sieben mageren gefressen werden,
und von sieben grünen und (sieben) anderen dürren Ähren,
damit ich zu den Leuten zurückkehren kann und sie es verstehen."
47. Er sprach: "Ihr werdet sieben Jahre wie üblich säen.
Aber bewahrt, was ihr erntet, auf den Ähren auf, bis auf weniges,
das ihr verzehrt.
48. Dann kommen sieben harte (Jahre), welche aufbrauchen werden,
was ihr zuvor für sie als Vorrat eingespeichert hattet, bis
auf weniges davon, das ihr (weiter) aufbewahrt.
49. Dann kommt ein Jahr, in welchem die Menschen Regen im Menge
haben und in dem sie keltern."
50. Da befahl der König: "Bringt ihn zu mir!" Doch
als der Bote zu ihm kam, sagte er: "Kehre zu deinem Herrn zurück
und frage ihn nach den Frauen, die sich in die Hände geschnitten
hatten. Mein Herr weiß Aber ihre Pläne sehr wohl Bescheid."
51. Er fragte: "Was war euere Absicht, als ihr Joseph nachstelltet?"
Sie sprachen: "Allah bewahre! Wir wissen nichts Schlechtes
von ihm!" Da sprach die Frau des Hochgestellten: "Jetzt
ist die Wahrheit ans Licht gekommen: Ich stellte ihm nach. Siehe,
er gehört wahrlich zu den Ehrlichen."
52. "Dies, (sprach Joseph,) damit (mein Herr) weiß, dass
ich während seiner Abwesenheit keinen Verrat gegen ihn verübte,
und damit Allah die Pläne der Verräter nicht gelingen
lässt.
53. Doch ich will mich nicht selber reinwaschen. Seht, der Mensch
ist zum Bösen geneigt, es sei denn, dass mein Herr Sich seiner
erbarmt. Mein Herr ist fürwahr verzeihend und barmherzig."
54. Und der König sprach: "Bringt ihn zu mir! Ich will
ihn an meiner Seite haben." Und nachdem er es mit ihm besprochen
hatte, sagte er: "In der Tat, von heute an bist du bei uns
in Amt und Würden."
55. Er sprach: "Übertrag mir die Aufsicht über die
Vorratsspeicher des Landes. Ich bin gewiss ein kenntnisreicher Verwalter."
56. Und so gaben Wir Joseph eine verantwortliche Stellung im Land
und er hielt sich auf, wo er wollte. Wir gewähren Unsere Barmherzigkeit,
wem Wir wollen, und lassen den Lohn der Rechtschaffenen nicht verlorengehen.
57. Und wahrlich, in den Augen derer, welche glauben und gottesfürchtig
sind, ist der Lohn des Jenseits besser.
58. Und Josephs Brüder kamen und traten bei ihm ein. Er erkannte
sie, sie aber erkannten ihn nicht.
59. Und als er ihren Bedarf gedeckt hatte, sagte er: "Bringt
mir eueren Bruder väterlicherseits. Ihr seht doch, dass ich
volles Maß gebe und der beste Gastgeber bin?
60. Wenn ihr ihn mir allerdings nicht bringt, werdet ihr bei mir
nicht mehr beliefert und nicht mehr zugelassen."
61. Sie antworteten: "Wir werden ihn von unserem Vater erbitten
- das tun wir ganz gewiss!"
62. Und er befahl seinen Dienern: "Steckt ihre Ware in ihr
Gepäck zurück. Vielleicht bemerken sie es, wenn sie zu
ihren Familien heimgekehrt sind, und kommen zurück."
63. Und als sie zu ihrem Vater zurückgekehrt waren, sagten
sie: "O unser Vater! (Weitere) Lieferung ist uns verwehrt.
So schicke unseren Bruder mit uns, damit wir unser Maß erhalten.
Wir werden bestimmt gut auf ihn aufpassen."
64. Er sprach: "Kann ich ihn euch etwa besser anvertrauen als
ich euch zuvor seinen Bruder anvertraute? Doch Allah ist der beste
Hüter, und Er ist der barmherzigste aller Erbarmer."
65. Und als sie ihr Gepäck öffneten, fanden sie ihre Ware
wieder. Sie riefen: "O unser Vater! Was wünschen wir uns
mehr? Unsere Tauschware wurde uns zurückgegeben! Und so können
wir für unsere Familien Getreide einkaufen, dabei auf unseren
Bruder aufpassen und eine Kamelslast mehr erhalten. Das ist eine
einfache Aufgabe."
66. Er sprach: "Niemals werde ich ihn euch mitgeben, es sei
denn, ihr gelobt mir vor Allah, ihn mir gewiss wiederzubringen,
falls ihr nicht vom Rückweg abgeschnitten seid." Und als
sie es ihm gelobt hatten, sprach er: "Allah ist Zeuge unserer
Worte."
67. Und er sprach: 'O meine Söhne! Tretet nicht (allesamt)
durch ein einziges Tor ein, sondern tretet durch verschiedene Tore
ein. Doch ich kann euch nicht gegen Allah helfen. Die Entscheidung
liegt allein bei Allah. Ihm vertraue ich, und vertrauen sollen Ihm
alle Vertrauenden."
68. Obwohl sie so eingetreten waren, wie ihr Vater es ihnen anbefohlen
hatte, nützte ihnen dies nichts gegen (den Plan von) Allah.
Es erfüllte lediglich einen innigen Wunsch Jakobs (, sie zu
schützen). Er aber besaß Wissen, das Wir ihn gelehrt
hatten. Jedoch wissen die meisten Menschen nicht Bescheid.
69. Und als sie bei Joseph eingetreten waren, nahm er seinen Bruder
zur Seite und sprach: "Ich bin tatsächlich dein Bruder!
Sei nicht traurig über das, was sie getan haben."
70. Und als er ihren Bedarf gedeckt hatte, steckte er einen Becher
in den Kamelsattel seines Bruders. Dann rief ein Ausrufer: "O
ihr Leute der Karawane! Wahrlich, ihr seid Diebe."
71. Indem sie sich ihnen zuwandten, fragten sie: "Was vermisst
ihr denn?"
72. Sie sagten: "Wir vermissen den Becher des Königs.
Wer ihn wiederbringt, soll eine Kamelslast erhalten! Dafür
verbürge ich mich."
73. Sie beteuerten: "Bei Gott! Ihr wisst, dass wir nicht gekommen
sind, um im Land Unheil zu stiften! Wir sind keine Diebe."
74. Sie fragten: "Und was soll die Strafe sein, falls ihr Lügner
seid?"
75. Sie sagten: "Der, in dessen Kamelsattel er gefunden wird,
soll zur Strafe dafür selbst die Vergeltung sein. So belohnen
wir Übeltäter."
76. Und er begann mit ihren Säcken, vor dem Sack seines Bruders;
dann iog er ihn aus dem Sack seines Bruders. Diese List gaben Wir
Joseph ein. Nach des Königs Gesetz wäre es ihm sonst nicht
erlaubt gewesen, seinen Bruder festzuhalten, wenn es Allah nicht
belieb hätte. Wir erhöhen um Rangstufen, wen Wir wollen.
Doch über jedem, der Wissen besitzt, ist der (alles) Wissende.
77. Sie sagten: "Wenn er stahl, dann hat zuvor auch ein Bruder
von ihm gestohlen. Joseph aber hielt seine Gedanken verborgen und
offenbarte sie ihnen nicht. Er sprach (bei sich:) "Ihr seid
viel schlechter dran; und Allah weiß wohl, was ihr da behauptet."
78. Sie sagten: "O du Großer! Siehe, er hat einen sehr
alten Vater. Nimm daher einen von uns an seiner Statt. Wir sehen
doch, dass du rechtschaffen bist."
79. Er sprach: "Allah verhüte, dass wir einen anderen
nehmen als den, bei dem wir unser Eigentum fanden; denn sonst wären
wir gewiss ungerecht.
80. Und da sie an ihm verzweifelten, gingen sie abseits, um sich
zu beraten. Ihr Ältester sprach: "Erinnert ihr euch nicht,
dass euer Vater von euch vor Allah ein Gelöbnis abnahm, und
wie ihr es zuvor schon gegenüber Joseph gebrochen habt? Darum
verlasse ich das Land nicht, ehe mein Vater es mir erlaubt oder
Allah zu meinen Gunsten entscheidet; denn Er ist der beste Richter.
81. Kehrt zu euerem Vater zurück und sagt: »O unser Vater!
Siehe, dein Sohn hat gestohlen. Wir bezeugen nur, was wir wissen,
und wir konnten nicht verhindern, was uns verborgen war.
82. Frage nur nach in der Stadt, in der wir gewesen sind, und bei
der Karawane, mit der wir angekommen sind! Wir sprechen die Wahrheit.
83. (Der Vater) sprach: " O nein! Ihr habt euch da etwas ausgedacht.
Und so gilt es, Geduld zu üben. Vielleicht bringt Allah sie
mir (beide) zusammen wieder. Siehe, Er ist der Wissende, der Weise."
84. Und er kehrte ihnen den Rücken zu und sprach: "O mein
Kummer um Joseph!" Und seine Augen wurden trübe vor Kümmernis;
denn er war gramerfüllt.
85. Sie sagten: "Bei Allah! Du hörst nicht auf, an Joseph
zu denken, bis du darüber zerbrichts oder stirbst."
86. Er sprach: "Siehe, ich trage meinen Kummer und Gram nur
zu Allah, und ich weiß von Allah, was ihr nicht wisst.
87. meine Söhne! Zieht aus und erkundigt euch nach Joseph und
seinem Bruder. Und verzweifelt nicht an Allahs Erbarmen. Siehe,
an Allahs Erbarmen verzweifeln nur die Ungläubigen."
88. Und als sie bei ihm eintraten, sagten sie: "O du Großer!
Wir und unsere Familie sind von Leid heimgesucht, und wir bringen
nur wenig Tauschware mit. Aber gib uns dennoch volles Maß
und seid freigebig zu uns. Siehe, Allah belohnt die Wohltäter."
89. Er sprach: " Wisst ihr, was ihr Joseph und seinem Bruder
in euerer Torheit angetan habt?"
90. Sie fragten: "Wahrhaftig, bist du etwa Joseph?" Er
antwortete: "Ich bin Joseph, und dies ist mein Bruder. Allah
ist uns fürwahr gnädig gewesen. Siehe, wer gottesfürchtig
und standhaft ist -Allah lässt den Lohn der Rechtschaffenen
nicht verloren gehen."
91. Sis sprachen: "Bei Allah! Allah hat dich vor uns ausgezeichnet.
Wir aber waren wahrlich Sünder."
92. Er sprach: "Kein Vorwurf treffe such heute! Allah möge
euch verzeihen. Er ja ist der barmherzigste der Erbarmer.
93. Nehmt dieses Hemd von mir mit und legt es auf das Antlitz meines
Vaters. Da wird er wieder sehen. Dann bringt euere ganze Familie
zu mir."
94. Und als die Karawane aufgebrochen war, sprach ihr Vater: "Wahrlich,
ich spüre Josephs Geruch, auch wenn ihr sagt, dass ich fasele."
95. Sie sagte: "Bei Allah! Du verharrst in deinem alten Irrtum!"
96. Und als nun der Freudenbote kam, warf er es über sein Gesicht,
und schon konnte er wieder sehen. Er sprach: "Habe ich es euch
nicht gesagt: Ich weiß wirklich von Allah, was ihr nicht wisst?"
97. Sie sagten: "O unser Vater! Verzeihe uns unsere Sünden!
Wir waren fürwahr Sünder."
98. Er sprach: "Ich werde eueren Herrn um Verzeihung für
euch bitten. Seht, Er ist der Verzeihende, der Barmherzige."
99. Und als sie bei Joseph eingetreten waren, zog er seine Eltern
zu sich und sprach: "Betretet Ägypten in Sicherheit, so
Allah will!"
100. Und er ließ seine Eltern auf dem Thron Platz nehmen,
aber sie warfen sich ehrfürchtig vor Ihm nieder. Und er sprach:
"O mein Vater, dies ist die Deutung meines früheren Traums.
Nun hat es mein Herr wahrwerden lassen. Er hat mir Gutes erwiesen,
als Er mich aus dem Gefängnis befreite und euch aus der Wüste
erbrachte, nachdem Satan zwischen mir und meinen Brüdern Zwietracht
gestiftet hatte. Fürwahr, mein Herr findet Mittel und Wege
für das, was Er will. Siehe, Er ist der Wissende, der Weise.
101. Mein Herr, du gabst mir die Herrschaft und lehrtest mich die
Deutung des Geschehenen. Schöpfer der Himmel und der Erde,
Du bist mein Hort in dieser Welt und in der nächsten; lass
mich zu Dir verscheiden als ein Gottergebener und vereine mich mit
den Gerechten."
102. Dies ist eine Schilderung von (dir) Unbekanntem, die Wir dir
offenbaren. Du warst ja nicht zugegen, als sie sich absprachen und
ihre Pläne schmiedeten.
103. Doch die meisten Menschen glauben es nicht, wie sehr du es
auch wünschst.
104. Aber du verlangst hierfür auch keinen Lohn von ihnen.
Fürwahr, dies ist nur eine Ermahnung für alle Welt.
105. Und an wie vielen Zeichen in den Himmeln und auf Erden gehen
sie achtlos vorüber?
106. Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne Ihm
(zugleich) Gefährten zur Seite zu stellen.
107. Fürchten sie denn nicht, dass die alles bedeckende Strafe
Allahs über sie kommt und dass die Stunde plötzlich über
sie hereinbricht, bevor sie sich dessen versehen?
108. Sprich: "Dies ist mein Weg. Ich rufe zu Allah - ich und
wer mir folgt - aufgrund eines einsichtbaren Beweises. Preis sei
Allah! ich bin keiner von denen, die Ihm Gefährten geben."
109. Und auch vor dir entsandten Wir nur Männer aus der Mitte
der Bewohnern der Städte, denen Wir Offenbarungen gewährten.
Wollen sie denn nicht das Land durchwandern und schauen, wie das
Ende derer war, die vor ihnen lebten? Doch wahrlich, die Wohnung
des Jenseits ist besser für die Gottesfürchtigen. begreift
ihr denn nicht?
110. Erst wenn die Gesandten jede Hoffnung aufgaben und glaubten,
als Lügner betrachtet zu werden, kam Unsere Hilfe zu ihnen.
Damit erretteten Wir, wen Wir wollten. Und Unsere Strafe wird von
dem Volk der Sünder nicht abgewendet.
111. Wahrlich, in den Geschichten über sie finden sich Lehren
für die Verständigen. Er ist keine erfundene Geschichte,
sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine
Erklärung aller Dinge und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit
für ein gläubiges Volk.
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